YOUTUBE: Fischer-Clip: 89'000 Klicks – und kein Ende

Das Wahlvideo von Marco Fischer schlägt hohe Wellen. Nun macht ein PR-Berater dem Stadtluzerner FDP-Politiker Mut.

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Das FDP-Wahlvideo geht um die Welt. (Symbolbild Carmela Odoni, Modifikation scd)

Das FDP-Wahlvideo geht um die Welt. (Symbolbild Carmela Odoni, Modifikation scd)

«Der Mann könnte bald vor vollen Sälen sprechen», sagt PR-Berater Klaus J. Stöhlker gegenüber «Blick Online» . Angesichts des seiner Meinung nach total misslungenen Clips, der es jedoch inzwischen auf bald 89'000 Klicks und rund 210 Kommentare gebracht hat und auf zahlreichen Websites und Blogs eingebunden ist, rät er, vom entstandenden Kult zu profitieren. Der ehemalige Luzerner Tourismusdirektor Kurt H. Illi doppelt nach: «Fischer ist momentan der bekannteste Politiker der Schweiz – daraus muss er jetzt Kapital schlagen.»

Zwei Facebookgruppen gegründet
Das virale Umsichgreifen im Netz nach der im «Tages-Anzeiger» erschienenen Glosse «Wie die FDP Giacobbo in den Schatten stellt» und das kreative Element – moralische Fragen für einmal ausklammernd – lassen sich auch an zwei neu gegründeten und entsprechend (noch) mitgliederschwachen Gruppen auf Facebook illustrieren: Die einen wollen den Politiker mit der nicht ganz ernst gemeinten Aktion ins Stadtparlament, die anderen diesen gar in den Bundesrat bugsieren. Und das österreichische Satire-Format «Willkommen Österreich» wählte das knapp einminütige Werk, das auf der offiziellen Homepage der FDP der Stadt Luzern nach wie vor zur Verfügung steht, gar zum «Clip der Woche» und strahlte es in der Sendung aus.

Modifiziertes Video gelöscht
Von Youtube gelöscht wurde inzwischen das «Remix»-Video, das rund 6000 Mal angeschaut wurde. Der Uploader mit dem Benutzernamen «h2okopf» hat es mit dem Kommentar «Usegnoh wil er sich dur das persöhnlich ahgriffä gfühlt hät. Sorry Marco, trotzdem viel Erfolg» entfernt. Die veränderte Version, in welcher der FDP-Kandidat mit dem Körper eines amerikanischen Präsidenten auftritt, hat zu einer nach wie vor anhaltenden Querele zwischen der FDP und der Juso geführt. Die Jungpartei hatte der Weiterverbreitung durch das temporäre Aufschalten des Originalvideos auf ihrer Facebookgruppe Vorschub geleistet. Nach wie vor ist sich Trudi Bissig, Präsidentin der Stadtluzerner FDP, trotz klarem Dementi der Juso sicher, dass die Jungsozialisten auch die Urheber der Remix-Version sind, wie sie gegenüber der Neuen LZ sagte. Am Montagnachmittag liess Bissig ihren Ärger in einem Blogeintrag mit dem Titel «Was die Juso gemacht hat, ist eine Sauerei!» freien Lauf.

scd

Das Wahlvideo: