ZENTRALSCHWEIZ: Landschaftsschutz torpediert Luxusprojekte

In der Zentralschweiz befinden sich zurzeit mehrere grössere Bauprojekte in der Planungs- und Realisierungsphase. Das stösst der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sauer auf.

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Das heutige Hotel Hertenstein soll diesem Neubau weichen. (Visualisierung pd)

Das heutige Hotel Hertenstein soll diesem Neubau weichen. (Visualisierung pd)

Wie in den letzten Tagen bekannt geworden ist, sind in Weggis und am Lopper Hotels und Residenzen im Luxussegment geplant. Die beiden Grossprojekte am Vierwaldstättersee hinterlassen einen «bitteren Nachgeschmack», wie es in einer Medienmitteilung der Stiftung heisst. «Das Resortprojekt Andermatt erhält am Vierwaldstättersee Nachahmer», wird festgestellt. 

Entwertung der Landschaft befürchtet
Die Loppersüdseite von Stansstad sei verkehrsmässig vom Durchgangsverkehr befreit und stelle seither einen einigermassen störungsarmen Natur- und Erholungsraum dar – «die Naturvielfalt am Lopper ist einzigartig». Daher sei die Lukrativität der Lage klar. Aber: «Das Bauvorhaben, das von Justus Dahinden am Ort des ehemaligen Hotels Acheregg geplant ist, entwertet die Landschaft erheblich», heisst es weiter.

Die architektonische Gestaltung nehme die Besonderheit des Lopper-Südhanges in keiner Weise auf. Vielmehr schiebe diese einen «langgezogenen gläsernen Riegel vor den Berg und beeinträchtigt die heute prägnante Loppernase». Bereits die Materialwahl (Glas und wohl Beton) sei zu kritisieren. Dieser Bau drohe auch zum Beginn einer sukzessiven Verbauung des Lopper-Südufers zu werden.

«Architektonisch banal und bieder»
Auch die geplanten Luxus-Suiten am Hertenstein in Weggis kommen schlecht weg: Diese werden als «architektonisch äusserst banal und bieder und landschaftlich verheerend» eingestuft: «Die Türme erinnern an Ferienkatalogbauten, wie sie am Mittelmeer und an der Ostsee zahlreich sind. Sie entspringen einer architektonischen Beliebigkeit, die sich leider rund um den Vierwaldstättersee mit seiner unglaublichen Bauentwicklung seit den 60er-Jahren an vielen Orten niederschlug.»

Das unweigerliche Fazit daraus, das von der Stiftung gezogen: «Beide Grossprojekte sollten dringends von den Behörden zur grundlegenden Überarbeitung zurückgewiesen werden.» Es sei zu erinnern, dass beide Standorte innerhalb des nationalen Schutzgebietes «Vierwaldstättersee mit Kernwald, Bürgenstock und Rigi» (BLN Nr. 1606) liegen. «Hier wäre eine Intergation der Bauten in die sensible Landschaft und nicht eine banale Kontrastsetzung gefragt.» Vor dem Hintergrund der Bauvorhaben werde die Frage aufgeworfen, ob der Vierwaldstättersee seinen nationalen Schutzstatus überhaupt noch verdiene.

scd