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Zu überfüllt, zu verspätet: ÖV-Benützer ärgern sich über Luzerner Buslinien 1 und 19

Seit dem Fahrplanwechsel häufen sich Reklamationen zu den Buslinien 1 und 19 – vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Die Verkehrsbetriebe und der Verkehrsverbund Luzern mahnen zur Geduld. 

Sandra Monika Ziegler
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Ein Bus der Linie 1 am Schwanenplatz.

Ein Bus der Linie 1 am Schwanenplatz.

(Bild: Dominik Wunderli, Luzern 20.Dezember 2019)

Wer mit den Buslinien 1 und 19 unterwegs ist, braucht seit dem Fahrplanwechsel am vergangenen Sonntag mehr Nerven. Weil der 1er neu bis Ebikon fährt und die Fahrgäste aufnimmt, die bisher die Linien 22 und 23 benützten, sind die Busse zu den Hauptverkehrszeiten oft überfüllt und noch dazu verspätet. Ähnliches gilt für die Linie 19 zum Kantonsspital, die ebenfalls mehr Pendler transportiert, da der 18er das Spital nicht mehr bedient. Das jedenfalls zeigen diverse Reklamationen, die unserer Zeitung zugetragen wurden.

Den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) sind diese Kritiken bekannt. «Wir bekamen in der ersten Woche betreffend der Linie 1 rund ein Dutzend Feedbacks, vor allem die Verspätungen und die vollen Busse wurden bemängelt», antwortet Sämi Deubelbeiss, Leiter Kommunikation, auf Anfrage und ergänzt: «Um ein fundiertes Fazit zu ziehen, braucht es nicht eine Woche, sondern mindestens einen Monat. Ende Januar können VBL und der Verkehrsverbund Luzern (VVL) mehr zum Fahrplanwechsel und dessen Auswirkungen sagen.» Es habe aber auch positive Feedbacks gegeben, etwa zur Linie 30, wie wir bereits berichteten (wir berichteten).

Kriens Obernau bis Ebikon Fildern im Schnelldurchlauf:

Kommt es laut Deubelbeiss aber gleich zu mehreren Verkehrsunfällen wie etwa letzten Mittwoch, habe dies unweigerlich Verspätungen auf dem städtischen Liniennetz zur Folge. Laufe es aber rund auf den Strassen, dann könne der Fahrplan eingehalten werden. Die VBL fahren letztlich im Auftrag des VVL. Auch bei diesem gingen Meldungen ein, wie Mediensprecher Romeo Degiacomi bestätigt:

«Bislang sind es rund 20 Kundenrückmeldungen. Da es sehr viele Änderungen sind, braucht es auch Zeit, bis Kundinnen und Kunden die neuen Verbindungsmöglichkeiten und Reisewege kennen und nutzen.»

Romeo Degiacomi macht dazu ein Beispiel: «Die Bahn-­Bus-Verknüpfungen sind noch wenig bekannt. So erreicht man am Abend mit der S-Bahn S1 ab Bahnhof Luzern in nur neun ­Minuten den Bahnhof Ebikon, wo die Linie 22 und 23 direkt ­am Bahnhof warten und gute Anschlüsse nach Buchrain oder Dierikon/Root anbieten.» Diese Reisemöglichkeit werde ­jedoch noch eher spärlich genutzt. Der VVL will aber gezielt auf solche Bahn-Bus-Verknüpfungen setzen und macht deshalb Reisende darauf aufmerksam. «Mit der Anbindung der Linie 22 auf das Bahnangebot in Ebikon kann beispielsweise am Abend die Reise von Luzern nach Buchrain alle 30 Minuten deutlich zuverlässiger angeboten werden», erklärt Degiacomi. Dem VVL ist es durchaus bewusst, dass die aktuelle Situation auf einigen Kursen der Linie 1 nicht optimal ist.

Schon gehört? Busfahrer Reto Wirth im Podcast:

Ein Fazit will der VVL jedoch noch nicht ziehen, dafür sei es schlicht zu früh. Doch was heute schon gesagt werden kann, sei, dass mit dem Fehlen des provisorischen Bushubs sich die Umsteigewege verlängerten: «Wegen eines einzigen Einsprechers müssen täglich mehrere tausend Fahrgäste rund um den Bahnhof Ebikon längere Umsteigewege in Kauf nehmen – insbesondere zwischen Luzern nach Buchrain ist die Übergangslösung nicht vollständig befriedigend.» Der VVL sei bestrebt, dass es diesbezüglich bald weitergehe.

Buchrain erwartet «korrekt erbrachte Leistungen»

Die Gemeinde Buchrain hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. In ihrer Mitteilung vom Donnerstag schreibt sie: «Wir erwarten, dass die von uns bestellten Leistungen – komfortabel, geschützt, sicher und zeitnah – korrekt erbracht werden.» Im Moment sei dies jedoch nicht der Fall, wie Gemeindepräsidentin Käthy Ruck­li auf Nachfrage schreibt. ««Aktuell ist unsere Bevölkerung mit längeren und unkomfortablen Umsteigewegen, bedeutend längeren Fahrzeiten, ungedeckten Unterständen und für gehbehinderte Mitmenschen oder mit Kinderwagen schlecht zugänglichen Umsteigepunkten konfrontiert.» Auch möchte die Gemeinde künftig vorher in die Gespräche miteinbezogen werden. Ruckli:

«Der Gemeinderat wurde nicht in Gespräche miteinbezogen, was sehr bedauert wird.»
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