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ZENTRALSCHWEIZ: Versicherer haben Schiedsrichter im Visier

Verletzt sich ein Schiedsrichter in der Freizeit während der Ausübung seines Hobbys, müssen oft die Arbeitgeber für die Heilungskosten aufkommen. Das soll sich nun ändern. Die Assekuranz will die Verbände in die Pflicht nehmen.
Thomas Heer
Ein Schiedsrichter verteilt die rote Karte. (Symbolbild) (Bild: Philipp Schmidli)

Ein Schiedsrichter verteilt die rote Karte. (Symbolbild) (Bild: Philipp Schmidli)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Es passierte vor wenigen Monaten bei einem Fussballspiel während eines Innerschweizer Derbys in der zweiten Liga. Der Schiedsrichter macht einen Misstritt und zieht sich dabei einen Kreuzbandriss zu. Obwohl er für das Arbitrieren von den beiden beteiligten Fussballvereinen je hälftig eine finanzielle Entschädigung erhielt, wurde die Nicht­be­rufs­unfallversicherung seines Arbeitgebers für die vollen Heilungskosten zur Kasse gebeten.

Der Kadermann eines Unfallversicherers weiss aus Erfahrung, dass dieser Umstand vielen Unternehmern sauer aufstösst. Er stellt daher eine rhetorische Frage: «Können Sie sich vorstellen, wie die Arbeitgeber dieses verunfallten Zweitligaschiedsrichters reagiert haben, als es dann um die Kostenfrage ging?»

Kosten steigen schnell in die Höhe

Hierzulande sind die Angestellten bei ihren Firmen zusätzlich auch gegen Nichtbetriebsunfälle versichert. Also auch Hunderte von Schiedsrichtern, die in den verschiedenen Sportarten landauf und landab Woche für Woche auf den Spielfeldern agieren.

Der Bruch eines Unterschenkelknochens kann rasch einmal Kosten in der Höhe von 50'000 Franken auslösen. Bei einem Kreuzbandriss, wie im eingangs beschriebenen Fall, kann es bis zu 80'000 Franken teuer werden. Darin enthalten sind sowohl die Aufwendungen für die Heilung als auch diejenigen für den ­un­­fall­bedingten Arbeitsausfall. Angesprochen auf diesen Sachverhalt, tönt es bei vielen wie aus der Pistole geschossen: «Dafür sind die Firmen ja versichert.» Das stimmt. Aber die Versicherungswirtschaft funktioniert auch nach den Regeln des Bonus-Malus-Systems. Das heisst, je mehr Leistung bezogen wird, desto teurer fallen künftige Prämien aus. Und das, so erklärt der eingangs erwähnte Kadermann, wollen viele Unternehmer im ­Bezug auf die verletzungsge­fährdeten Hobby-Schiedsrichter nicht mehr länger hinnehmen.

Was also ist zu tun? Die Versicherungswirtschaft zielt auf die Sportverbände. Diese sollen künftig für die Freizeitreferees den Versicherungsschutz übernehmen. Dazu die aktuelle Si­tuation in drei Sportarten. Beim Schweizerischen Fussballverband stehen Spitzenschiedsrichterinnen und -schiedsrichter auf der Lohnliste und sind dementsprechend versichert.

Eishockey-Verband ist nicht begeistert

Anders sieht es in den Amateurligen aus. In diesem Umfeld werden die Spielleiter je hälftig von den beteiligten Klubs honoriert. Die Unfallversicherung liegt somit in der Verantwortung der ­Referees selber. Bei Swiss Unihockey sind diejenigen Schiedsrichter versichert, die direkt vom Verband entschädigt werden. Das sind jene, die von der Zweiten bis hinauf zur höchsten Liga zum Einsatz kommen. Zusätzlich erhalten Unparteiische in fünf ­Junioren- und Juniorinnen-­Kategorien Versicherungsschutz durch den Verband.

Ähnlich wie im Fussball sind im Eishockey nur jene Schiedsrichter durch den Verband versichert, die im Hochleistungssport aktiv sind. Bei der Swiss Ice Hockey Federation ist Beat Kaufmann für das Schiedsrichter­wesen zuständig. Vom Ansinnen der Versicherer hält er nicht viel: «Der administrative Aufwand dafür ist zu gross. Das dürfte mehr kosten als die Versicherungsprämien selber.» Dem ­entgegnet der bereits zitierte ­Experte aus der Assekuranz: «Im Zeitalter hoch entwickelter EDV-Systeme ist das kein Problem.»

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