Zig Einbrüche verübt und Raststätte in Inwil überfallen: Kriminaltourist kassiert Freiheitsstrafe von fünf Jahren

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Profieinbrecher verurteilt. Der 55-Jährige ist ein Wiederholungstäter.

Evelyne Fischer
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  • 13 Einbrüche in den Kantonen St. Gallen, Solothurn, Aargau, Luzern und Schwyz.
  • Diebesbeute im Wert von über 51'000 Franken.
  • Sachschaden in der Höhe von knapp 128'000 Franken.

Das ist der zweifelhafte Palmarès jenes Rumänen, den das Luzerner Kriminalgericht nun rechtskräftig verurteilt hat. Unter anderem wegen Raubes, gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfachen Hausfriedensbruchs und rechtswidrigen Aufenthalts in der Schweiz, wie das am Karfreitag publizierte Urteil zeigt.

Der heute 55-Jährige, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, kassiert eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren, davon hat er bereits knapp drei Jahre abgesessen. Zudem wird der Rumäne für zwölf Jahre des Landes verwiesen. Seine kriminelle Laufbahn dürfte er schon vor Jahren begonnen haben: In der Schweiz sowie in Deutschland, Österreich und Rumänien ist der Mann bereits verurteilt worden. Und schon 2006 erliess das damalige Bundesamt für Migration eine Einreisesperre auf unbestimmte Dauer.

Mit Diebesgut den Lebensunterhalt bestritten

Die dem Beschuldigten nun vorgeworfenen Taten ereigneten sich im Zeitraum von April 2015 bis zu seiner Festnahme im Kanton St. Gallen im Juni 2017. Mit dem Diebesgut – unter anderem Bargeld, Schmuck und elektronische Geräte – hat der Mann laut Urteil seinen Lebensunterhalt finanziert. Der gelernte Tischler ohne geregelte Erwerbstätigkeit sei ein «effektiver Kriminaltourist».

Zugeschlagen hat der Beschuldigte meist in Büro- und Gewerbegebäuden. Nachts, wenn sich darin niemand aufhielt. Anders beim Raubüberfall auf die Raststätte St. Katharina Süd in Inwil. Hier betrat er in einer Mainacht 2017 den Tankstellenshop, rund zwei Monate nach der Eröffnung der neuen Anlage. Er hatte sich mit einem Camouflage-Hut und einer Gesichtsmaske getarnt und sich hellblaue Gummihandschuhe übergestreift.

In eineinhalb Minuten Tankstellenshop überfallen

Die ungeladene Pistole in der rechten Hand, näherte sich der Rumäne im Tankstellenshop der Staub saugenden Verkäuferin, verlangte Bargeld und Zigarillos. Eineinhalb Minuten später war der Spuk vorbei. Die Angestellte blieb unverletzt. Der Beschuldigte flüchtete zu Fuss an die Reuss, wo er ein zuvor gestohlenes Velo deponiert hatte.

Die Luzerner Richter erledigten den Fall des Kriminaltouristen im abgekürzten Verfahren. Dies ist unter anderem dann möglich, wenn der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Taten eingesteht und die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als fünf Jahren verlangt.

Die Verfahrenskosten, die der Beschuldigte zu tragen hat, belaufen sich auf knapp 17'000 Franken. Zahlreiche Privatkläger haben Schadenersatz gefordert, darunter auch die bedrohte Verkäuferin des Tankstellenshops. Sie soll vom Beschuldigten zudem eine Genugtuung von 5000 Franken erhalten.

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