Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Rot bedeutet nicht für alle rot

Die Verkehrsteilnehmer werden jährlich mehr. Entsprechend steigt die Hektik. Die Nerven vieler Auto- und Motorradfahrer werden teils übers Limit hinaus strapaziert. Ein Rotlicht im falschen Moment kommt dann jeweils besonders ungelegen.
Ist das Signal auf Rot, fahren viele trotzdem noch durch die Baustelle (Symbolbild). (Bild Neue LZ)

Ist das Signal auf Rot, fahren viele trotzdem noch durch die Baustelle (Symbolbild). (Bild Neue LZ)

Thomas Heer

Die Bekleidung liess eigentlich keinen Zweifel aufkommen, dass es sich bei diesem Mann um ein Mitglied der Zuger Polizei handelte. Genau deshalb löste seine Präsenz wohl beim einen oder anderen der wartenden Autofahrer Verwunderung aus. Denn der Polizist stand, ziemlich gut versteckt, in leicht geduckter Haltung im dichten Buschwerk am Rande der Hauptstrasse zwischen Rotkreuz und Hünenberg, unmittelbar neben einer mobilen Lichtsignalanlage. Diese ist temporär vor einer Strassenbaustelle in Betrieb. Welche Aufgabe hatte der Uniformierte, der auch ein Funkgerät zu bedienen schien, wohl mitten an diesem Juli-Nachmittag zu erfüllen?

Nach der Durchfahrt, des in diesen Wochen einspurig geführten Strassenabschnittes, dämmerte es wohl dem einen oder anderen, und es wurde deutlich: Der Mann im Unterholz suchte nicht nach weggeworfenem Diebesgut oder einer entlaufenen Katze, sondern er postierte sich an dieser Stelle, um die Verkehrsteilnehmer zu kontrollieren. Denn an der nächst gelegenen Bushaltestelle «Rothus» warteten weitere Angehörige des Zuger Polizeikorps und winkten all jene Motorfahrzeuglenker und Fahrradfahrer heraus, die entweder farbenblind sind, unaufmerksam waren oder ganz einfach absichtlich ein Verkehrsdelikt begingen, indem sie das Rotlicht überfuhren.

Gefahr für Bauarbeiter

Als Aussenstehender stellt sich die Frage: Warum sieht sich die Polizei dazu genötigt, die Situation an einer Baustellensignalisation zu kontrollieren? Die Antwort dazu liefert Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche bei der Zuger Polizei: «Anlass für diese Kontrolle waren Meldungen von Bürgern, die feststellten, dass Motorfahrzeuglenker und Velofahrer das Rotlicht immer wieder missachten.»

Die Belagsarbeiten auf dem besagten Strassenabschnitt zwischen Risch und Rotkreuz werden von Mitarbeitern der Firma Leuthard ausgeführt. Ein Leuthard-Bauführer bestätigt Aklins Aussage, und er erzählt: «Es kommt immer wieder vor, dass Auto- oder Töfffahrer bei Rot durchfahren. Für uns führt das zu brisanten und gefährlichen Situationen. Schliesslich bewegen wir uns den ganzen Tag im Baustellenbereich.» Erschwerend kommt dazu, dass das Nadelöhr mit 60 km/h durchfahren werden darf. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Rotlichtmissachter diese Geschwindigkeitslimite eher noch über- als unterschreiten. Schliesslich ist ihnen wohl auch bewusst, dass auf der anderen Seite PW- und Motorradlenker ihrerseits ungeduldig auf die Durchfahrt warten.

Fünf Bussen innert 40 Minuten

Für die Zuger Polizei gab es an jenem Nachmittag einiges zu tun. Aklin sagt, dass innerhalb von 40 Minuten drei Autolenker wegen Missachtens des Rotlichtes gebüsst wurden. Je 250 Franken wurden aufgrund dieses Gesetzesverstosses fällig. Daneben blieben noch zwei weitere Autofahrer in der Kontrolle hängen. Je 100 Franken Busse waren fällig, weil sie mit dem Handy telefonierten.

Immer mehr Stress

Das Telefonieren im Auto ist ja nicht a priori verboten. Via Freisprechanlage kann geplaudert werden, ohne dabei eine Strafe zu riskieren. In der zusehends stärker vernetzten Welt, verschieben sich die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr. Auch das Auto wird teilzeitig zum Arbeitsplatz. Diese Entwicklung dürfte bei den meisten kaum zu einem Gewinn an Lebensqualität führen. Judith Aklin jedenfalls macht folgende Feststellung: «Die Mitarbeitenden der Zuger Polizei stellen im Einsatz oft fest, dass die Verkehrsteilnehmer gestresst sind und ihre Geduld klein ist.»

Das führt bei der Polizei zu heiklen, ja gefährlichen Situationen. Erst vor wenigen Tagen musste aufgrund eines schweren Verkehrsunfalles auf Zuger Kantonsgebiet eine Strasse gesperrt werden. Die Sicherheitskräfte waren unter anderem mit der Spurensicherung beschäftigt, als ein Fahrzeuglenker die signalisierte Absperrung bewusst missachtete und unverhofft auf dem gesperrten Strassenabschnitt auftauchte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.