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ZENTRALSCHWEIZ: «Für die Zentralschweiz ist es einfach dumm gelaufen»

Der Klimatologe Stephan Bader von Meteo Schweiz schätzt das Unwetter vom Sonntagabend als höchst aussergewöhnlich ein. Unter anderem, weil dabei ein Rekord gebrochen wurde.
3500 Blitzeinschläge wurden am Sonntag im Raum Luzern-Cham-Zürich registriert. Hier ein Exemplar über dem Zugersee. (Bild: Leserbild Rolf Crisovan)

3500 Blitzeinschläge wurden am Sonntag im Raum Luzern-Cham-Zürich registriert. Hier ein Exemplar über dem Zugersee. (Bild: Leserbild Rolf Crisovan)

Interview Cyril Aregger

Stephan Bader, das sonntägliche Unwetter in der Zentralschweiz war äusserst heftig insbesondere im Raum Stadt/Agglomeration Luzern sowie in Ob- und Nidwalden. Was geschah am Sonntagabend aus ­meteorologischer Sicht?

Stephan Bader: Es gab in diesem Gebiet eine sogenannte Konvergenzlinie. Das heisst, wir hatten zwei Luftströme, die hier aufeinanderstiessen. Abgekühlte Gewitterluft von Westen traf auf eine Bisen­strömung, die vom Bodensee her kam. Die beiden Luftmassen konnten nicht ausweichen, türmten sich auf breiter Front immer höher, wodurch immer neue Gewitter entstanden und das über längere Zeit über denselben Gebieten.

Weil sich die beiden Luftmassen ­quasi gegenseitig blockierten, ist es zu diesen heftigen Gewittern gekommen?

Bader: Genau. Heftige Gewitter gibt es ja immer wieder. Doch erst, wenn sie nicht mehr weiterziehen können, wird es verheerend.

Wie häufig sind solche Ereignisse?

Bader: Das war eine ganz spezielle Konstellation, ein Einzelereignis. Man kann sagen, für die Zentralschweiz ist es einfach dumm gelaufen.

Eine Häufung solcher Unwetter ist nicht feststellbar?

Bader: Solche Konstellationen werden in den Wetterarchiven nicht speziell vermerkt. Deshalb ist es auch kaum möglich, hier eine allfällige Entwicklung festzustellen.

Täuscht der Eindruck, oder waren am Sonntagabend besonders viele Blitze zu sehen?

Bader: Der Eindruck täuscht nicht: Wir haben am Sonntag im Raum Luzern-Cham-Zürich 3500 Blitze registriert, die in den Boden einschlugen. Seit Einführung einer neuen Messmethode im Jahr 2000 hat es so etwas in dieser Region nie gegeben. Der bisherige Höchstwert lag bei etwa 2000 Blitzen.

Wie ist das zu erklären?

Bader: Es ist eine logi­sche Folge, wenn zwei Luftströme so aufeinanderstossen. Es entstehen so über demselben Gebiet immer neue Gewitter. Ich benutze in diesem Fall das Bild eines «Gewittervorhangs», der sich auf breiter Front in der Region aufspannte.

Waren auch die Niederschlagsmengen am Sonntag rekordverdächtig? Allenfalls zu vergleichen mit den ­Unwettern 2005?

Bader: Nein, ganz und gar nicht. Am Sonntag haben wir in Giswil innerhalb mehrerer Stunden 67 Liter Niederschlag gemessen. Das war der Höchstwert. 2005 hatten wir innerhalb von eineinhalb, zwei Tagen über 200 Liter gemessen. Und zwar an mehreren Orten, in einem geografisch massiv grösseren Gebiet.

