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ZENTRALSCHWEIZ: Hitze macht Grillieren brandgefährlich

35 Grad am Freitag – die nächste Hitzewelle rollt an. Feuer im und am Wald sind nun besonders heikel. Steigt die Gefahrenstufe weiter?
Carole Gröflin
Aufgepasst beim Bräteln im Wald oder am Waldrand: Es herrscht Brandgefahr. (Bild: Getty)

Aufgepasst beim Bräteln im Wald oder am Waldrand: Es herrscht Brandgefahr. (Bild: Getty)

Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr in der Schweiz von seiner schönsten Seite. Bereits zwölf Hitzetage verzeichnet allein die Messstation der Stadt Luzern heuer; drei davon im Juni, neun davon bisher im Juli. Als Hitzetag gilt, sobald das Thermometer 30 Grad anzeigt. Und die Prognosen verheissen weitere heisse Tage: Bereits ab heute bis und mit Samstag zeichnet sich eine weitere Hitzewelle ab. Im Moment gilt die Hitzewarnung nur für das Tessin und das Wallis, «ab Donnerstag dürfte sich die Warnung auf grosse Teile der Schweiz ausweiten», sagt Meteo-Schweiz-Meteorologin Sabrina Lang auf Anfrage. Der heisseste Tag dürfte der Freitag werden: «Dann könnte an den bisherigen Hitzerekorden der Zentralschweiz gekratzt werden.» Diese lagen im Rekordsommer 2003 in Luzern bei 35,8 Grad, in Cham bei 35,3 Grad. Mit 36,9 Grad wurde im Jahr 1947 in Luzern die höchste Temperatur seit Messbeginn festgestellt. Wenig Kummer bereiten derzeit die Ozonwerte: Diese befinden sich derzeit für die Zentralschweiz in einem tiefen Bereich.

Heisse Luft von den Kanaren

Für das warme Sommerwetter ist in diesen Tagen das Azorenhoch verantwortlich. Dieses bringt besonders heisse Luft von den Kanarischen Inseln via Portugal und Spanien zu uns in die Schweiz. «Die Ferien kommen also quasi zu uns», so Lang.

Eine Abkühlung gibts dann erst am Wochenende in Form von Gewittern am Samstagnachmittag. Auch am Sonntag bleibt es wohl bewölkt mit Regen. Meteorologin Lang: «Vermutlich wird es dann aber zu Beginn der nächsten Woche wieder bis zu 30 Grad warm.»

Doch nicht allen bereitet der bisher heisse Sommer Freude: Fauna und Flora lechzen nach Wasser. Die Böden sind sehr trocken – und die Prognosen zeigen keinen andauernden Regen an, welcher die Lage entspannen könnte. Deshalb haben die Zentralschweizer Kantone gemeinsam die Gefahrenstufe 3 für Waldbrandgefahr festgelegt. Somit ist die Gefahr derzeit «erheblich». Als Massnahme mahnen sie die Bevölkerung zu «sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe sowie allgemein im Freien».

Ab sofort ist also beim Grill-Plausch im Wald Vorsicht geboten: «Derzeit sollte man seinen Klöpfer nur in dafür vorgesehenen Feuerstellen grillieren», sagt der Obwaldner Kantonsoberförster Peter Lienert. Gänzlich auf ein Feuer im Wald verzichten solle man, wenn es windet, «weil dann ein Funken leicht auf trockenes Laub und Nadeln am Boden überspringen könnte». Wie immer sei es zu unterlassen, seinen Glimmstängel achtlos im Freien weg­zuwerfen. «Auch die Wiesen sind sehr trocken, sodass sich rasch ein Feuer ausbreiten kann», so Lienert weiter. Auch Silvio Covi, Luzerner Fachleiter Schutzwald, appelliert an die Vernunft: «Wenn immer möglich, sollte derzeit auf ein Feuer im Wald verzichtet und stattdessen im Garten grilliert werden.»

Böden «alarmierend trocken»

Wäre es nach Covi gegangen, dann hätte man bereits die Gefahrenstufe 4 ausgerufen. «Dies sahen meine Kollegen allerdings noch nicht für angezeigt.» Er schliesst allerdings nicht aus, dass diese in den kommenden Tagen noch folgen könnte. Somit wäre die Gefahr eines Waldbrandes «gross». Während des Gesprächs mit unserer Zeitung befindet sich Covi auf der Rigi oberhalb von Weggis. «Hier sind die Wiesen und Böden alarmierend trocken.» Ein Gewitter, wie es fürs Wochenende prognostiziert wird, könne die Situation nicht entschärfen. Denn die Vegetation ist derart aufgeheizt, «dass das Wasser umgehend verdunstet, bevor es im Boden versickern und bis zu den Wurzeln gelangen kann.» Zudem kann das Wasser bei einem Gewitter nicht genügend schnell versickern, sodass es oberflächlich abfliesst und wüste Überschwemmungen folgen.

Feuerwerksverbot am 1. August?

Die Wälder haben derzeit Regen bitter nötig. Die Waldbrand-Gefahrenstufen zwischen 4 und 5 haben derzeit etwa das Wallis, Graubünden, das Tessin, Bern, der Aargau und beide Basel verhängt. Bleibt der Regen weiter aus, könnte dies in einigen Kantonen am 1. August zu einem Feuerwerksverbot führen. Ein solches wurde teilweise im Rekordsommer 2003 verhängt.

Feuerwehr redet mit

«Wir beobachten die Lage derzeit weiter», sagt der Obwaldner Kantonsoberförster Peter Lienert. Ein Verbot sei für ihn derzeit nicht ausgeschlossen, «jedoch ist es noch zu früh für Spekulationen». In Luzern wird man sich mit dem Feuerwehrinspektorat und den anderen Zentralschweizer Kantonen beraten.

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