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«Zuerst erlebte ich meine Schützlinge eher zurückhaltend und unsicher»

Claudia Meier (52) aus Ebikon engagiert sich bereits das dritte Jahr als Mentorin bei Munterwegs. Mit ihren Buben geht sie häufig in die Natur oder zeigt ihnen, wie man kocht. Beibringen will sie ihnen dabei mehr als das Zubereiten leckerer Gerichte.
Gabriela Jordan
Mentorin Claudia Meier mit den beiden tamilischen Buben Kabizan (links) und Shathuzan auf dem Europaplatz. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 14. August 2018))

Mentorin Claudia Meier mit den beiden tamilischen Buben Kabizan (links) und Shathuzan auf dem Europaplatz. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 14. August 2018))

Claudia Meier, Sie haben bereits zwei tamilische Buben unterstützt und engagieren sich nun auch im dritten Jahr als Mentorin. Wieso?

Vor zwei Jahren bin ich über meine Tochter auf das Programm aufmerksam geworden. Ich hatte etwas Zeit zu verschenken und liebe Kinder - so startete ich als Mentorin und verbrachte regelmässig Zeit mit Shathuzan (10) aus Ebikon. Nach Ablauf meines ersten Mentorats war mir klar: Mein Engagement will ich weiterführen. In der Zwischenzeit wurde Kabizan (8), der jüngere Bruder von Shathuzan, für das Programm angemeldet. Es lag nahe, dass ich auch seine Mentorin werde. Die tamilische Familie und ich pflegen eine sehr offene und herzliche Beziehung. Mein zweites Mentorat endete letzten Juli, unsere Freundschaft pflegen wir aber weiter und machen Ausflüge, zum Beispiel ins Freilichtmuseum Ballenberg.

Wie erleben Sie die Kinder und wie ist Ihre Beziehung zu Ihnen?

Zu Beginn unserer Beziehung erlebte ich meine Schützlinge eher zurückhaltend und unsicher. Die Kennenlernphase dauerte aber nur eine kurze Zeit. Schon bald öffneten sie sich gegenüber mir, wurden mutiger und liessen sich für Neues begeistern. Bei unseren Aktivitäten entscheiden sie gerne mit. Punkto Ausdauer gibt es gelegentlich Diskussionen.

Und was unternehmen Sie mit ihnen? Helfen Sie ihnen zum Beispiel auch mit der Schule?

Wir spielen, basteln, schwimmen, kochen, fahren Velo oder spielen mit unserer Katze Bonita. Manchmal gehen wir auch an Kinderkonzerte oder ins Kino. Dank dem grossen Netzwerk von Munterwegs können wir gelegentlich von Gratiseintritten für kulturelle Veranstaltungen profitieren. Das geniessen und schätzen wir sehr.
Hausaufgaben im klassischen Sinn mache ich mit den Buben nicht. Das gehört nicht zum Aufgabenbereich eines Mentors. Dafür erzähle ich ihnen Geschichten, höre mit ihnen Musik oder besuche die Bibliothek. Das ist ebenfalls eine wichtige Lernförderung.

«Ich hoffe, dass durch unsere gemeinsame Zeit ihr Selbstvertrauen gestärkt wird.»

Was haben die Buben von der gemeinsamen Zeit mitgenommen? Oder anders gefragt: Inwiefern hilft das Programm ihnen, sich hier besser zurechtzufinden?

Jede Mentoring-Beziehung ist natürlich anders. Grundsätzlich lernen sie unsere Werte kennen, verstehen die deutsche Sprache immer besser und profitieren vom Netzwerk des Vereins. Ich lege zudem Wert darauf, dass wir uns viel in der Natur aufhalten und unsere Aktivitäten nur wenig kosten. So kann die Familie die Anregungen auch nachher weiterverfolgen. Die Buben übernehmen durch die Ausflüge Verantwortung für Natur, Tier und Mensch. Ich hoffe ausserdem, dass durch unsere gemeinsame Zeit ihr Selbstvertrauen gestärkt wird.

Auf geht's zum Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz. Bis der Zug abfährt, laufen die drei noch rasch zum See. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 14. August 2018))

Auf geht's zum Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz. Bis der Zug abfährt, laufen die drei noch rasch zum See. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 14. August 2018))

Ihre Tochter ist ebenfalls eine Mentorin. Das Programm scheint es Ihnen beiden angetan zu haben?

Ja, wir sind beide begeistert davon. Meine Tochter Nadina (17) besucht das Kurzzeitgymnasium St. Klemens in Ebikon, wo das Programm vor zwei Jahren erstmals vorgestellt wurde. So kam es, dass wir im Herbst 2016 zu viert bei Munterwegs starteten: Nadina wurde Mentorin von Mirhan, einem 9-jährigen kurdischen Buben. Ich wurde Mentorin von Shathuzan. Wir waren von Beginn an ein starkes Team, das unterschiedlicher nicht hätte sein können! Seit dem Abschiedsfest im letzten Sommer treffen wir uns weiterhin regelmässig, jedoch nicht mehr unter der Schirmherrschaft von Munterwegs.

Was liesse sich am Angebot aus Ihrer Sicht noch verbessern?

Spontan fällt mir nichts ein! Acht Monate, so lange dauert offiziell ein Mentorat, scheint anfänglich wenig Zeit, um eine stabile Beziehung zum Kind aufzubauen. Es gelingt, wenn sich beide Seiten Vertrauen schenken und offen sind für Neues. So werden uns bereichernde Erfahrungen, schöne Erlebnisse und tolle Freundschaften geschenkt.

Claudia Meier (52) lebt mit ihrer Familie in Buchrain und hat über 20 Jahre lang in technischen Buchhaltungen als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Momentan ist sie in einem kleinen Pensum als administrative Assistentin für einen sehbehinderten Mann tätig. Ihre zwei Töchter (17 und 19 Jahre alt) sind beide noch in der Ausbildung.

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