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YOUTUBE-CLIP: Hommage an Luzern: Drei Senioren gehen mit «Lozärner Blues» viral

Drei kreative Senioren aus Emmenbrücke haben einen Song komponiert und ein Musikvideo dazu gedreht. Ihr «Lozärner Blues» wird seither auf der Video-Plattform Youtube rege aufgerufen.
Die drei Musiker der «Musig 6020» vor dem Luzerner Torbogen auf dem Bahnhofplatz: Robert Brun (Akkordeon), Werner Richli (Gitarre und Songwriter) und Roland Huber (Schlagzeug und Gesang). (Bild: Screenshot Youtube)

Die drei Musiker der «Musig 6020» vor dem Luzerner Torbogen auf dem Bahnhofplatz: Robert Brun (Akkordeon), Werner Richli (Gitarre und Songwriter) und Roland Huber (Schlagzeug und Gesang). (Bild: Screenshot Youtube)

«Mer hend die Stadt so gärn. Drum läbed mer ned in Bärn. Lozärn esch rüüdig schön. Esch rüüdig schön wie Föhn», singen die drei Männer aus Emmenbrücke in ihrem Song «Lozärner Blues». Nicht nur ihr Songtext – auch die Aufmachung der Musik-Formation «Musig 6020» ist recht eigenwillig: Uniformiert und mit Papierhüten auf dem Kopf machen sich die Senioren auf den Weg, um in Luzerns Gassen zu musizieren.

Die Männer spielen Schlagzeug, Akkordeon und Gitarre. Der 65-jährige Schlagzeuger Roland Huber ist ehemaliger Bankkaufmann und war im Jahr 2007 Einwohnerratspräsident in Emmen. Am Akkordeon greift mit Robert Brun (66) ein ehemaliger ETH-Ingenieur in die Tasten. An der Gitarre spielt der selbstständige Unternehmer Werner Richli (68). «Die Uniform und Papierhüte tragen wir, um der musikalischen Ernsthaftigkeit mit Schalk zu begegnen», erklärt Sänger und Songtexter Werner Richli ihr amüsantes Outfit.

Die Band würde zwar aus purer Freude proben und hätte keine Ambitionen für Auftritte. Dennoch haben sich die drei Anfang Jahr ein Ziel gesetzt: «Wir wollten die weite Welt einen Song aus unserem Probelokal hören lassen. Unser Gedanke war: Wenigstens die Lozärner könnten Gefallen daran finden», erzählt Werner Richli, der keine Banderfahrung hat und die Gitarre bisher nur zum «Lagerfeuergebrauch in der Pfadi» benutzte. Kurzerhand wurde das kultige Musikvideo gedreht und auf Youtube hochgeladen.

Musizierend auf dem KKL-Dach?

Im Video schlendert das Trio durch Luzern und spielt seine Musik so ziemlich an allen Plätzen, die man mit der Stadt verbindet: im Souvenir-Shop am Grendel, auf dem Rathaussteg, auf dem Pilatus und auf dem KKL-Dach. Ja, richtig gelesen: AUF dem KKL-Dach! Doch keine Bange: Die Musiker haben das Dach nicht selbst erklommen. Das hat die moderne Video-Technik für sie erledigt.

Für die Spezialeffekte war der 39-jährige Horwer Filmemacher Phil Küng von «Philms Productions» zuständig. Diesen kennt Werner Richli aus früheren Zeiten bei der ehemaligen Kulturorganisation «Szene Emmen». Gemeinsam entwickelten Richli, seine Bandkollegen und der Filmemacher in diesem Jahr die Idee, «mit dem Blues die Schönheit von Lozärn mit Schalk in Szene zu setzen».

«Die meisten Aufnahmen für die Effekte haben wir mit der Bluescreen-Technik aufgenommen. Die Effekte erstellte ich danach mit dem Videobearbeitungsprogramm Adobe After Effects», so Filmemacher Phil Küng. Ganze 120 Arbeitsstunden habe er für Aufnahme, Bearbeitung und Schnitt der einzelnen Videoclips benötigt.

Doch wie kommen die Männer darauf, im fortgeschrittenen Alter als Musiker auf Youtube aktiv zu werden? «Alles begann mit unserer Pensionierung. Roland, Robert und ich haben uns eine neue Gitarre gekauft, die Handorgel entstaubt und ein gebrauchtes Schlagzeug organisiert – dann ging es los», erzählt Werner Richli, der vor rund 40 Jahren die Emmer Fasnacht mitgegründet hat.

«Ausser dem Schlagzeuger haben wir wenig Erfahrung, wie man mit den Dingern umgeht.» Doch das ist ihnen egal: «Hauptsache, wir haben ein neues Hobby, welches unsere neuen ‹Freizeiten› füllt.» Und so starteten sie vor rund drei Jahren mit der Formation «Musig 6020». Der Name widerspiegelt laut Richli die Wurzeln der drei Männer. Die Kollegen kommen alle aus Emmenbrücke, dessen Postleitzahl 6020 ist.

Die drei spielten in ihren Anfängen alte Songs aus ihrer Jugendzeit – später dann neue Musikstücke «aus der Hitzeit». Richli, der sich selbst als «Nichtversteher» von englischen Texten bezeichnet, habe mit der Zeit begonnen, verständliche Texte zu schreiben. Heraus kamen diverse Mundart-Texte. Mit der Zeit hat sich ein Repertoire von 20 Liedern mit eigenwilligen Texten ergeben.

Entstanden ist das Video an zwei Halbtagen während der Luzerner Fasnacht 2017 und im Sommer 2017. Gefilmt wurde in der Stadt Luzern und im Filmstudio von Phil Küng. Das Musikvideo «Lozärner Blues» ist seit elf Tagen online und wurde bereits über 2800 Mal aufgerufen.

Stefanie Nopper
stefanie.nopper@luzernerzeitung.ch


Die drei Männer musizieren in dem Video auf dem KKL-Dach. (Bild: Screenshot Youtube)

Die drei Männer musizieren in dem Video auf dem KKL-Dach. (Bild: Screenshot Youtube)

Zum Einsatz kam die sogenannte Bluescreen-Technik. Dies ist die Rohaufnahme für die Szene ... (Bild: Phil Küng)

Zum Einsatz kam die sogenannte Bluescreen-Technik. Dies ist die Rohaufnahme für die Szene ... (Bild: Phil Küng)

... in der die Band in der Reuss spielt. (Bild: Screenshot Youtube)

... in der die Band in der Reuss spielt. (Bild: Screenshot Youtube)

Screenshot aus dem Videoclip des Trios «Musig 6020». (Bild: Phil Küng)

Screenshot aus dem Videoclip des Trios «Musig 6020». (Bild: Phil Küng)

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