ZÜRICH: Zürcher bauen Vorurteile ab

Der Gastkanton begeisterte gestern die Innerschweizer. Im Theater-duell trugen dennoch die Luzerner den Sieg davon.

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Die vierzig Männer des Schwulen 
Männerchors Zürich auf der Luga-Bühne. (Bild Manuela Jans)

Die vierzig Männer des Schwulen Männerchors Zürich auf der Luga-Bühne. (Bild Manuela Jans)

Anja Glover

Zürcher sind arrogant und gestresst, so schreit es aus dem Publikum, während der Ostschweizer Moderator nach typischen Charaktereigenschaften für die Gastkantönler sucht. «Als Zürcher muss man genau mit diesen Vorurteilen spielen können», meinte die Zürcher Schauspielerin Simone Schwegler gestern nach gelungener Darbietung. Der diesjährige Gastkanton Zürich präsentierte sich gestern an der Luga von der lustigen Seite: Das Komikerduo Lapsus führte durch das abwechslungsreiche Zürcher Kulturprogramm und sorgte dafür, dass die Zuschauer regelrecht in lautes Gelächter ausbrachen. Von Musik- und Gesangsauftritten über Theaterdarbietungen bis zu Tanzeinlagen: Zürich begeisterte die Innerschweizer und dürfte mit seinen Auftritten das eine oder andere Vorurteil entschärft haben.

Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
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Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)
Franz Stadelmanns Seniorennachmittage sind legendär. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Der Donnerstagnachmittag gehört den Luga-Besuchern im besten Alter. Dann ruft der bekannte Entlebucher Musiker Franz Stadelmann jeweils in die «Buurestube» in Halle 7 zum beliebten Seniorennachmittag. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Sie kamen trotz Sonnenschein auch diesmal in Scharen. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Hans und Käthi Schwertfeger am Seniorennachmittag. (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
«Ob gross, ob chlii, alli Lüüt sellid willkomme sii!» (Bild: Eveline Beerkircher / Beerkicher)
Carmen Boog stickt mit ihrer Nähmaschine am Stand Design Schenken. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Misha (7) balanciert auf dem Seil am Kindertag. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Mutter Franziska Lussi mit den Zwillingen Vanessa und Sarah (3) am Luga-Kindertag. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Backen am Luga-Kindertag mit Linda (3) und Anja (5). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die Leser Adolf Lustenberger (links) und Walter Albisser (rechts) im Gespräch mit Jérôme Martinu, stv. Chefredaktor. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Kinder spielen bei der Kügeli-Bahn in Zürchers Garten (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Senioren am Tanznachmittag der Pro Senectute (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Messeverkäuferin Cindy Kullack demonstriert ihr Wundermittel am Bein einer 
Kundin: den Haarentfernungshandschuh. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Gabriele Pedrazzetti, Präsident von Pro Ticino Lucerna, geniesst im Grotto Ticinesi an der Luga einen Boccalino. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
«Säuli-Quiz» an der Luga mit den Regierungsratskandidaten Paul Winiker (SVP, neu), Marcel Schwerzmann (parteilos, bisher) und   Felicitas Zopfi (SP, neu) (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Moderation des Comedy-Duos Lapsus auf der Eventbühne (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Gut besuchte Luga am ersten Messesonntag. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Besucher schauen auf die knapp einen Meter grosse Dahomey-Kuh Fara, den Stier Imini und das Kalb Malawi hinunter. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Sara, Laura, Alessio und Dario streicheln ein Geissli im Streichelzoo. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Lian Michel auf dem Polizeimotorrad an der Luga. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Töffli der «Teffli-Rally» aus Stans vor dem Blutspendemobil (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Die Kletterwand vor Halle 1 (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Rettungshunde vom Roten Kreuz suchen nach Personen (Demonstration der Hunde-Schulung) (Bild: Beatrice Vogel / Neue LZ)
Bike-Polizisten Wermelinger und Sarri präsentieren ihre neue Ausrüstung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Schausteller Hans Steinhauser von der Firma Ronic. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Jordan testet Kanus an der Luga zusammen mit den Eltern Manuela und Tony Fuchs. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Jean-Jacques Frei, Schausteller von der Firma Aquaclean, reinigt Fensterscheiben. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Blick auf den Gastkanton Zürich während der Eröffnung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Zürcher Regierungspräsidentin  Regine Aeppli und Luzerns Regierungspräsident Reto Wyss bei der Eröffnung am Freitag. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Riesenrad (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Lunapark (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Der Schweizer Tierschutz ist mit dem Streichelzoo zufriedener als noch vor einem Jahr. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
So sagt Martina Schybli: «Es hat deutliche Verbesserungen gegeben.» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Die Rückzugsmöglichkeiten seien besser. «Nun können die Tiere selber entscheiden, wann sie gestreichelt werden wollen», sagt Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Dennoch sei noch nicht alles tierfreundlich: «Das Gehege könnte noch grösser gestaltet werden», sagt Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
«Zudem könnte die Einrichtung der Gehege noch optimiert werden.» So seien mehr Klettermöglichkeiten für die Geissen von Vorteil, sagt Tierschützerin Martina Schybli. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Stand der Neuen Luzerner Zeitung in der Halle 4, 410. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Kleine Luga-Besucher toben sich auf einer Luftmatratze aus. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Auf einen Schwatz in der Degustationshalle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Blick in eine Luga-Halle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
«Urban Gardening» ist das neudeutsche Wort für eine meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsflächen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Blick in die Degustationshalle. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Der Kanton Zürich präsentiert sich als Gastkanton. Auf dem Bild sind die Namen einiger Zürcher Ortschaften zu sehen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Strampeln, um einen Preis zu gewinnen. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Im Restaurant Leue präsentiert der Kanton Zürich einige Leckereien. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Viel Andrang an der Luga-Sonderschau «Jugend - die beste Generation». (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Proben für die SRF-Sendung «Zoge-n-am Boge» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)

