Zünftler sorgen für zünftige Fasnachtsposse

Die geplante Wey-Tagwache auf dem Kapellplatz irritiert die Zunft zu Safran. Sie befürchtet, dass der Fritschibrunnen «ent-weyt» wird.

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Ein (Wey-)Frosch beim Fritschi-Brunnen auf dem Kapellplatz - ein Bild, das der Zunft zu Safran gar nicht passt. (Bild: Pius Amrein/neue LZ)

Ein (Wey-)Frosch beim Fritschi-Brunnen auf dem Kapellplatz - ein Bild, das der Zunft zu Safran gar nicht passt. (Bild: Pius Amrein/neue LZ)

Der Fritschibrunnen ist der Zunft zu Safran heilig. Jetzt geht aus einem Bewilligungsgesuch der Wey-Zunft an die Stadt hervor, dass ausgerechnet dort am Güdismontag deren tradionelles Orangenauswerfen stattfinden soll. Rund zwanzig Guuggenmusigen sollen sich an deren Tagwache rund um den Brunnen postieren und dort drei Stücke spielen, bevor sie durch die Altstadt ziehen. Pikant daran: Im Vorfeld hatten die Zünfte gemäss Louis Fischer, Fritschivater und Zunftmeister der Zunft zu Safran abgemacht, dass die Wey-Zunft ihre Tagwache auf dem unteren Teil des Kapellplatzes in Richtung Schwanenplatz durchführt und den Fritschibrunnen nicht tangiert würde.

Es droht ein «Vergeltungssschlag»

«Offenbar muss man auf unsere Ideen zurückgreifen um die Fasnächtler anzulocken», sagt darauf Fischer. An der Wey-Tagwache auf dem Löwenplatz nahmen in den letzten Jahren nur noch einige hundert Fasnächtler teil – am Urknall der Zunft zu Safran hingegen sind es mehrere Tausend. Für das Publikum sei es dennoch attraktiver, wenn die Zünfte jeweils eigene Wege gehen und unterschiedliche Fasnachtstraditionen leben würden, findet Fischer. Er ruft die Fritschi-Anhänger dazu auf, am Güdismontag die Wey-Zunft mit Sprechchören «hochzunehmen». Für den Fall dass sich die Wey-Zunft am Fritschibrunnen vergreife – wenn zum Beispiel ein Frosch darauf plaziert würde – kündigt Fischer gar einen «Vergeltungsschlag» an. So stünde eine Entführung des Wey-Frosches zur Debatte.

Eine solche gab es in der Geschichte der Luzerner Fasnacht bereits einmal im Jahre 1973. Der Wey-Frosch wurde aus einer Garage gestohlen und tauchte in den Wochen vor der Fasnacht immer wieder an ungewöhnlichen Orten auf. Am Umzug der Safranzunft am Schmutzigen Donnerstag kreiste der Frosch dann gar an einen Helikopter gekettet über der Seebrücke. Das Maskottchen wurde der Wey-Zunft erst am Güdismontag wieder zurück gegeben. Damals war Louis Fischers Vater, Rudolf Fischer, der amtierende Safran-Zunftmeister. Ob allerdings tatsächlich die Zunft zu Safran hinter der Aktion steckte, ist bis heute nicht geklärt.

Lena Berger

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