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ZIRKUS: Sie stellen die Kapellbrücke in den Schatten

Das Akrobaten-Duo Shcherbak Popov tourt mit dem Circus Knie durch die Schweiz. Gestern sorgte es in Luzern für Aufsehen.
Christian Glaus
Die ukrainischen Akrobaten Nikolay Shcherbak (29, oben) und Sergey Popov (30), die mit dem Circus Knie auf Tournee sind, zogen gestern in Luzern die Blicke auf sich. (Bild Nadia Schärli)

Die ukrainischen Akrobaten Nikolay Shcherbak (29, oben) und Sergey Popov (30), die mit dem Circus Knie auf Tournee sind, zogen gestern in Luzern die Blicke auf sich. (Bild Nadia Schärli)

Noch schreit das kleine Kind eines Touristenpaars unzufrieden in seinem Buggy vor der St.-Peters-Kapelle in Luzern. Doch das Schreien wird ihm schnell vergehen. Unangekündigt tauchen die ukrainischen Akrobaten Nikolay Shcherbak (29) und Sergey Popov (30) auf dem Rosengart-Platz vor der Kapellbrücke auf – begleitet von Iryna (23) und Jana (27) vom Circus-Theater Bingo. Die vier ziehen schnell alle Blicke auf sich. Die Kameras der Touristen schwenken von der Kapellbrücke zu den Artisten.

Das Publikum ist beeindruckt

Gut gelaunt präsentiert sich das Duo Shcherbak Popov den staunenden Zuschauern. Nach einer kurzen Absprache mit seinem Partner schwebt Nikolay Shcherbak bereits in der Luft. Mühelos wirkt es, wie er im Handstand von Sergey Popov in die Luft gestemmt wird. Wie selbstverständlich lassen sie eine Hand los, Shcherbak wird also nur noch von einer Hand in der Luft gehalten. «Aah» und «ooh» tönt es aus dem Publikum.

Was Shcherbak Popov gestern Vormittag vor der Kapellbrücke zeigten, ist Teil ihres Programms, das sie derzeit im Circus Knie aufführen. Die Tournee startete am 17. März und endet am 20. November in Lugano. Shcherbak Popov arbeiten seit 16 Jahren zusammen – also mehr als ihr halbes Leben. Angefangen haben sie als Sportakrobaten, und sie gewannen zahlreiche Titel. 2005 und 2007 wurden sie Europameister, 2006 und 2008 sogar Weltmeister. Seit 2010 treten sie regelmässig in Varietés und Theatern auf, so etwa 2015 im Moulin Rouge in Paris.

Die erste Tournee im Zirkus

Im Circus Knie erleben die Ukrainer eine Premiere: Erstmals sind sie mit einem Saison-Zirkus auf Tournee, wie Sergey Popov erklärt. «Wir wohnen, wie die anderen Artisten auch, in einem Wohnwagen.» Das Zirkusleben gefalle ihm. «Auf der Tournee sieht man viele verschiedene Städte. Man hat viel mehr Abwechslung, als wenn man an einem festen Ort wohnt. So wird uns nie langweilig.» Viel Freizeit bleibt den Akrobaten allerdings nicht. Nur wenn tagsüber keine Vorstellungen sind oder an spielfreien Tagen können sie die Tourneeorte erkunden. In Luzern haben sie bisher den Pilatus gesehen. «Ein sehr schöner Berg. Waren Sie auch schon dort? Da müssen sie unbedingt mal hingehen!», platzt es aus Popov heraus.

Die Darbietungen in der Manege seien schwieriger als auf einer richtigen Bühne, sagt Nikolay Shcherbak. «Im Theater haben wir immer einen festen Untergrund. Beim weichen Zirkusboden muss man sich viel mehr konzentrieren.» Derzeit ist der 29-Jährige auch etwas angeschlagen. Sein Rücken schmerzt. Davon lässt er sich allerdings nichts anmerken. «Ich mache Physiotherapie und nehme, wenn nötig, Schmerzmittel», erzählt Shcherbak. Wahrscheinlich gehört auch ein gewisser Stolz dazu, trotz Schmerzen aufzutreten – auch wenn das der Akrobat so nicht sagen will.

Für Shcherbak Popov geht die Arbeit also Akrobaten auch nach der Tournee mit dem Circus Knie weiter. Schon jetzt haben sie Verträge für Auftritte in Deutschland und im Moulin Rouge in Paris. Auf der Bühne zu stehen – das ist ihr Leben, erzählt Sergey Popov: «Wir können unser Hobby mit der Arbeit verbinden. Was gibt es Schöneres?»

Christian Glaus

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