Zahl der Sozialhilfe-Bezüger bleibt stabil

Im Kanton Luzern wurden 2010 knapp 7’800 Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Das entspricht wie im Vorjahr 2,1 Prozent der Bevölkerung.

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Entwicklung der Sozialhilfequote 2008 bis 2010. (Bild: LUSTAT)

Entwicklung der Sozialhilfequote 2008 bis 2010. (Bild: LUSTAT)

Entwicklung der Sozialhilfequote 2008 bis 2010. (Bild: LUSTAT)

Entwicklung der Sozialhilfequote 2008 bis 2010. (Bild: LUSTAT)

Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Ende 2008 einsetzte, führte bis Ende 2010 im Kanton Luzern zu keiner Zunahme der Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe. Doch der seit mehreren Jahren anhaltende Rückgang schwächte sich nun stark ab. Gemäss LUSTAT Statistik Luzern erhielten im Jahr 2010 7'761 Personen Unterstützungsleistungen, 59 weniger als 2009. Der Rückgang belief sich damit noch auf 0,8 Prozent; zwischen den Jahren 2006 bis 2009 hatte er jährlich bis zu 6,7 Prozent betragen.

Im Lauf des Jahres 2010 wurden 1'757 Dossiers geschlossen – dies entspricht beinahe dem Vorjahreswert. Die mittlere Bezugsdauer blieb mit 10 Monaten konstant.

Finanzielle Notlage bei Trennung oder Scheidung

Mit einer Scheidung oder Trennung steigt die Wahrscheinlichkeit, von Sozialhilfe abhängig zu werden. 2010 bezogen 8,0 Prozent der geschiedenen Frauen und 5,4 Prozent der geschiedenen Männer im Kanton Luzern Unterstützungsleistungen der Sozialhilfe. Bei den verheirateten Personen waren es 1,2 Prozent. 16,3 Prozent aller Haushalte von Alleinerziehenden, aber nur 0,9 Prozent aller Paarhaushalte mit Kindern waren auf Sozialhilfeleistungen angewiesen.

Die Sozialhilfequoten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt deutlich über dem kantonalen Durchschnitt: Die Quote der Unter-18-Jährigen lag wie im Vorjahr bei 3,0 Prozent; von der 18- bis 25-jährigen Bevölkerung waren 2,4 Prozent auf Sozialhilfe angewiesen, 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Leicht höher als im Vorjahr waren die Sozialhilfequote der Personen im Vorpensionsalter (56 bis 64 Jahre) und diejenige der Personen ab 80 Jahren; beide Quoten lagen jedoch weiterhin deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt.

Gering Qualifizierte häufiger auf Sozialhilfe angewiesen Fehlende berufliche Qualifikationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit markant, auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen zu sein. 2010 verfügte knapp die Hälfte der unterstützten erwachsenen Personen über keine nachobligatorische Ausbildung.

Mehr Ausländer betroffen

Die Sozialhilfequote der Ausländer (5,1 Prozent) übersteigt jene der Schweizer/innen (1,5 Prozent) weiterhin deutlich. 61 Prozent der unterstützten ausländischen Staatsangehörigen waren Bürger/innen eines europäischen Staates (inkl. Türkei), 21 Prozent kamen aus einem asiatischen Land und 13 Prozent aus einem afrikanischen.

Im Mittel weisen im Kanton Luzern die Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern eine überdurchschnittliche Sozialhilfequote aus. Gemessen an der Bevölkerung am meisten Personen mit Sozialhilfeunterstützung lebten 2010 in Emmen (4,0 Prozent), gefolgt von Root und Wolhusen (je 3,7 Prozent). Sozialhilfequoten von über 3,0 Prozent wiesen auch die Stadt Luzern (3,2 Prozent), Kriens (3,2 Prozent) und Ebikon (3,1 Prozent) aus. Mit Ausnahme von Emmen und Ebikon sind die Quoten dieser Gemeinden im Vorjahresvergleich leicht gesunken.

pd/zim