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«Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen»

Am Montagabend beim Gnagi essen (von links): Gnagi-Herold Charlie Bösch, Stadtpräsident Stefan Roth und Schatzmeister Hans Pfister. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue LZ))

Am Montagabend beim Gnagi essen (von links): Gnagi-Herold Charlie Bösch, Stadtpräsident Stefan Roth und Schatzmeister Hans Pfister. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue LZ))

Huerenaff, vermaledeiter! Da schrieben wir im Vorfeld in unserer Zeitung vom bevorstehenden Eklat beim vorfasnächtlichen Männer-Gnagi-Essen (Ausgabe vom 2. Februar)! Und was passiert? Gar nichts! Der Anlass am Montagabend im Casino Luzern verlief gesittet oder zumindest so gesittet, wie das möglich ist, wenn 480 gestandene Männer gekochte Schweinsfüsse vertilgen, Wein und Bier trinken und sich teils anzügliche Witze vom Podium anhören.

Urs Liechti, zurückgetretener Gnagi-Landschryber, machte nochmals klar, dass für ihn eine Nachfolge des 2014 verstorbenen legendären Gnagi-Vaters Ruedi Bürgi nicht in Frage komme. Das Gnagi-Essen sei ihm über all die Jahre immer «schwär of em Mage gläge». Sein jahrelanges Mitmachen sei ein Freundschaftsdienst für Ruedi Bürgi gewesen; mit dessen Tod werde dieser nun hinfällig. Der klammheimlich vorbereitete Antrag, Liechti per Akklamation dennoch ins Amt zu hieven, wurde deshalb ebenso klammheimlich zurückgezogen.

Nun denn: Im Vorstand der 1921 gegründeten Gnagi-Zunft verbleiben vorläufig nur Schatzmeister Hans Pfister und Herold Charlie Bösch. Ein Hauch von Trauer und Wehmut lag über dem grossen Vorstandstisch, auf dem lediglich eine einzelne rote Rose an «Blumen-Bürgi» erinnerte. Wie die Zukunft des Anlasses aussieht und ob und wann ein neuer Gnagi-Vater erkoren wird dazu wollte Pfister gestern auch auf wiederholte Nachfrage nichts sagen.

Einen wunderbaren Nachruf auf seinen Freund, den «Blumenmann mit Herz» Ruedi Bürgi, hielt Markus Achermann. Er war gespickt mit herrlichen Anekdoten. Als er Bürgi das erste Mal in seinem Blumengeschäft aufsuchte, um einen Blumenstrauss zu kaufen, habe ihn dieser gefragt: «Eschs för di Gnädig oder darfs öppis bessers si?» Auch Urs Liechti erinnerte nochmals an Bürgis Grossherzigkeit, seinen stets wachen Geist, aber auch an seine Ängste.

Trotz viel Wehmut es gab auch die lustigen Momente an diesem Abend. Als erster trat der Gnagi-Essen-erprobte Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth ans Rednerpult. Seine Money-Girls habe er diesmal bei der Luzerner Regierung gelassen, «damit diese nicht den ganzen Lotteriefonds plündern», meinte Roth in Anspielung auf einige umstrittene kantonale Finanzierungsmassnahmen. Chapeau, mit welcher Souveränität Roth danach den Stadtrat und sich selber auf die Schippe nahm («zu allem bereit und zu nichts zu gebrauchen») und einige nicht ganz jugendfreie Witze erzählte!

Viel Aufmerksamkeit und Applaus erhielt auch Toni Steffen mit seinen gewohnt bissigen politischen Schnitzelbängg. Der Komiker Seppi «Putzfrau» Schärli kalauerte gesellschaftskritisch-fröhlich vor sich hin: «Früener hend d Eltere vöu Chend gha, hött hend d Chend vöu Eltere.» Die Tätschchappe-Musig sorgte für musikalische und komödiantische Highlights. Der absolute humoristische Abräumer war Bauer Jost Käslin aus Beckenried. Wie er in herrlichem Nidwaldner Dialekt nahtlos Witz an Witz aneinanderreihte einfach umwerfend!

Das Unterhaltungsniveau des Gnagi-Essens war hoch. Das muss es auch sein, um weiter bestehen zu können. Denn mittlerweile buhlen auch andere ähnliche Anlässe um die Gunst des Publikums etwa das Gordon-Blöö-Essen im «Dorzögli» Luzern oder der Haxenfrass der Krienser Galli-Zunft, die beide am Montag stattfanden. Dort solls grandios bis sensationell zu- und hergegangen sein, wurde uns berichtet.

Hugo Bischof

Ein Teller voll Gnagi. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Ein Teller voll Gnagi. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Schatzmeister Hans Pfister am Gnagi essen vom Montag. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Schatzmeister Hans Pfister am Gnagi essen vom Montag. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

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