Zünftler erfreuen die Betagten Kriens

Weil die Betagten nicht mehr an die Fasnacht können, kam diese gestern zu ihnen – dank der Galli-Zunft in Kriens.

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Heimbewohnerin Anny Stadelmann (92) erhält ein Präsent von Gallipaar Samuele und Bea Donatelli. (Bild: Manuela Jans)

Heimbewohnerin Anny Stadelmann (92) erhält ein Präsent von Gallipaar Samuele und Bea Donatelli. (Bild: Manuela Jans)

Heimbewohnerin Anny Stadelmann (92) erhält ein Präsent von Gallipaar Samuele und Bea Donatelli. (Bild: Manuela Jans)

Heimbewohnerin Anny Stadelmann (92) erhält ein Präsent von Gallipaar Samuele und Bea Donatelli. (Bild: Manuela Jans)

Fünfte Jahreszeit für die ältesten Fasnächtler: Gallivater Samuele Donatelli stattete am Sonntag dem Betagtenzentrum Zunach in Kriens einen Besuch ab und erfreute damit zahlreiche Bewohner und Gäste. Der 47-Jährige hatte allerhand zu tun – er schüttelte rund 300 Personen die Hand. Zusätzlich nahm er sich Zeit, mit jedem einzelnen der Bewohner zu reden und seine Geschichte anzuhören. Anstrengend fand er das Ganze nicht, eher emotional und belehrend: «Die Menschen strahlen eine gewisse Reife und Zufriedenheit aus.» Die erwartungsvollen Gesichter berührten den Gallivater wahrlich. Bereits beim Händeschütteln habe er bemerkt, welche auf ein erfülltes und glückliches Leben zurückblicken und welche eher verbittert waren. «Es wird einem bewusst, dass man das Leben mit viel mehr Zufrieden- und Gelassenheit geniessen sollte.»

Ein Clown musiziert für eine Bewohnerin des Altersheim Zunacher in Kriens. (Bild: Manuela Jans)

Ein Clown musiziert für eine Bewohnerin des Altersheim Zunacher in Kriens. (Bild: Manuela Jans)

«Früher genügend ausgetobt»

Die 92-jährige Anny Stadelmann beispielsweise schätzte es sehr, ein wenig mit dem sympathischen Donatelli plaudern zu können. Sie habe sich in jungen Jahren genügend ausgetobt und vermisse die Fasnacht deshalb nicht. Ihre Mutter habe damals ihr fasnächtliches Verhalten zwar in Frage gestellt, weil die junge Stadelmann sich doch schliesslich bald verloben sollte. Dieser Appell habe aber wenig Wirkung gezeigt: «Ich war eine wilde Fasnachtsgängerin und habe das genossen, so lange ich konnte», erzählt die Seniorin schmunzelnd. Damit sie und ihre Mitbewohner dennoch nicht auf das rüüdige Fest verzichten müssen, wird es einen Tag lang einfach in ihr Zuhause verlegt. Zunftmeister Hansruedi Bolliger sagt dazu: «Viele dieser Menschen können nicht mehr an die Fasnacht. Und so ist es doch eine Freude, wenn der Gallivater persönlich vorbeischaut, um mit ihnen ein wenig zu feiern.» Nachdem das Gallipaar Donatelli seine Runde gedreht und jedem der Bewohner ein kleines Präsent geschenkt hatte, war das Fest gestern aber keinesfalls vorbei: Drei Clowns tänzelten in den Raum und musizierten für die erfreute Zuhörerschaft, bevor auch noch die «Wöschwiiber» die Bühne eroberten. In der Cafeteria sorgte dann die fünfköpfige Chrienser Huusmusig mit Zitherklängen für Unterhaltung. Zum Zmittag gab es eine «Zunftpastete». Bolliger: «Es war für alle Anwesenden ein schöner und freudiger Tag.»

Anja Nunya Glover