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Zentralschweizer Passagiere müssen Essen für die Zugfahrt selber mitnehmen

159 Speisewagen – 52 mehr als bisher. Die SBB rüsten ihre Flotte auf. In der Zentralschweiz wird man davon wenig merken. Immerhin: Mittelfristig soll das Gastro-Angebot zumindest auf einer Linie aufgewertet werden.
Christian Glaus
Die Speisewagen für die neuen Doppelstockzüge der SBB werden ab dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember schrittweise eingeführt. Die Zentralschweiz profitiert davon aber nur am Rande. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Luzern, 21. August 2018))

Die Speisewagen für die neuen Doppelstockzüge der SBB werden ab dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember schrittweise eingeführt. Die Zentralschweiz profitiert davon aber nur am Rande. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Luzern, 21. August 2018))

Die SBB wollen gegenüber anderen Verkehrsmitteln konkurrenzfähig bleiben. Damit begründeten sie letzte Woche an einer Medienkonferenz den Ausbau ihrer Speisewagen-Flotte (Ausgabe vom 22. August). Künftig werden 159 Züge mit Restaurant, welches Platz für 30 Gäste bietet, auf dem Schweizer Schienennetz verkehren. Das sind 52 mehr als heute. Die neuen Speisewagen in den Doppelstockzügen sowie das Cateringkonzept der SBB-Tochter Elvetino stiessen vielerorts auf Begeisterung. Aus zentralschweizer Sicht macht sich jedoch Enttäuschung breit.

Ein Restaurant im Zug – dieser Service erreicht die Zentralschweiz nur am Rande. Einzig auf der Nord-Süd-Achse (Zürich-Zug-Tessin und Basel-Luzern-Tessin) verkehren Züge mit Speisewagen. Damit bleibt es trotz Vergrösserung der Speisewagen-Flotte beim Status quo. Wie die SBB an der Medienkonferenz von letzter Woche erklärten, soll bis 2021 fast jeder Intercity oder Eurocity einen Speisewagen führen. Wo dies nicht der Fall ist, werden in der 1. Klasse Speisen und Getränke an den Platz geliefert. Ausschlaggebend für die Entscheidung, ob ein Zug mit oder ohne Restaurant verkehrt, sei einzig der Zugstyp, so SBB-Mediensprecher Oli Dischoe. Weitere Kriterien wie Passagieraufkommen oder Fahrzeit würden keine Rolle spielen. Es könne aber vorkommen, dass vereinzelt auch Interregio-Züge mit Speisewagen verkehren – je nach Disposition des Rollmaterials.

Take-away als Konkurrenz für Speisewagen

Die SBB weisen darauf hin, dass das Einkaufsangebot an den Bahnhöfen fortlaufend ausgebaut werde. Dort können sich die Passagiere vor dem Einsteigen mit Lebensmitteln eindecken – und machen das offenbar auch zunehmend. «Es ist eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die rollende Bahngastronomie», so Mediensprecher Daniele Pallecchi. Pikant: Von dieser Konkurrenz profitieren auch die SBB – durch die Vermietung der entsprechenden Lokale in den Bahnhöfen.

Die Kundenorganisation Pro Bahn Zentralschweiz bedauert, dass unsere Region vom Ausbau der Speisewagenflotte nicht profitiert. Präsidentin Karin Blättler: «Zumindest auf der Strecke Luzern-Genf wäre ein Speisewagen aufgrund der langen Fahrzeit zwingend.» Aktuell gibt es dort eine Art stationäre Minibar. Mittelfristig wird gemäss SBB auf dieser Linie eine «Aufwertung des Gastronomieangebots» geprüft. Kaum ein Bedürfnis ist laut Blättler hingegen ein Speisewagen auf der Strecke Luzern-Zürich: «Aufgrund der kurzen Fahrzeit und der Überlastung der Züge ist hier die Kapazität höher zu gewichten.»

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