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ZENTRALSCHWEIZ: Februar rettet die Wintersaison

Starkem Franken und schlechtem Saisonstart zum Trotz – die Skigebiete sind fast wieder auf Kurs. Die letzten Wochen haben vieles wettgemacht.
Kann sich derzeit über beste Schneeverhältnisse freuen: Christa Wettstein, Geschäftsleiterin der Sportbahnen Marbachegg, inmitten einer Skischule. (Bild Nadia Schärli)

Kann sich derzeit über beste Schneeverhältnisse freuen: Christa Wettstein, Geschäftsleiterin der Sportbahnen Marbachegg, inmitten einer Skischule. (Bild Nadia Schärli)

Niels Jost

Kaum Schnee, schlechtes Wetter, wenige Gäste: So sah der Wintersaisonstart in vielen Zentralschweizer Skigebieten aus. Die letzten Wochen hingegen waren dafür wie aus dem Wintermärchenbuch: Schnee so weit das Auge reicht, strahlendblauer Himmel und entsprechend viele Wintersportler. Und das pünktlich zur Hochsaison in den Fasnachtsferien. Ist damit die Wintersaison gerettet? «Dank den letzten Wochen sind wir zufrieden mit der Saison», sagt Christa Wettstein, Geschäftsleiterin der Sportbahnen Marbachegg. «Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir nun auf Kurs.»

Dennoch konnten auch die letzten Wochen (noch) nicht gänzlich über den schlechten Saisonstart hinwegtäuschen. Dieser widerspiegelt sich im Moment noch in der Bilanz: «Durch den harzigen Saisonstart verbuchten wir bis Mitte Februar 6 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr», sagt Thomas Keiser, Marketingleiter der Sportbahnen Melchsee-Frutt. «Wir hoffen nun, dass das Wetter gut bleibt.»

Gar 15 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum Vorjahr musste das Skigebiet Sattel-Hochstuckli aufgrund des warmen Wetters im Dezember hinnehmen. Den Umständen entsprechend sei man dennoch zufrieden und sei zuversichtlich, diese Einbussen aufzuholen, sagt Marketingleiterin Ramona Beutler.

Im Plus gegenüber der Vorsaison ist das Skigebiet Engelberg-Titlis (siehe Tabelle). Grund: Während viele Skigebiete Anfang Saison wegen Schneemangels geschlossen blieben, war das hoch gelegene Titlis-Skigebiet bereits im November teilweise offen. Ein deutlicher Pluspunkt, wie auch Marketingleiter Peter Reinle bestätigt. «Dennoch hätten auch wir mit besseren Verhältnissen und einer offenen Talabfahrt mehr Skifahrer angelockt», sagt er. Davon profitiert, dass andere Skigebiete geschlossen blieben, habe man nur «marginal».

Nebst Engelberg konnte einzig auch das Skigebiet von Andermatt rechtzeitig den Skibetrieb aufnehmen. Hier und bei anderen Skigebieten wird sich erst noch zeigen, wie stark sich der schlechte Saisonstart auf die Bilanzen auswirkt. Die genauen Zahlen werden mancherorts erst Ende der Wintersaison kalkuliert. Doch ob günstiges oder teures, hoch oder tief gelegenes Skigebiet: Bei allen besteht bereits jetzt Konsens darüber, dass besonders der märchenhafte Februar die Wintersaison bis dato gerettet hat.

Abhängig von Tagesgästen

Die gute Wetterlage in den letzten Wochen Nebel im Tal, Sonne in den Bergen – kam den Gebieten zusammen mit dem vielen Schnee gerade gelegen. Denn die meisten Zentralschweizer Winterdestinationen sind Tagesskigebiete mit einem regionalen Einzugsgebiet: «Wir haben viele Tagesgäste aus der Region», so Christa Wettstein. «Die Entscheidung, in die Berge zu gehen, hängt dabei stark vom Wetter ab.»

Die Wintersaison dauert nun je nach Gebiet noch ein oder gar zwei Monate genug Zeit, um allfällige Umsatzeinbussen noch zu egalisieren oder zumindest zu korrigieren.

Wettermässig sieht es vorläufig allerdings nicht ganz so prächtig aus wie in den letzten Wochen. Bereits gestern herrschte in den meisten Skigebieten dichter Nebel. Diese Woche ist es gemäss Meteo Schweiz wechselhaft mit vorübergehenden Schneefällen. Die Temperaturen liegen in den Skigebieten etwa um den Gefrierpunkt.

Starker Franken drückt kaum durch

Neben dem schlechten Wetter zum Saisonbeginn kam den Skigebieten noch ein weiterer Umstand ungelegen: die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar. Doch von Massenstornierungen ist keine Rede: «Unsere ausländischen Gäste aus dem Euroraum kamen trotzdem», so Christa Wettstein. «Wir haben glücklicherweise fast keine Auswirkungen vom starken Franken gespürt.» Der Grund dafür ist erneut das stark regional geprägte Einzugsgebiet. Auf diese ausserregionalen oder ausländischen Touristen ist man ebenso in anderen Zentralschweizer Skigebieten nicht zwingend angewiesen, und so spürt man den starken Franken kaum.

Sogar bei den grossen Gebieten mit Hotellerie wie etwa Engelberg oder Andermatt riss der starke Franken nur kleine Löcher in die Kassen: «Es gab die eine oder andere Annullierung bei den Hotels», so Frederic Füssenich, Tourismusdirektor von Engelberg. «Ohne die Mindestkursaufhebung wäre es ein sensationeller Winter geworden nun wird es bei einem guten Winter bleiben.»

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Andermatt. Dort durfte man sich allerdings noch lange auf dem guten Saisonstart ausruhen: «Diese Pluspunkte haben wir gerne genommen», sagt Flurin Riedi, Tourismusdirektor von Andermatt.

Langfristige Entwicklung ungewiss

Kurzfristig mussten die Zentralschweizer Skigebiete in dieser Wintersaison also keine grossen Einbussen aufgrund des starken Frankens verzeichnen. «Die Skigebiete in den Grenzgebieten sind stärker davon betroffen», schätzt Thomas Keiser von der Melchsee-Frutt die Lage ein. Auch Karl Lustenberger, Geschäftsführer der Bergbahnen in Sörenberg, sieht das ähnlich: Es sei wahrscheinlicher, dass Schweizer Tagesgäste von dort in die nahe gelegenen Nachbarländer zum Skifahren gehen als Zentralschweizer. «Für sie ist es schlicht ein zu langer Weg, um in den günstigen Euroraum zu fahren», so Lustenberger. Wie sich der starke Franken aber auf die ohnehin schon schwere Zukunft der Gebiete langfristig auswirken wird, bleibt ungewiss.

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