Zahl der Diebstähle auf Luzerner Baustellen steigt seit Anfang Jahr – diese Tipps gibt die Polizei

Die Luzerner Polizei vermeldete in den vergangenen Monaten vermehrt Einbrüche und Diebstähle auf Baustellen. Während der Coronakrise bedienten sich einige Menschen statt im Baumarkt auf der Baustelle.

Pascal Linder
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Die Luzerner Polizei verzeichnet seit Anfang Jahr mehr Diebstähle auf Baustellen. Dabei passieren die meisten Einbrüche in den Nächten vom Freitag bis Montag, wobei auch an anderen Tagen Diebstähle verzeichnet wurden. Die Langfinger sind meist nach Arbeitsschluss in die Baustellen eingebrochen und entwendeten dort Werkzeuge, Baumaschinen und Baumaterialien, teils gar gelagerte oder bereits montierte Elektrogeräte.

Bild: Olivier Maire/Keystone (Sion, 22. Juni 2015)

«Auch wir haben gemerkt, dass während der Coronazeit vermehrt Verbrauchsmaterial gestohlen wurde», bedauert Kurt Zurfluh, Geschäftsführer vom Zentralschweizer Baumeisterverband. Zurfluh sagt, dass sich gewisse Menschen für ihre Heimprojekte statt im Baumarkt einfach auf einer Baustelle bedienen. Dabei würden sie unter anderem Zementsäcke, Schaltafeln oder Werkzeuge stehlen. Zurfluh erklärt:

«Problematisch wird es hauptsächlich dann, wenn die Baustelle mit dem Auto leicht zugänglich und das Material von aussen einfach auffindbar ist.»

In solchen Fällen hätten die Täter das Material im Fahrzeug verladen, bevor es jemand merke.

Darum empfehlen die Luzerner Polizei und der Zentralschweizerische Baumeisterverband den Baufirmen verschiedene Massnahmen, um sich vor Diebstählen zu schützen. Am wichtigsten sei es, wertvolle Geräte, Maschinen und Materialien nach Arbeitsschluss sicher zu verstauen und abzuschliessen – etwa in einem Frachtcontainer oder einer Baubaracke.

Weitere Tipps der Polizei

  • Sensibilisieren Sie die Mitarbeitenden und Anwohner, die Augen und Ohren offen zu halten.
  • Sprechen Sie unbekannte Personen auf der Baustelle an und fragen Sie nach Name und Grund des Aufenthalts.
  • Notieren Sie bei verdächtigen Fahrzeugen die Kontrollschild-Nummer und das Signalement der Personen.
  • Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei über die Notrufnummer 117.
  • Gute Beleuchtungen, die via Bewegungsmelder das Baustellenareal ausleuchten, bieten zusätzlichen Schutz.
  • Alarmanlagen können mechanische Sicherungen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko für Einbrecher.
  • Eine weitere Präventionsmöglichkeit ist die Videoüberwachung. Der gesetzliche Rahmen dazu ist allerdings recht eng. Diese findet man in den Gesetzen über den Datenschutz. So dürfen zum Beispiel der öffentliche Grund oder auch die Mitarbeitenden während ihrer Tätigkeit nicht überwacht werden.

Kostenlose Beratung der Polizei

Auch von der Polizei erhalten Baufirmen Hilfe; so bietet sie etwa eine kostenlose Sicherheitsberatung an. Dabei vermitteln die Experten der Polizei Präventionstipps und zeigen auf der Baustelle konkrete Möglichkeiten der Einbruch- und Diebstahlsicherung auf. Detaillierte Zahlen zu Diebstählen auf Baustellen kann die Luzerner Polizei aber keine nennen.

Die Luzerner Polizei führt nur eine Statistik, wo der jeweilige Strafbestand erfasst wird, dabei wird nicht weiter unterschieden, wo die Diebstähle genau passiert sind. Bei Diebstählen auf Baustellen handle es sich um den Artikel 139 im Strafgesetzbuch, erklärt Christian Bertschi, Chef Kommunikation bei der Luzerner Polizei. «Wir haben jährlich weit über 5000 Vergehen nach Artikel 139. Dabei machen wir keine weiteren separaten Auswertungen wie beispielsweise zu Räumlichkeiten, in denen es zu Diebstählen kommt», sagt er.

Bertschi bestätigt aber, dass die zuständigen Ermittler in diesem Frühjahr vermehrt Vorfälle im Zusammenhang mit Baustellen verzeichneten. Die Luzerner Polizei bittet die Bevölkerung, verdächtige Wahrnehmungen umgehend via Notruf 117 zu melden.

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