Zahl der Familiengärten wird markant reduziert

Der Luzerner Stadtrat will die Zahl der Familiengärten bis 2021 von heute 890 auf 600 reduzieren. Im Gegenzug soll das Areal Friedental für 6,5 Millionen Franken saniert und aufgewertet werden.

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Die Familiengärten beim Friedental werden für 6,5 Millionen Franken saniert. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Familiengärten beim Friedental werden für 6,5 Millionen Franken saniert. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Stadt Luzern stellt 17 Areale mit etwa 890 Familiengärten zur Verfügung. Sie sind wertvolle grüne Freiräume, Erholungs- und Begegnungsorte. Familiengärten gehören aber auch zu den wenigen Arealen in der Stadt, auf denen neue Arbeitsplätze und Wohnungen realisiert werden könnten. Nach einer Abwägung dieser unterschiedlichen öffentlichen Interessen hat nun der Stadtrat eine Familiengartenstrategie formuliert, wie die Stadt Luzern am Donnerstag mitteilte.

Stadtbewohner werden bevorzugt

Es ist vorgesehen, das Angebot an Parzellen um einen Drittel auf rund 600 Parzellen zu reduzieren. Der Stadtrat ist überzeugt, dass damit die Nachfrage befriedigt werden kann. Denn künftig will er die Familiengärten in erster Linie den Stadtbewohnern zur Verfügung stellen. Heute wohnen rund ein Drittel der Familiengärtner nicht in der Stadt Luzern. Bestehende Verträge mit Auswärtigen werden gemöss Mitteilung nicht gekündigt. Sollte die Nachfrage in den nächsten Jahren trotzdem deutlich zunehmen, besteht die Möglichkeit, das Areal Ruopigenmoos um maximal 100 Parzellen zu erweitern.

Drei von 17 Arealen werden aufgehoben

Das Areal Lido wird Ende 2014 aufgegeben, da die Böden mit Schadstoffen belastet sind und eine Sanierung unverhältnismässig hohe Kosten verursachen würde. Das Areal Urnerhof soll im Zusammenhang mit der Revision der Bau- und Zonenordnung in die Wohn- und Arbeitszone umgezont und nach Auslaufen des Vertrags ab 2015 umgenutzt werden. Und schliesslich soll auch das Areal Grabenhof in Kriens in die Wohn- und Arbeitszone umgezont und ab 2021 umgenutzt werden.

Alle übrigen Areale werden weiterhin als Familiengärten genutzt. Die mit Schadstoffen belasteten Böden werden saniert. Im Areal Allmend müssen 16 Parzellen für etwa 240‘000 Franken saniert werden. Auch die Familiengärten im Friedental sind mit Schadstoffen belastet. Um eine zukünftige Gefährdung auszuschliessen, ist geplant, die Familiengärten gegenüber den Schadstoffen der ehemaligen Kehrichtdeponie abzuschirmen.

Dazu muss der Grossteil der Areale komplett geräumt werden. Gleichzeitig will der Stadtrat das Friedental als naturnahen Landschaftspark gestalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Dazu wird das Angebot an Familiengärten von 165 auf rund 100 Parzellen reduziert. Darauf sollen künftig auch neue Familiengartenformen wie Gemeinschaftsgärten angeboten werden.

Einheitliche Familiengartenverordnung ab 2015

Die Kosten für die Sanierung und die Neugestaltung werden auf knapp 6,5 Millionen Franken geschätzt. Es ist geplant, 2016 mit der Sanierung zu beginnen. Die Areale können somit bis zum Auslaufen der Verträge Ende der Gartensaison 2015 mit den durch die Schadstoffe verursachten Einschränkungen genutzt werden. Die Bau- und Gartenreglemente der Vereine werden ab 2015 durch die Familiengartenverordnung abgelöst. Sie orientiert sich an den Grundsätzen des neuen Familiengartenleitbilds. Das jährliche Nutzungsentgelt soll massvoll von 35 auf 40 Rappen pro Quadratmeter angehoben werden. Zudem werden ab 2015 Nutzungsverträge mit einer Laufzeit von neu etwa 20 Jahren ausgestellt.

Für die Umsetzung der Familiengartenstrategie beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Brutto-Investitionskredit von 6,7 Millionen Franken. Die Netto-Belastung für die Stadt liegt voraussichtlich zwischen 4,3 und 5,1 Millionen Franken, je nach der Höhe der Beiträge von Bund und Kanton. Der Grosse Stadtrat wir im Januar 2013 über die Familiengartenstrategie des Stadtrates entscheiden.

pd/zim