Tägliches Säulirennen an der Luga. (Bild: Manuela Jans)

Heute dürfen sie auftreten

Apropos Vorurteil: Mit zum Programm gehörte Schmaz, der Schwule Männerchor Zürich. Noch vor 25 Jahren sei ihnen der Auftritt als schwuler Chor in Luzern verwehrt worden, gestern brillierten die rund 40 Sänger in ihren farbigen Hemden und Hosenträgern zur Freude der Zuschauer. «Wir freuen uns sehr, hier zu sein und vielleicht auch ein paar Hürden abbauen zu können», so der Präsident Matti Rach. Was die Sänger verbinde, seien ihre Freude an der Musik und ihr schwules Leben. Wobei letzteres beim Auftritt nicht wirklich eine Rolle spielte. «Wir sind ja nicht etwa Männer in Frauenkostümen. Wir mögen zwar anders klingen, aber nicht, weil wir schwul sind», meinte Rach lachend. Mit ihrem breiten Repertoire von Abba bis hin zu südafrikanischen Songs und der musikalischen Präzision dürften sich die Herren auf jeden Fall Respekt und Toleranz ersungen haben.

Luzern schlägt Zürich erneut

Spannend wurde es, als das Zürcher Ensemble «anundpfirsich» sich mit der einheimischen Gruppe «Improphil» in einem zu hundert Prozent improvisierten Theater duellierte. Die vier Schauspieler waren dem Publikum gänzlich ausgeliefert und meisterten die verschiedenen Aufgaben eher miteinander als gegeneinander. «Improvisationstheater ist eine Kollaboration, die Leute wollen sehen, dass die Show irgendwie aufgeht, und nicht, wie wir uns gegenseitig fertigmachen», erklärte der Zürcher Schauspieler Gerald Weber. Die Zuschauer sollten die Gruppen dennoch unbarmherzig und unparteiisch bewerten das taten sie auch: Obwohl sich im Publikum höchstens zehn Zürcher befanden, verlief der Wettkampf sehr ausgeglichen. Gewonnen hat dann aber doch Luzern.

Und das nicht zum ersten Mal: Bereits am Freitag konnten die Zentralschweizer ihre Gegner aus Zürich beim Kantonsrats-Fussballmatch bezwingen. Wie geht Zürich damit um? «Wir glauben an uns, wir sind schliesslich Zürcher, eigentlich verwunderlich, dass Luzern gewonnen hat», schmunzelte Schauspieler Weber nach der Niederlage.