Bewohner räumen weg, was noch übrig bleibt. (Bild: Corinne Glanzmann)
Unwetterschäden im Quartier Dörfli in Dierikon. (Bild: Corinne Glanzmann)
Die Strasse im Dörfli von Dierikon ist komplett auseinandergebrochen. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Am Montagmorgen pumpt die Feuerwehr Ebikon-Dierikon die Keller aus. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Schäden sind enorm. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Götzentalbach: Im Vordergrund führt eine Röhre unter der Strasse hindurch, die verstopft war... (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
... sodass sich das Geröll einen Weg die Strasse hinab suchte. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Am Ende der Strasse liegt dieses Jahr: Im Keller kamen eine Mutter und ihre Tochter in den Fluten um. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
«Das Unwetter vom Montag lässt sich mit dem Unwetter von 2005 vergleichen», sagt Martin Marfurt, Kommandant der Feuerwehr Ebikon-Dierikon. Jetzt sei das Schadensausmass aber viel grösser. (Bild: Corinne Glanzmann)
Ein Bild der Verwüstung nach dem Unwetter in Dierikon. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Bild der Verwüstung in Dierikon am Montagmorgen nach dem Unwetter. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung)
Die Götzentalstrasse zwischen Dierikon und Udligenswil. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Unwetterschäden in Udligenswil (Bild: Corinne Glanzmann)
Unwetterschäden in Würzenbachquartier Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)
Unwetterschäden in Würzenbachquartier Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)
Unwetterschäden in Würzenbachquartier Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)
eine Schlammlawine in der Nähe des Hotels Krone in Giswil (Bild: Leserbild Armin Riebli)
Fluten vor der Pfarrkirche Stans (Bild: Leserbild Mercedes von Holzen)
Ein Murgang im Gebiet Ächerli verschüttet die Strecke der Zentralbahn zwischen Giswil und Kaiserstuhl. (Bild: Robert Hess)
Die Zentralbahn-Strecke ist zwischen Giswil und Kaiserstuhl auf der Höhe vom «Marchgraben» von Geröll verschüttet. (Bild: Zentralbahn)
In Dallenwil ist der Steinibach in kurzer Zeit stark angestiegen. Zur Sicherung der Brücke war die Feuerwehr im Einsatz. (Bild: Franz Niederberger)
Fast kein Durchkommen mehr im Würzenbach-Quartier in der Stadt Luzern. (Bild: Leserreporter)
Bild: Leserreporter/Svetlana An
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Ein Bus der vbl kämpft sich durch die Wassermassen. (Bild: Leser Michael Osborne)
Das Wasser drang in diese Tiefgarage ein. (Bild: Leser Michael Osborne)
Im Nu war diese Strasse im Würzenbach-Quartier voll Wasser (und wohl auch einige Keller) (Bild: Leser Michael Osborne)
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Hochwasser an der Würzenbachstrasse in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Überflutete Strasse im Würzenbach-Quartier in Luzern. (Bild: Leser Michael Osborne)
Würzenbach, Stadt Luzern (Bild: Leserreporter/Svetlana An)
Würzenbach, Stadt Luzern (Bild: Leserreporter/Svetlana An)
Überflutete Strasse im Würzenbach-Quartier in der Stadt Luzern (Bild: Leser Michael Städlin)
Heftige Niederschläge im Raum Stans. (Bild: André A. Niederberger)
Die Bilder im Wirzboden / Ennetmoosstrasse zeigen, dass die Verbauungen im Raum Stans / Stanserhorn sehr wirksam sind und das Wasser, welches vom Stanserhorn kommt, kanalisiert in Wiesen fliesst, wo es dann versickern kann. (Bild: André A. Niederberger)
Die Staumauer vom Hinterwürzenbach in der Stadt Luzern läuft über. (Bild: Leser Max Breitschmid)
Blitzeinschlag in die Rigi-Antenne, fotografiert in Hünenberg See. (Bild: Beat Tschanz)
Blitzeinschlag in den Sendemasten auf der Rigi (Bild: Leser Dionys Moser)
Blitze über der Rigi. (Bild: Leser Dionys Moser)
Gewitterblitze über Zug (Bild: Leser Dionys Moser)
Heftiges Sommerwetter, fotografiert in Zug. (Bild: Oliver Kümmerli)
Unwetter in Kriens (Bild: Leser Adrian Frischknecht)
Gewitter und Abendrot über dem Zugersee (Bild: Leser Daniel Hegglin)
Von Weggis in Richtung Bürgenstock / Klewenalp (Bild: Leser Bennt Bengtsson)
Blitzeinschlag in den Zugersee (Bild: Leser Daniel Hegglin)
Gewitter über dem Zugersee. (Bild: Leser Daniel Hegglin)
Blitz über Luzern (Bild: Leser Ruedi Wechsler)
Blitze über dem Zugerland (Bild: Leser Daniel Hegglin)
Gewitter über Zugersee (Bild: Leser Erich Weiss)
Rigiblitz... (Bild: Erich Weiss)
Gewitter über dem Zugersee (Bild: Leser Erich Weiss)
Himmlisch! Gewitter über de reformierten Kirche in Baar. (Bild: Leser Michael Hitzler)
Blitzeinschlag über dem Zugersee. (Bild: Rolf Crisovan)
56 Bilder

Heftige Unwetter in der Zentralschweiz

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