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Zentralschweizer Jassmeisterschaft: Schwyzer Jasser trumpfen erneut

Die 13. Ausgabe der Zentralschweizer Jassmeisterschaft ist Geschichte. Unter den ersten drei sind zwei Jasserinnen. Der Sieg geht an Josef Krienbühl aus Sattel.

Roger Rüegger
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Finaltag in Hochdorf. Wer hat die besten Karten? Im Kulturzentrum Braui haben am Samstagnachmittag die besten Jasserinnen und Jasser der Zentralschweiz um die Krone gespielt. Für das Endspiel qualifizierten sich 184 Jasser, davon 58 Frauen. Im Vorjahr spielten 171 Personen um die Krone.

Draussen war es bereits dunkel, als Hansjörg Kaegi, Organisator der 13. Ausgabe der Zentralschweizer Jassmeisterschaft der «Luzerner Zeitung» und ihren Regionalausgaben den Sieger bekannt gab: Josef Krienbühl aus Sattel erreichte 4330 Punkte. Zweite wurde Irma Späni aus Rothenthurm (4265). Wie im letzten Jahr war der Sieger ein Schwyzer. Die beiden haben eine einfache Erklärung für ihren Triumph. «Wir hatten einen guten Lehrmeister. In unserer Freizeit jassen wir oft mit dem zweifachen Jasskönig Beat Betschart aus Muotathal», sagte Späni.

Sieger Josef Krienbühl (Mitte), die Zweitplatzierte Irma Späni (rechts) und die Drittplatzierte Margrit Bucher (links).

Sieger Josef Krienbühl (Mitte), die Zweitplatzierte Irma Späni (rechts) und die Drittplatzierte Margrit Bucher (links). 

Bild: Roger Rüegger, (Hochdorf, 14. Dezember 2019)

«Manchmal passen die Karten der anderen besser»

Man hatte zwar den Eindruck, dass es allenthalben an Kartenglück fehlt. «Heute läufts nicht», war oft zu hören. Dennoch waren die meisten Jasser entspannt. Wenn das Gegenüber nicht die richtige Karte spielte, war das eben so. «Jetzt sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen», sagte etwa Hans Bühlmann zu Beginn zu seiner Partnerin Margrit Bucher. Die beiden spielten knapp über 50 Punkte ein – bei eigener Ansage. Im nächsten Durchgang konterten sie im selben Umfang. Ihre Gegner Toni Aschwanden und Seppi Anzi nahmen es sportlich. «Wir haben Freude wenn die Karten passen. Manchmal passt es halt den anderen besser» so Anzi.

Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
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Sie jassten den ganzen Nachmittag lang.
Die LZ-Jassmeisterschaft ist beliebt.
Die Teilnehmer sind konzentriert mit dabei.
Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
Jung und Alt, Frau und Mann - alle waren vertreten.
Final der Zentralschweizer Jassmeisterschaft in der Braui Hochdorf. Bild: Corinne Glanzmann (Hochdorf, 14. Dezember 2019)
Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
Jassen löst auch immer wieder Diskussionen aus.
Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
Zufrieden mit dem Blatt?
Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf.
Sieger Josef Krienbühl (Mitte), die Zweitplatzierte Irma Späni (rechts) und die Drittplatzierte Margrit Bucher (links).

Die besten Jasser der Zentralschweiz massen sich am Samstag in der Braui in Hochdorf. 

Corinne Glanzmann, Hochdorf, 14. Dezember 2019

Er und Aschwanden schrieben lediglich 800 Punkte in der ersten Passe. Margrit Bucher demnach über 1000. Am Schluss wurde die Sempacherin dritte.

Diskutieren gehört zum Jassen

Ohnehin ist die Jassmeisterschaft mehr oder weniger ein Treffen von Freunden und Bekannten. Edi Eichenberger aus Willisau ist ebenso Stammgast wie Hans-Peter Baumgartner aus Malters oder eben Beat Betschart. Sie alle mussten sich mit einem mässigen Punktetotal zufrieden geben. «Macht nichts. Es müssen nicht immer dieselben gewinnen», sagte Betschart.

Natürlich waren auch Jasser am Start, die wenig Freude haben, wenn sie nicht punkten und kein Verständnis über Fehler der anderen zeigen. «Schlechter kann man nicht spielen. Sticht der einen Ober mit dem Trumpf-Buur», schimpfte einer im Foyer. Er nahm immerhin noch einen Teil der Schuld auf sich: «Gut, ich hab auch keine Karten gezogen.» Diskutiert wurde eifrig, das gehört zum Jassen. In der zweiten Hälfte zeigte sich dann bereits, wer nichts zu bestellen hat. Toni Aschwanden lachte, als wir nach seinem Punktestand fragten. «Tendenz steigend. 814 Punkte.» Die gute Laune liess er sich davon nicht verderben, auch wenn die Sache für ihn damit gelaufen ist.

Das Ehepaar Seppi und Heidi Erni aus Sempach spielte ebenfalls keine Rolle. Zumindest nicht am Jasstisch. Heidi erlangte ein Punktetotal von 3465. Sie lacht und hat dennoch Grund zum Feiern. Die Sempacherin wurde am Samstag 68. Wir gratulieren. Dieses Jahr haben in 19 Vorausscheidungen 1847 Männer und Frauen mitgespielt. Im letzten Jahr nahmen an 18 Ausscheidungsturnieren 1714 Jasser teil. Hansjörg Kaegi denkt laut darüber nach, die nächste Austragung noch etwas auszubauen. «Es ist eine Überlegung wert, im Freiamt ein Qualifikationsturnier durchzuführen. Die Region ist unter den Jassern gut vertreten. Und die ebenfalls zahlreichen Leute aus dem Seetal hätten dabei eine kurze Anreise», so der Jasschef.

Hinweis: Die Rangliste vom Finale. Alle Ranglisten der Vorrunde finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/jassen