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ZENTRALSCHWEIZ: Knebelverträge: Ärzte schlagen Alarm

Spezialfirmen entdecken das Geschäft mit dem Handel von Arzt­praxen. Den Preis dafür bezahlen oft die Patienten.
Guy Studer
Eine Firma kauft eine Arztpraxis auf und will die bisherige Ärztin zu neuen Bedingungen anstellen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Eine Firma kauft eine Arztpraxis auf und will die bisherige Ärztin zu neuen Bedingungen anstellen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Ein aktuelles Beispiel aus Emmen lässt aufhorchen: Eine Firma kauft eine Arztpraxis auf und will die bisherige Ärztin zu neuen Bedingungen anstellen. Dass Firmen im Geschäft mit Arztpraxen mitmischen, kommt immer häufiger vor. Das Ziel dieser Spezialfirmen ist es, die Praxen gewinnorientiert zu führen. Im Visier haben sie insbesondere Gruppenpraxen mit mehreren Ärzten. Gemäss Schätzungen sind in der Zentralschweiz bereits drei Viertel aller Gruppenpraxen nicht mehr im Besitz der Ärzte, sondern von Firmen oder Krankenkassen.

Die Ärzte, die dort als Angestellte arbeiten, sind oftmals schlechter gestellt als wenn sie die Praxis in Eigenverantwortung führen würden. «In solchen Praxen sind Personalwechsel häufiger», sagt Ueli Zihlmann, Geschäftsführer der Luzerner Ärztegesellschaft. Durch die Fluktuationen sei die Besetzung der Praxen zufälliger. Dies kommen oftmals auch die Patienten zu spüren. Im erwähnten Fall von Emmen hätte die Ärztin beispielsweise unterschreiben sollen, dass sie nach einem Austritt aus der Praxis ihre bisherigen Patienten nicht weiter pflegen kann. Unternehmensberater und Praxen-Spezialist Hansruedi Federer sagt zu solchen Arztpraxen in Fremdbesitz: «Der Arzt hat in der Regel ungünstige Anstellungsbedingungen.»

Gegen Gewinnmaximierung

Ueli Zihlmann verfolgt die Entwicklung mit Sorge: Die Gewinnmaximierung sollte bei einer Arztpraxis nicht im Vordergrund stehen, sagt er. Der Luzerner Arzt und FDP-Kantonsrat Herbert Widmer ist gleicher Meinung. Deshalb will er das Thema nun aufs politische Tapet bringen.

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