ZAUBER-SPORT: Die Besen «fliegen» nun auch in Luzern

Seit kurzem hat Luzern ein Quidditch-Team. Schon nächstes Jahr wollen die von «Harry Potter» inspirierten Spieler an der Weltmeisterschaft teilnehmen.

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Das Luzerner Quidditch-Team beim Training auf der Ufschötti in Luzern. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. April 2017))

Das Luzerner Quidditch-Team beim Training auf der Ufschötti in Luzern. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. April 2017))

Den Sport aus der magischen Welt des berühmten Harry Potter zu spielen, ist der Traum eines jeden, der einmal die Bücherreihe von J. K. Rowling verschlungen hat. Harry Potter zu wirklichem Leben zu erwecken, wird wohl etwas schwierig; aber dem in den «Harry Potter»-Romanen allgegenwärtigen Spiel Quidditch kann tatsächlich Leben eingehaucht werden.

Das haben vergangenen Samstag mehrere Spieler auf der Ufschötti in Luzern eindrücklich aufgezeigt. Die Besen flogen durch die Luft. Hin und wieder fiel ein Spieler von seinem Besen herunter. Und durch die drei Ringe an jedem Spielfeldende wurden laufend Tore geschossen.

Anders als bei den Zauberern im berühmten «Harry Potter»-Handlungsort Hogwarts flogen die Spieler jedoch nicht wirklich mit ihren Besen in 50 Metern Höhe über dem Boden, sondern rannten auf der Ufschötti-Wiese herum – die Besen zwischen ihren Beinen eingeklemmt.

«Athletischer und strategischer Sport»

Seit kurzem stellt Luzern das dritte Quidditch-Team der Schweiz. «Ich habe den Sport im Ausland­semester in Oslo entdeckt», sagt Teamgründer Michael Puntschuh. Natürlich habe er die «Harry Potter»-Bücher gelesen. Er selber würde sich aber nicht als einen eingefleischten Fan bezeichnen. Zu Beginn habe ihn einfach wundergenommen, wie Quidditch für die Menschen ohne Zauberkraft überhaupt funktioniert: «Ich habe dabei schnell realisiert, dass es ein athletischer und strategischer Sport ist.»

Quidditch ist eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby und in diversen Ländern schon weit verbreitet. In Grossbritannien beispielsweise gebe es mittlerweile sogar analog zur Fussball-Premier-League eine «Quidditch Premier League», erzählt Puntschuh. Die verschiedenen Mannschaften würden sich sogar jährlich an einer Weltmeisterschaft messen.

Puntschuhs Ziel ist es, schon im kommenden Jahr an dieser Weltmeisterschaft teilzunehmen, um sich mit den Besten zu messen. Da es ein junger Sport ist, seien die Anforderungen dafür noch nicht sehr hoch. «Wir müssen einfach genügend Spielerinnen und Spieler zusammenkriegen», sagt Puntschuh und lacht. Im Sommer soll aber zuerst einmal ein Turnier mit den beiden anderen Schweizer Teams aus Zürich und Hägendorf stattfinden.

 

Oliver Schneider

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Das Luzerner Quidditch-Team trainiert jeweils dienstags um 18.30 Uhr auf der Ufschötti.