ZENTRALSCHWEIZ: Horw jubelt – und Luzern festet eine Woche früher

Das Jodlerfest 2019 findet in Horw statt. Auf die Abnahme der Rechnung des Festes in Schüpfheim vom vergangenen Jahr verzichteten die Delegierten – wegen eines tragischen Todesfalles eines OK-Mitglieds.

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Alphornbläser in Schüpfheim, Festbesucher in Luzern. (Bilder: Pius Amrein/LZ)

Alphornbläser in Schüpfheim, Festbesucher in Luzern. (Bilder: Pius Amrein/LZ)

Es war eine äusserst emotionale Jodler-DV, wie sie viele Jodlerinnen und Jodler in den letzten Jahren noch nie erlebt hatten. Dies hatte mit dem tragischen Unfalltod eines bekannten Jodlers und OK-Mitglieds des Jodlerfestes Schüpfheim zu tun. Mitglieder des OK Schüpfheim 2016, angeführt von OK-Präsident Bruno Stalder, waren dennoch in Küssnacht anwesend.

«Wir sind alle zutiefst erschüttert», sagte Bruno Stalder gegenüber unserer Zeitung. Aus Gründen des Respekts und der Anteilnahme verzichtete das OK, in Absprache mit dem Präsidenten des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes Richard Huwiler, auf die Abnahme der Festabrechnung und der Berichterstattung. Eigentlich hätte es ein lustiger, witziger Rückblick auf das Entlebucher Fest werden sollen. Das OK hatte einige humorvolle Nummern vorbereitet. «Licht und Schatten, Freude und Trauer sind nahe beieinander», sagte Richard Huwiler und erklärte, dass der Festbericht und die Festrechnung zu einem späteren Zeitpunkt dem ZSJV schriftlich nachgeliefert würden.

Stadtpräsident verschiebt das Luzerner Fest

Wie hoch der Reingewinn war, bleibt geheim. OK-Präsident Bruno Stalder indes verriet unserer Zeitung, dass das Jodlerfest in Schüpfheim auch finanziell ein grosser Erfolg war. «Wir konnten dank dem Reingewinn alle, das heisst, Trägervereine, Festwirte, Helfer und Mitglieder des OK finanziell entschädigen.» Zudem flossen 28 000 Franken in die Verbandskasse des ZSJV. Neben den statutarischen Traktanden wurde gestern auch der Festort für die Austragung des Zentralschweizerischen Jodlerfestes 2019 bestimmt. Manuela Bernasconi aus Horw, OK-Mitglied des Jodlerfestes 2019, rührte dabei kräftig die Werbetrommel und stellte das Fest in einem Grobkonzert vor. Ihre Ausführungen überzeugten. Horw erhielt den Zuschlag. Organisiert wird das 63. Zentralschweizerische Jodlerfest vom 28. bis 30. Juni 2019 durch die beiden Trägervereine – den Jodlerklub Heimelig und das Turnerchörli Horw. Einen Haken hat das Ganze: Da am selben Wochenende das Luzerner Fest durchgeführt werden sollte, wird dieses nun um eine Woche vorverlegt. Die Stiftung «Luzerner helfen Luzernern», unter Stiftungspräsident und Stadtpräsident Beat Züsli, hat sich ausnahmsweise für eine Verschiebung ihres Festes entschieden, was mit tosendem Applaus an die Adresse der Organisatoren des Luzerner Festes quittiert wurde. Das Luzerner Fest findet nun neu am Wochenende vom 22. und 23. Juni 2019 statt.

609 Jodlerfreunde, darunter 444 stimmberechtigte Dele- gierte der Sparten Jodelgesang, Alphornblasen und Fahnenschwingen, waren gestern zur 96. Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes in Küssnacht am Rigi gekommen. Aus Anlass seines 75-jährigen Bestehens übernahm der Jodlerklub Echo vom Rigi die Organisation der Delegiertenversammlung. Für Jodler, Dirigent und Komponist Markus Wigger, der während 15 Jahren dem Vorstand als Vizepräsident angehörte, wurde neu Armin Steffen aus Sursee in den Vorstand gewählt. Markus Wigger wurde in Anerkennung und Wertschätzung die Ehrenmitgliedschaft des ZSJV zuteil. Walter Kalbermatten aus Einsiedeln wurde zum Freimitglied ernannt. «Ihr müsst die Werte hochhalten, die uns zu dem machen, was wir sind», bediente sich Präsident Richard Huwiler in seinem Jahresbericht einer Aussage des früheren US-Präsidenten Barack Obama. Diese Aussage könne man eins zu eins für die Mitglieder des Eidgenössischen und Zentralschweizerischen Jodlerverbandes übernehmen.

 

Monika van de Giessen

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch