Zankapfel Alkoholverkauf im Bahnhof

Junge, die sich abends im Bahnhof mit Alkohol eindecken – für die Kundenorganisation Pro Bahn ein Ärgernis. Sie fordert nun Alkoholgebühren. Die SBB steigen darauf nicht ein.

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Der abendliche Alkoholverkauf in den Läden des Luzerner Bahnhofs und die Konsumation (gestellte Szene) geben zu Kontroversen Anlass. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Der abendliche Alkoholverkauf in den Läden des Luzerner Bahnhofs und die Konsumation (gestellte Szene) geben zu Kontroversen Anlass. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

«Grösser, schöner und noch besser.» Der Alkoholshop Drinks of the World hat am Samstag das neue, erweiterte Ladenlokal im Luzerner Bahnhof bezogen. Das freut das Partyvolk – verärgert aber viele Bahnpassagiere. Denn schon jetzt sei der Bahnhof «das Partyzentrum schlechthin», kritisiert Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn, Sektion Zentralschweiz. Die Organisation vertritt die Interessen der ÖV-Kunden.

Appell an SBB: Anderer Ladenmix

Pro Bahn fordert die Einführung einer Alkoholgebühr für die betreffenden Läden, um einerseits die alkoholischen Getränke weniger attraktiv zu machen. Und um andererseits mit dieser Gebühr die Bekämpfung des Litterings zu finanzieren. Doch Karin Blättler ist klar, dass eine solche Massnahme «politisch wohl kaum umsetzbar ist». Darum nimmt sie die Vermieterin der Ladenlokale in die Pflicht und fordert von der SBB einen anderen Ladenmix.

«Entspricht Kundenbedürfnis»

Auch SBB-Sprecherin Lea Meyer verhehlt nicht: «Es kommen auch am Bahnhof Luzern Littering und Pöbeleien vor – gesellschaftliche Entwicklungen machen nicht einfach vor Zugtüren oder Bahnhöfen halt.» Allerdings habe man mit dem Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr gute Erfahrungen gemacht: «Wir halten an dieser sinnvollen und nützlichen Regelung fest.» Deshalb sei auch der Appell, andere Läden zu bevorzugen, kein Thema: «Das wäre ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Ausserdem entspricht der Alkoholverkauf einem klaren Kundenbedürfnis.»

Alexander von Däniken

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