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WWF kontert Vorwürfe von Wolfsgegnern

Matthias Stadler

Uri Der Bauernverband Uri hat mit anderen Gruppierungen eine kantonale Initiative lanciert, die zum Ziel hat, «die Einfuhr und die Freilassung von Grossraubtieren sowie die Förderung des Grossraubtierbestandes» zu verbieten (Ausgabe von Dienstag und Freitag). Dies unter dem Titel «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri». In diesem Kontext behauptet der SVP-Landrat Anton Infanger (Bauen), dass 2015 ein Wolf zwischen Bauen und Seedorf ausgesetzt wurde. Kurt Eichenberger vom WWF streitet dies nun vehement ab: «Das ist reine Polemik, die Bevölkerung soll bewusst in die Irre geführt werden», sagt er. So etwas habe es noch nie gegeben. Die Wölfe wandern laut Eichenberger natürlich in die Schweiz ein, das würde «minutiös beobachtet und nachgewiesen».

Dass solche «alternativen Fakten» in die Welt gesetzt würden, stört Kurt Eichenberger am meisten an der Initiative des Bauernverbands Uri. Er verstehe, dass der Wolf Probleme mit sich bringe und gerade die Bauern besonders gefordert seien. Doch habe es seit Jahrzehnten keine ernsthaften Zwischen­fälle mit Wölfen und Personen mehr gegeben. Zudem werde der Schutz der Herden über das Bundesgesetz geregelt. Dort gibt es seiner Meinung nach keinen Bedarf an Änderungen.

Schafe sollten betreut werden

Kurt Eichenberger lehnt die Initiative denn auch klar ab. Er sieht an anderen Orten Handlungs­bedarf. «Man sollte die Energie dort einsetzen, wo es etwas bringt, nämlich im Herdenschutz», sagt er. Dieser sei zugegebenermassen nicht einfach, aber die Unterstützung für die Bauern laufe. Der Prozess dazu sei aber nicht von heute auf morgen beendet. Er gibt zu bedenken, dass in der Schweiz pro Jahr etwa 4000 Schafe wegen Steinschlag oder anderer Umstände in der Natur sterben würden.

Diese Schafe seien zumeist unbetreut, also ohne Zaun, in der Natur. Wölfe hingegen seien «nur» für rund 150 Tötungen verantwortlich, so Eichenberger. «Das Problem liegt also viel eher dort, wo die Schafe unbetreut auf den Wiesen grasen», erklärt der Geschäftsleiter der WWF-Regionalstellen Uri und Luzern weiter. Seiner Meinung nach sollte die Kleinviehhaltung in der Schweiz zu einer betreuten Haltung zurückkommen, so wie dies früher der Fall gewesen sei. Denn heute habe die Hälfte des Schafbestandes freien Weidengang.

Der Wolf ist «nicht mehr wegdenkbar»

Eichenberger betont: «Das Zusammenleben mit Grossraubtieren wie dem Wolf ist eine Realität, und der Wolf ist heute nicht mehr wegdenkbar.» Das sei ein Anpassungsprozess, den die Gesellschaft mitmachen müsse.

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

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