ZENTRALSCHWEIZ: Beim Herzstillstand zählt jede Sekunde

Defibrillatoren können Leben retten. In Zürich sind solche Geräte im öffentlichen Raum installiert. Jetzt wird auch in Luzern darüber diskutiert.

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Ein Defibrillator in einem Bus in Graubünden. Auch in Luzern soll der öffentliche Raum mit diesen Geräten abgedeckt werden. (Bild Keystone)

Ein Defibrillator in einem Bus in Graubünden. Auch in Luzern soll der öffentliche Raum mit diesen Geräten abgedeckt werden. (Bild Keystone)

Der Herzatillstand von Bundesrat Merz hat gezeigt: In einem Notfall entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. In der Schweiz gibt es gemäss Herzstiftung 5000 plötzliche Herztodfälle im Jahr. Oft kann eine automatische externe Defibrillation «AED» Leben retten. Dabei wird das Herz mit einem Stromschlag wieder zum normalen Schlagen gebracht. In Zürich wurden dieses Jahr 13 solche Geräte in öffentlichen Telefonzellen installiert. Von den Defibrillatoren in Zürich ist bisher laut Uni-Spital noch keiner benutzt worden.

Im Kanton Luzern, wo jährlich zirka 200 Menschen den plötzlichen Herztod erleiden, wurden bislang noch keine Geräte in der Öffentlichkeit installiert. Jedoch wird derzeit ein gezieltes, auf den Kanton Luzern zugeschnittenes Projekt mit einigen wenigen Defibrillatoren entwickelt.

Ausbildung zur Rettung ist wichtig, Geräte hilfreich
Der Luzerner Gesundheitsdirektor Markus Dürr bestätigt die Absicht: «Wir haben über Defibrillatoren mit der Herzstiftung diskutiert. Es stellt sich aber die Frage nach der Verhältnismässigkeit. Denn nur mit einem Defibrillator allein kann man bei Herzstillstand kein Leben retten», sagt Markus Dürr. Die erfolgreiche Rettung sei immer eingebettet in verschiedene Abläufe. Dazu gehöre auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Für die Installation im öffentlichen Raum macht sich Kantonsrätin Patricia Schaller (CVP) stark. Die Chiropraktorin hat ein Postulat über das Bereitstellen von Notfall-Defibrillatoren eingereicht.

Paul Erne, Chefarzt Kardiologie am Luzerner Kantonsspital meint, das Ziel müsse sein, dass möglichst viele Laien in Samariterkursen in Wiederbelebung ausgebildet werden. Dies sei wichtiger als eine grosse Anzahl Geräte. Erne hofft aber, dass Luzern nach Zürich die zweite Stadt mit öffentlichen Defibrillatoren wird.

Auf Polizeipatrouille mit einem Defibrillator im Gepäck
Heute haben bereits viele Firmen, Feuerwehren, Arztpraxen und Vereine Defibrillatoren. In der Zentralschweiz sind zum Beispiel im letzten Juli alle MM- und MMM-Filialen der Migros, sämtliche Fitness- und Golfparks wie auch die Klubschule Luzern mit Defibrillatoren ausgestattet worden. Auch einige Polizeikorps haben ihre Patrouillenfahrzeuge mit Defibrillatoren ausgerüstet. So die Obwaldner und die Nidwaldner. In Uri, Schwyz und Luzern hat die Polizei keine solchen Geräte. Die Zuger Polizei kann im Bedarfsfall auf eines zurückgreifen.

Die Anwendung der Defibrillatoren ist im Prinzip auch für Laien einfach. Kardiologe Paul Erne jedoch meint, was zähle sei die rasche Alarmierung von Fachpersonal, also der Ambulanz 144 und die manuelle Kompression des Brustkastens. Wie das richtig geht, könne nur in Kursen erlernt werden.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.