ZOFINGEN: Bald beginnt der Heitere zu beben

Nächste Woche ist auf dem Zofinger Hausberg Heitere sechs Tage lang Open-Air-Atmosphäre angesagt. Wer Weltstars wie Brian Adams oder Supertramp-Sänger Roger Hodgson hören will, muss sich sputen.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen
Der Luzerner Kunz rockt den Heiternplatz. (Bild: Dominik Kiser (Zofingen, 12. August 2016))

Der Luzerner Kunz rockt den Heiternplatz. (Bild: Dominik Kiser (Zofingen, 12. August 2016))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Wer am Heitere Open Air dabei sein will, muss auf Zack sein: Die Tickets fürs Festivalwochenende sind meist lange im Voraus ausverkauft. Die 27. Austragung vom 11. bis 13. August macht da keine Ausnahme. Weder Dreitagespässe noch Tageskarten sind mehr erhältlich. «Wie in den letzten Jahren ist der Vorverkauf für das Wochenende super gelaufen», sagt Heitere-Chef Christoph Bill.

In Zahlen ausgedrückt heisst dies: Von Freitag bis Sonntag strömen 36 000 Besucher auf den Zofinger Hausberg. Das Programm am Wochenende ist gemischt mit Schweizer Künstlern wie Züri West, der Obwaldnerin Ishantu oder dem aus «The Voice of Germany» bekannt gewordenen Marc Amacher. Internationale Top-Acts sind der Rapper Wiz Kalifa, Silbermond, Vintage Trouble oder Andreas Bourani.

«Wir sind das Festival der Zentralschweizer»

Einen Grossteil der Heitere-Fans bilden die Luzerner. «Wir sind auch das Festival der Zentralschweizer», sagt Heitere-Chef Christoph Bill. «Die Leute aus der Luzerner Landschaft sind für unser Festival sehr wichtig. Sehr viele unserer Gäste sind in der Region zwischen Luzern und Zofingen zu Hause.»

Dies wird auch auf dem Zeltplatz ersichtlich, der ausserhalb des Festivalgeländes aufgebaut wird und immer durch ausgefallene Zeltaufbauten und Vorgärten beeindruckt. So baut jedes Jahr eine Gruppe junger Leute ein riesiges weisses Zelt an derselben Stelle auf und kennzeichnet den Standort als Luzerner Bushaltestelle. Viele Leute machen Campingferien auf dem Heitere, obwohl sie locker nach Hause fahren könnten.

Festivalchef: «Fokus liegt auf Qualität und Erlebnis»

Das Heitere Open Air wurde im letzten Jahr von der SRF-3-Jury zum besten Schweizer Festival gekürt. Bill: «Das freut uns noch immer riesig und zeigt, dass sich die Besucher auf dem Heitere wohlfühlen und die Künstler ebenso. Auch in Zukunft ist das unser oberstes Ziel.» Der Fokus liege weiterhin auf der Qualität und dem Eventerlebnis, und es würden auch künftig nicht mehr Tickets verkauft, obwohl das vom Platz her noch drinliegen würde.

Obwohl das eigentliche Festivalwochenende ausverkauft ist, haben Kurzentschlossene doch noch die Möglichkeit, Open-Air-Atmosphäre auf dem Heiternplatz zu besuchen: Ab Dienstag läuft die Party. Am Super Tuesday treten der kanadische Weltstar Bryan Adams und der Aargauer Seven auf. Laut Bill ist man mit dem Vorverkauf gut unterwegs. 90 Prozent der Tickets seien für diesen Abend weg, wobei die Kapazität von Dienstag bis Donnerstag bewusst auf 8000 Personen begrenzt ist. Für die Magic Night am Mittwoch sind noch etwas mehr Tickets erhältlich. Stars an diesem Abend sind Toto, die mit «Africa» oder «Rosanna» weltweit bekannt wurden, sowie Roger Hodgson (Stimme der legendären Supertramp). Den Auftakt machen die Schweizer Stiller Has (18 Uhr) und Phi­lipp Fankhauser.

Der Donnerstag gehört traditionsgemäss den Freunden der eher fröhlicheren Musik. Um 17 Uhr wird das 18. Volksschlager-Open-Air eröffnet. Die 8000 Tickets sind inzwischen alle weg. Damit bleibt die Abendkasse zum sechsten Mal in Folge geschlossen, wie Organisator Rosario Galliker von Galfri Catering & Events, Beromünster, mitteilt. Gallikers Idee, jeweils ein ausgeglichenes Programm zusammenzustellen, bewährt sich seit Jahren. Auf der Bühne stehen die Schwyzerin Beatrice Egli, die Berner Calimeros, der Nidwaldner Dr Eidgenoss oder der aus 11 Männern bestehende Chor Heimweh, dem aktuell sieben Zentralschweizer angehören.

Die ganz grossen Namen finden den Weg ans Volksschlager aber kaum. Rosario Galliker: «Bei Onlinebefragungen, die wir jeweils nach dem Anlass durchführen, stellen unsere Besucher immer wieder die Frage nach Superstars wie Andrea Berg, Andreas Gabalier oder Helene Fischer. Solche Künstler füllen inzwischen Stadien mit mehreren 10 000 Besuchern und lassen sich nicht mehr für das Heitere engagieren.» Trotzdem: Das Bodenständige zieht. Galliker setzt erfolgreich auf einen ausgewogenen Mix. Zudem ist Moderator Sascha Ruefer bei vielen im Publikum genauso begehrt wie die Künstler. Und dass er gar singen kann, bewies Ruefer schon häufiger.

Hinweis Das vollständige Programm finden Sie auf www.heitere.ch