Maximal 10 Personen an privaten Anlässen: Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren fordern vom Bund strengere Massnahmen

Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren zeigen sich beunruhigt. Die Zentralschweiz sei vom Coronavirus deutlich stärker betroffen als in der ersten Welle. Die Gesundheitsdirektoren fordern deshalb rasch einschneidende Massnahmen, um das Virus einzudämmen.

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Die Bronce-Skulptur des Schäfers mit Schafen von Rolf Brem auf dem Theaterplatz trägt ebenfalls eine Schutzmaske.

Die Bronce-Skulptur des Schäfers mit Schafen von Rolf Brem auf dem Theaterplatz trägt ebenfalls eine Schutzmaske.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2020)

(zfo/chi) «Die jetzige Lage macht es nötig, dass auf Bundesebene deutlich verschärfte Massnahmen angeordnet werden. Ansonsten droht ein Zusammenbruch des Contact Tracing sowie eine Überlastung des Gesundheitswesens», schreiben die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren (ZGDK) am Samstag in einer Mitteilung.

Der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister präsidiert die ZGDK. Er ergänzt: «Die Situation ist dringlich. Es ist wichtig, dass sich die Zentralschweizer Kantone absprechen und eine gemeinsame, kantonsübergreifende Haltung einnehmen.»

Maximal 5 Personen bei spontanen Treffen

Die ZGDK fordert den Bundesrat auf, rasch griffige Massnahmen zu treffen. Konkret wollen die Kantonsvertreter, dass bei Anlässen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum maximal 30 Personen zugelassen sind. Als Beispiel nennt Pfister hier ein Fussballspiel oder ein Konzert.

Bei privaten Veranstaltungen im Familien- oder Freundeskreis fordert die ZGDK eine Beschränkung auf 10 Personen. «Gerade bei privaten Anlässen kommt es zu auffällig vielen Infektionen, da dort der Abstand oftmals nicht eingehalten wird», führt Martin Pfister weiter aus. «Deshalb sind auch dort strenge Massnahmen angezeigt.»

Zudem sollen gemäss Pfister bei spontanen Treffen maximal 5 Personen zusammenkommen dürfen. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn man in einem Park zufällig befreundete Personen antreffe.

Auch im Amateursport brauche es strengere Regeln. Gänzlich untersagt werden sollten Chorproben und -konzerte; ebenso sind Tanzlokale und Clubs zu schliessen.

Entscheidungshoheit liegt bei Kantonsregierungen

Die ZGDK befürwortet zudem eine deutliche Ausdehnung der Maskenpflicht, etwa in Bildungseinrichtungen oder am Arbeitsplatz, falls der Abstand nicht eingehalten werden kann. Der Kanton Luzern hat eine solche am Samstag bereits eingeführt. Ob eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz demnächst auch in den anderen Kantonen eingeführt werde, habe man an der Sitzung nicht diskutiert, so Pfister.

Falls es auf Bundesebene nicht zu einheitlichen und umfassenden Massnahmen kommt, werden die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren entsprechende Massnahmen den jeweiligen Kantonsregierungen beantragen. «Letztlich entscheiden die Kantonsregierungen, nicht die Gesundheitsdirektoren, ob weitere Massnahmen in Kraft gesetzt werden oder nicht», so Pfister.

Es werde eine möglichst einheitliche Umsetzung innerhalb der Zentralschweiz angestrebt, wobei kantonale Unterschiede je nach epidemiologischer Lage zulässig seien. Da bei der Bekämpfung des Virus jeder Tag zähle, sollen die Kantone auch weiterhin unterschiedlich schnell zu schärferen Massnahmen greifen können.

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