Zentralschweiz: Wenig Nachwuchs und Warten aufs Wartegeld

Am Sonntag ist der internationale Tag der Hebammen. Aus diesem Anlass, der seit 1991 jeweils am 5. Mai stattfindet, machten am Samstag Vertreterinnen der Sektion Zentralschweiz des Schweizerischen Hebammenverbandes mit einer Standaktion in Luzern auf sich aufmerksam.

Hans Graber
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Die Sektion Zentralschweiz wird zudem am 22. und 23. Mai den Schweizer Hebammenkongress im Luzerner KKL organisieren. Erwartet werden über 600 Hebammen. Die Sektion Zentralschweiz (LU, OW, NW, UR, ZG) zählt aktuell 226 Mitglieder, sowohl freiberufliche wie Spitalhebammen. 226 tönt nach viel, doch Carmen Zimmermann-Steiger (Kriens), welche die Sektion zusammen mit Karien Näpflin-Defloor (Buchrain) präsidiert, schränkt ein: «Zwei Drittel der Mütter werden nach der Niederkunft von Hebammen betreut, die älter als 50 sind.» Es fehlt also ausser in Ferienzeiten (noch) nicht an Hebammen, aber es droht ein Nachwuchsproblem. Ein Grund: Hebamme ist speziell für Freiberufliche nicht sehr attraktiv, trotz recht hoher Anforderungen (Matura und Studium mit Bachelorabschluss).

Nach wie vor ungelöst ist im Kanton Luzern die Wartegeld-Frage (Entschädigung für Bereitschaftsdienst). Luzern ist innerhalb der Sektion der einzige Kanton, der aus Spargründen knausert. Andernorts wird der nicht von der Krankenkasse getragene Pikettdienst durch Kantone und/oder Gemeinden abgegolten. Gespräche mit Gesundheitsdirektor Guido Graf blieben bislang ohne Ergebnis. Die Luzerner Regierung bewegte sich keinen Millimeter. In diesem Fall dürfte es die Hebammen auch nicht trösten, dass sie mit «Zangengeburten» vertraut sind.