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ZUG: Ein Zeuge aus der Aufbruchphase bleibt erhalten

Das alte Haus an der Rigistrasse steht jetzt unter Denkmalschutz. Für die Eigentümer ist das «eine Katastrophe».
Samantha Taylor
Dieses Haus sollte einem Neubau weichen, doch nun steht es unter Schutz. (Bild: Werner Schelbert)

Dieses Haus sollte einem Neubau weichen, doch nun steht es unter Schutz. (Bild: Werner Schelbert)

Es ist umringt von modernen Häusern und ist eines der letzten Überbleibsel des alten Zugs in dieser Strasse. Die Rede ist vom 1895 errichteten Doppelhaus an der Ecke Rigistrasse 6/Gartenstrasse 7. Seinen Status als Zeitzeugen soll es behalten. So hat es der Regierungsrat entschieden und das Gebäude unter Schutz gestellt. Das Doppelhaus sei ein aussergewöhnlich qualitätsvoller historischer Bau mit Seltenheitswert in der Stadt. Weiter weise es einen sehr hohen heimatkundlichen und kulturellen Wert auf, begründet Stefan Hochuli, Leiter des Amts für Denkmalpflege und Archäologie, den Entscheid. «Es ist ein Zeitzeuge der Stadtarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der sich weitgehend im originalen Zustand befindet», so Hochuli weiter. Die Liegenschaft ist zudem im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz enthalten.

«Wegweisender Entscheid»

Untersucht hat die Denkmalpflege das Haus aufgrund eines Baugesuchs. Zudem reichte im Januar 2010 die Stadtzuger Gemeinderätin Susanne Giger (parteilos) eine Motion beim Stadtrat ein. In ihrem Papier forderte sie die Exekutive auf, die Unterschutzstellung der Hauskomposition zu beantragen. Das Wohn- und Geschäftsgebäude sei in seiner Art für Zug selten, begründete Giger ihr Anliegen. Gemäss Stefan Hochuli liegt die Gemeinderätin damit richtig. Das Gebäude sei in einer Zeit errichtet worden, als sich das Stadtgebiet Richtung Norden ausdehnte. «Das Haus gehört zu den bedeutenden Bauten aus der Aufbruchphase im Zusammenhang mit der Eisenbahn», so Hochuli. Die Stadt als Standortgemeinde stimmte der Unterschutzstellung ebenfalls zu. «Wir haben uns unter anderem dafür ausgesprochen, da das Gebäude das Ortsbild im Bereich des Seeufers massgeblich prägt», sagt Bauchef André Wicki.

Über den Entscheid der Denkmalpflege freut sich Giger. «Ich finde es mutig und wegweisend, dass man so entschieden hat. Immerhin handelt es sich um wertvolle alte Substanz, die damit erhalten bleibt.»

Andere Ausgangslage

Weit weniger glücklich über das Urteil ist die Eigentümerin des Hauses, die Hammer Retex AG. «Für uns ist dieser Entscheid eine finanzielle Katastrophe», sagt CEO Claude Ebnöther. Die Immobilienfirma hatte mit dem Gebäude andere Pläne. Vorgesehen war, dass das Haus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. «Geplant war ein Mehrfamilienhaus mit einem grösseren Volumen», so Ebnöther. Der Neubau hätte dabei eine Verbindung zum benachbarten Gebäude bilden sollen. Besonders ärgert die Hammer Retex AG, dass man das Haus unter anderen Umständen erworben habe. «Wir haben damals bei der Stadt eine Bauanfrage gestellt. Dabei war weder die Rede davon, dass das Haus in einem Verzeichnis registriert ist, noch dass es schützenswert sei», erklärt Ebnöther. Ihr Projekt gründe ausserdem auf einem gültigen Bebauungsplan.

Dass sich die Ausgangslage komplett geändert hat, hängt gemäss der Stadt mit der Ortsplanungsrevision zusammen. Diese wurde im Frühjahr 2009 vom Volk angenommen und ist seit September 2010 in Kraft. Die Bauanfrage der Hammer Retex AG sei Ende 2008 eingegangen. «Mit der Ortsplanungsrevision gab es eine Änderung der rechtlichen Grundlagen. Seit sie in Kraft ist, liegt das Doppelhaus in der Ortsbildschutzzone», erklärt Wicki. Die Direktion des Innern habe das Gebäude im Frühjahr 2010 zudem ins Inventar der schützenswerten Denkmäler aufgenommen.

In gutem Zustand

Das Urteil der Denkmalpflege ist inzwischen rechtskräftig. Mit anderen Worten, die Eigentümerin hat den Beschluss akzeptiert und schliesst damit den Gang vor Verwaltungsgericht aus. «Wir haben entschieden, dass dies nichts bringen würde», so Ebnöther. Man sei nun lange genug blockiert gewesen. Und: «Wir verzeichnen bereits einen Schaden von mehreren Millionen Franken.» Deshalb haben sich die Eigentümer mit dem Urteil abgefunden und bereits mit der Planung der weiteren Schritte begonnen. Das historische Haus soll nun gemäss den Vorschriften saniert werden. Laut Hochuli befindet sich das Gebäude in einem relativ guten baulichen Zustand. Es seien darum keine umfangreichen und tief greifenden Umbauten erforderlich. Was es für eine langfristige Erhaltung aber brauche, sei eine angemessene Nutzung. Hochuli: «Die bisherige Nutzung mit Wohnungen und Büro im Erdgeschoss bietet sich sicher wieder an.»

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