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ZOFINGEN: «Luzerner sind die treuesten Heitere-Camper»

Das Bühnenprogramm des Heitere Open Air ist für viele in der Zeltstadt Nebensache. Vielmehr feiern sich die Zeltler selbst.
Roger Rüegger
Die Besucher richten sich am Heitere Open Air in Zofingen ein: Diese Gruppe aus Luzern errichtet gar eine Aussichtsplattform. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Besucher richten sich am Heitere Open Air in Zofingen ein: Diese Gruppe aus Luzern errichtet gar eine Aussichtsplattform. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Zeltplatz am Heitere Open Air ist offiziell am Mittwochnachmittag, Punkt 14 Uhr, eröffnet worden. Bei unserem Eintreffen um 14.20 Uhr ist aber bereits ein Grossteil des Geländes von Zelten belegt. Eifrig rammen die einen Holzpflöcke in den Boden, befestigen mit Akkuschraubern Plakate oder zurren Blachen an einer Aussichtsplattform fest. Die anderen stecken Zeltstangen ineinander oder schmücken das temporäre Heim mit Blumen oder Lampions.

Viele Stammgäste

Rund 2800 Zelte werden gemäss Schätzung von Zeltplatzchef Ruedi Hunziker jeweils aufgebaut. Vom Zweierzelt über ein Kommandozelt der Armee bis hin zu richtiggehenden Festzelten trifft man alles an. «Die erfinden immer neuere und speziellere Konstruktionen. Die Ideen sind unendlich», erklärt Hunziker beim Rundgang über das grosse Areal oberhalb Zofingens.

Viele Camper sind Stammgäste – und ein Grossteil reist aus dem Kanton Luzern an. «Ich meine, dass die Luzerner die treuesten Heitere-Camper und -Besucher sind. Einige sind hier seit dem ersten Open Air vor 23 Jahren und andere sicher, seit zum ersten Mal Zelte aufgestellt werden dürfen.»

Seit Jahren schlägt das Team Heitere sein Zelt immer, «wenn man hochkommt, links» auf. Der Aufwand, den die knapp 30 Leute betreiben, ist gross. Thommy, ein 40-jähriger Littauer, der seit sieben Jahren dabei ist, verlegt bei unserem Besuch Stromkabel in der Erde. «Mach es mit Stil, oder lass es bleiben», sagt er. Neun Monitore haben die Frauen und Männer in und vor ihrem weissen Partyzelt montiert. Ausserdem haben sie einen Kühlschrank, Kochgeräte, eine Kaffeemaschine, ein funktionierendes rotes Festnetztelefon mit Drehscheibe und, und, und ...

600 Liter Bier und ein Beamer

In ihrem Zelt herrscht jeweils während 24 Stunden Betrieb. Dieses Jahr haben sie neben den üblichen Monitoren auch einen Beamer mitgenommen. Darauf wollen sie den FCL-Match schauen. «Wobei dieser am Sonntag stattfindet und man vielleicht bereits wieder ans Abbauen denken sollte», sinniert Thommy. Aber bis dahin sei noch viel Zeit und ebenso viel Bier einer Luzerner Marke, welches getrunken werden will. 600 Liter hätten sie dabei. Genau so viel wie im Vorjahr. Wobei es damals nicht bis zum Schluss gereicht habe, wie ein Kollege Thommys beiläufig erwähnt.

Solche Geschichten zeigen, dass sich die Bewohner der Zeltstadt gerne selber feiern. Aber das Programm wollen sie sich dennoch nicht entgehen lassen, obwohl dieses für manche zweitrangig ist. Aber Thommy und seine Kollegen sind mit Dreitagespässen ausgestattet. «Wir gehen immer aufs Festgelände und sehen uns die Künstler an», sagt er.

Auch am Heitere gibt es Grenzen

Eine andere Truppe hat sich in der Nähe des Festivaleingangs niedergelassen. Zwischen kleineren Zelten haben sie eine stabile, rund vier Meter hohe Konstruktion aus Kanthölzern und Brettern errichtet. «Das ist unsere Aussichtsplattform», sagt Mike, ein 30-jähriger Luzerner. Die Idee hatte die Gruppe, der auch Berner, Aargauer und Solothurner angehören, schon länger. «Dass man hier solche Sachen toleriert, ist schon klasse», sagt Bolli (28) aus dem Emmental. Man schätze es, dass in Zo-fingen Dinge erlaubt seien, die bei anderen Festivals undenkbar seien.

Allerdings gibt es auch auf dem Heitere Grenzen. Diese hat die Gruppe im letzten Jahr überschritten. «Wir errichteten einen Pool. Aus Sicherheitsgründen mussten wir den wieder abbrechen», sagt Bolli. Nüchtern betrachtet habe dies Sinn gemacht, sagt der Berner.

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