Kommentar

Zeichen guter Konjunktur

Alexander von Däniken, Ressortleiter Kanton, zur Uni Luzern, deren Absolventen laut einer Stadtistik am einfachsten eine Anstellung finden.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken.

Alexander von Däniken.

Nur gerade 17 von 1000 Masterabsolventen der Uni Luzern waren ein Jahr nach ihrem Abschluss 2016 arbeitslos. Nirgendwo sonst in der Schweiz ist die Quote tiefer. Zum Vergleich: Bei den Absolventen der Uni Zürich waren es 40 von 1000. Das Resultat ist aus Luzerner und Zentralschweizer Sicht also erfreulich. Schaut man sich aber die Erhebung des Bundesamts für Statistik genauer an, relativiert sich das Ergebnis. Entscheidend sind die angebotenen Fächer und die Konjunktur um die Universitäten herum. So haben gerade Juristen keine Mühe, einen Job zu finden. Die Uni Luzern bildet gut zwei von fünf Studenten in Rechtswissenschaften aus; nur jeder hundertste hat ein Jahr nach Abschluss keine Stelle. Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften haben es hier schwerer. Zudem ist die Arbeitslosenquote von Masterabsolventen ausgerechnet dort am höchsten, wo der Wirtschaftsmotor stockt, also in der Westschweiz und im Tessin mit Quoten zwischen 4,8 und 9,6 Prozent.

Die Universität Luzern tut gut daran, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen – sondern weiterhin an ihrem Fächerangebot zu schrauben. Ein Beispiel dafür ist die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Diese wurde 2016 mit knapp 100 Studenten eröffnet – wurde für die aktuelle Erhebung des Bundesamts für Statistik also noch nicht berücksichtigt. Das gilt auch für den Medizinmaster, 2023 sollen die ersten Studenten ihr Diplom entgegennehmen. Zumindest bei heutigem Kenntnisstand scheinen diese neuen Angebote dem Bedürfnis von Wirtschaft und Gesellschaft zu entsprechen; wichtig ist dabei eine klare Abgrenzung von den Angeboten der Fachhochschule. Es bleibt zu wünschen, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.