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Zentralschweizer Hoteliers blicken auf Rekordsommer zurück

Aus dem In- und Ausland sind Touristen in diesem Sommer in die Zentralschweiz gepilgert – und haben der hiesigen Hotellerie spitzen Übernachtungszahlen beschert. Stärker zugelegt haben nur die Bündner.
Raphael Zemp
Die Tourismusregion Luzern und Vierwaldstättersee ist sehr beliebt - auch die Cabrio-Bahn auf das Stanserhorn. (Bild: Pius Amrein, 27. Juli 2018)

Die Tourismusregion Luzern und Vierwaldstättersee ist sehr beliebt - auch die Cabrio-Bahn auf das Stanserhorn. (Bild: Pius Amrein, 27. Juli 2018)

Freude am trockenen und heissen Sommer hatten nicht nur hiesige Wasserraten und Sonnenanbeter, sondern auch die Schweizer Hotellerie. 22 Millionen Übernachtungen hat sie in den Monaten Mai bis Oktober verzeichnet, wie die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Zunahme von über 3 Prozent.

Kräftig zugelegt hat dabei auch die Tourismusregion Luzern und Vierwaldstättersee, zu der die Kantone Luzern, Schwyz, Uri sowie Ob- und Nidwalden zählen. Um satte 5,3 Prozent ist hier die Anzahl Logiernächte gestiegen. Das ist der zweithöchste Zuwachs aller dreizehn Tourismusregionen der Schweiz. Warum jene Region, die am stärksten gewachsen ist, kaum als Vorbild für die Zentralschweiz dient, erklärt der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren im Interview.

Marcel Perren, Tourismusdirektor von Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 10. August 2017)

Marcel Perren, Tourismusdirektor von Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, 10. August 2017)

Marcel Perren, wie erklären Sie sich diese stolze Zunahme?

Es sind verschiedene Faktoren, die zu diesem sehr erfreulichen Resultat geführt haben. Zum einen haben wir in unserer Region seit jeher einen guten Gästemix.

«Nebst Touristen aus dem Ausland machen auch viele Schweizer hier Ferien.»

Ihre Anzahl hat sogar überproportional zugenommen. Das mag auch mit dem zweiten Faktor zusammenhangen: Das gute Wetter in diesem Sommer. Zu den guten Übernachtungszahlen beigetragen haben auch die vielen Anlässe, die in der Region durchgeführt werden. Und was sicher auch zu diesem starken Wachstum beigetragen hat, ist die Eröffnung des Bürgenstock Resorts.

Am stärksten zugelegt hat in diesem Jahr allerdings die Tourismusregion Graubünden (+ 5,6 Prozent). Was kann sich die hiesige Tourismusbranche von den Bündnern noch abschauen?

Wir schauen uns immer an, was andere machen. Dass die Bündner nun ein starkes Wachstum verzeichnen, ist ein erfreuliches Zeichen. Die Zunahme erfolgt aber nach Jahren, in denen die Tourismusregion Graubünden wie auch die Bergregionen Wallis und Tessin sehr grosse Rückgänge in Kauf haben nehmen müssen. Wir hingegen haben auf sehr hohem Niveau noch zulegen können.

Schweizweit gesehen, nächtigen hierzulande immer mehr US-Touristen. Gegenüber dem Vorjahr hat ihr Anteil um über 11 Prozent zugenommen. Aber auch Chinesen und Inder legen tüchtig zu. Zeigt sich in Luzern dasselbe Bild?

Ja. Übernachtungen von US-Touristen haben in unserer Region sogar noch stärker zugenommen. Um über 15 Prozent – von Januar bis Oktober. Zudem haben zwar auch bei uns in diesem Jahr mehr Chinesen übernachtet, die Zunahme fällt aber nicht so hoch aus wie in der Restschweiz. Auch weil ihr Marktanteil in keiner anderen Region so gross ist wie bei uns.

Anders sieht es bei den Japanern aus. Ihr Interesse an Bergen, Seen und Schokolade scheint nachgelassen zu haben. Das zumindest suggerieren die aktuellsten Zahlen: Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Anzahl Logiernächte schweizweit um fast 10 Prozent eingebrochen. Gilt das auch für Luzern?

Der japanische Markt bereitet uns tatsächlich schon seit längerer Zeit Sorgen. Dieser Rückgang ist leider kein kurzfristiger Knick nach unten, sondern viel mehr eine seit Jahren andauernde Entwicklung. Woran das liegt, ist schwierig einzuschätzen und hat auch mit wirtschaftlichen Faktoren zu tun.

«Japanische Gäste sind in unserer Region bloss noch für ein Prozent aller Übernachtungen verantwortlich.»

Viele andere asiatische Märkte wie China, Indien aber auch Korea haben den Japanern längst den Rang abgelaufen.

In der Zentralschweiz haben die Sommer-Logiernächte in den letzten zehn Jahren um fast 20 Prozent zugenommen (siehe Grafik). Wer hat von diesem Wachstum besonders profitiert?

Zugelegt haben alle fünf Kantone unserer Tourismusregion. Dabei ist die Stadt Luzern die Treiberin dieser Entwicklung und hat auch den grössten Anteil am Wachstum. Für Dynamik haben aber auch das neue Ressort in Andermatt gesorgt und nicht zuletzt der Hotelkomplex auf dem Bürgenstock. Man nimmt uns im Ausland als starke, eigenständige Marke wahr. Wichtige Wachstumsmärkte haben wir früh besetzt. Deshalb schneiden wir auch in internationalen Rankings regelmässig sehr gut ab.

Gibt es auch Verlierer?

Meines Wissens nicht. Die gesamte Region hat leicht zulegen können. Eine solch starke Zunahme in nur zehn Jahren wäre sonst gar nicht möglich.

Wird es nun im selben Stil weitergehen und eine Erfolgsmeldung die nächste jagen?

Wir rechnen auch im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 2,5 bis 3 Prozent. Während die Hotellerie in der Stadt Luzern gerade im Sommer zu über 90 Prozent ausgelastet ist, besteht dort immerhin noch im Wintergeschäft noch ein gewisses Wachstumspotenzial. Daneben erwarte ich aber, dass ein Grossteil des Anstiegs an Übernachtungen auch auf die Region fallen wird.

Wo liegt die Obergrenze?

Wir verfolgen eine Qualitätsstrategie und streben keine bestimmte Obergrenze an. Viel mehr wollen wir vor allem die Zeiten noch besser auslasten, wo wir freie Kapazitäten haben, etwa während der Wintermonate in der Stadt. Zudem versuchen wir unsere Gäste dazu zu motivieren, länger in der Region zu bleiben. Das bedeutet für alle am Tourismus Beteiligten eine zusätzliche Wertschöpfung

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