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ZENTRALSCHWEIZ: Fallpauschalen – tricksen die Spitäler?

Der Berufsverband der Pflegefachleute wirft den Spitälern vor, die Fallpauschalen zu umgehen. Stimmt nicht, kontert das Luzerner Kantonsspital.
Alexander von Däniken
Die junge Frau wandte sich mit Schmerzen ans Kantonsspital Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die junge Frau wandte sich mit Schmerzen ans Kantonsspital Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Es sind schwere Vorwürfe, welche Claudia Husmann, Geschäftsstellenleiterin der Sektion Zentralschweiz des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, erhebt: Die Spitäler würden das System der Fallpauschalen umgehen, welches für jede Operation einen fixen Betrag vorsieht.

Konkret geht es um eine Regelung, die mit der Einführung der Fallpauschalen auf den 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Diese besagt: Wenn ein zu früh entlassener Patient innerhalb von 18 Tagen wegen der gleichen Beschwerden und darum mit der gleichen Diagnose wieder ins Spital muss, kann das Spital die Fallpauschale nicht noch einmal verrechnen. Es muss also selber für die Behandlungskosten aufkommen.

Husmann sagt nun: «Viele Spitäler stellen bei einem erneuten Eintritt des Patienten einfach eine andere Diagnose.» Die Vorteile lägen auf der Hand: «Durch die neue Diagnose können die Spitäler wieder über die Fallpauschale abrechnen. Gleichzeitig wird so ihr Image der hohen Behandlungsqualität auch bei zu kurzer Aufenthaltsdauer nicht beschädigt.» Zahlen kann Husmann keine nennen. Sie sagt aber: «Vor allem ältere Patienten haben gleich mehrere Krankheiten und einen höheren Pflegebedarf, was über die Fallpauschalen nur ungenügend entschädigt wird.»

Was sagt das Luzerner Kantonsspital (LUKS), das grösste Spital der Zentralschweiz, dazu? «Wir praktizieren dieses Vorgehen nicht», erklärt Mediensprecherin Ramona Helfenberger. Zahlen, wie viele Patienten vor und nach Einführung der Fallpauschalen innerhalb von 18 Tagen eine andere Diagnose erhalten haben, kann das LUKS keine liefern. «Die gewünschten Zahlen lassen sich nicht mit vertretbarem Aufwand errechnen. Es handelt sich um keine Steuerungsgrösse und wird deshalb nicht aktiv gepflegt», begründet Helfenberger.

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