ZHB: Kopfschütteln in Bern

Geht es nach dem Luzerner Kantonsrat, soll die Zentralbibliothek abgerissen werden. Jetzt platzt dem Bund in dieser Sache der Kragen.

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Die Zentral- und Hochschulbibliothek soll saniert werden. (Bild: Manuela Jans /Neue LZ)

Die Zentral- und Hochschulbibliothek soll saniert werden. (Bild: Manuela Jans /Neue LZ)

«Wir bedauern das zutiefst», sagt Ivo Zemp von der Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege des Bundesamts für Kultur. Er meint den Entscheid des Luzerner Kantonsrats, auf einen Umbau der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) zu verzichten und stattdessen auf einen Neubau zu setzen. «Das zeugt von fehlendem historischem Bewusstsein der Nachkriegszeit-Architektur gegenüber und ist nicht nachvollziehbar», so Zemp. Bei der ZHB handle es sich um ein in zwei Bundesinventaren als unbedingt schützenswert eingestuftes Baudenkmal von nationaler Bedeutung. «Der kulturhistorische Wert bewegt sich auf vergleichbarem Niveau wie etwa derjenige der Hof- oder der Franziskanerkirche», sagt Zemp.

Dass die ZHB nie vorsorglich unter Schutz gestellt wurde, stimmt Zemp nachdenklich. Auch erstaunt ihn, dass die kantonale Denkmalpflege in der aktuellen Debatte nicht vehementer interveniert hat. Weshalb wurde die ZHB vom Kanton dann nicht schon längstens unter Denkmalschutz gestellt? «Wir gingen bisher davon aus, dass das Gebäude nicht gefährdet ist und mit dem Umbau eine gute Lösung gefunden werden konnte», sagt Cony Grünenfelder, Denkmalpflegerin des Kantons Luzern. Die plötzliche Kehrtwende des Parlaments sei nicht erwartbar gewesen. Bis jetzt habe man im Kanton Objekte nicht vorsorglich unter Denkmalschutz gestellt. Grünenfelder: «Nun müssen wir uns ernsthaft überlegen, diese Praxis zu ändern.»

Dave Schläpfer/Neue Luzerner Zeitung

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