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Zuger Kantonsrätin Manuela Leemann ist «Querschnittgelähmte des Jahres»

Die Schweizer Paraplegiker Stiftung hat die 37-jährige Zuger Kantonsrätin Manuela Leemann und den Thuner Unternehmer Max Jung (66) zu den «Querschnittgelähmten des Jahres 2018» gekürt.
Ehrung für die «Querschnittgelähmten des Jahres»: (von links) Laudator Heinz Frei, die beiden Geehrten Max Jung und Manuela Leemann sowie Laudator Guido A. Zäch. (Bild: Astrid Zimmermann-Boog, SPS)

Ehrung für die «Querschnittgelähmten des Jahres»: (von links) Laudator Heinz Frei, die beiden Geehrten Max Jung und Manuela Leemann sowie Laudator Guido A. Zäch. (Bild: Astrid Zimmermann-Boog, SPS)

Bereits zum 26. Mal hat die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) am Sonntag zwei «Querschnittgelähmte des Jahres» geehrt, die in ihrem Leben Grossartiges geleistet haben. In diesem Jahr kürte die Jury die Zuger Kantonsrätin Manuela Leemann und der Thuner Unternehmer Max Jung. Sie sind gemäss Jury Vorbilder für andere Betroffene, wie die SPS am Montag mitteilte. Die Ehrung fand anlässlich des alljährlichen Adventskonzertes im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil statt. Begleitet wurde die Ehrung daher von einem Auftritt bekannter Künstler des internationalen Opernstudios IOS Zürich.

Engagement für die Chancengleichheit

Manuela Leemann (37) ist seit dem Sommer 1997 querschnittgelähmt. Der Unfall bei einem Stafettenlauf in Arosa, an dem die Zugerin mit ihrem Skiclub teilgenommen hatte, veränderte das Leben der damals 16-Jährigen radikal. Sie hatte sich bei einem Hindernis derart den Kopf angestossen, dass sie sich den fünften Halswirbel brach. Seither ist Manuela Leemann Tetraplegikerin. In der Reha kämpfte sie mit aller Kraft gegen die Abhängigkeit und versuchte auch schulisch den Anschluss nicht zu verpassen – mit Erfolg. Nach der neunmonatigen Reha konnte sie in ihre alte Schulklasse zurückkehren und bestand die Matura. Anschliessend studierte sie Jus in Freiburg und erlangte im Studienjahr in Australien den Master of Laws LLM mit Australischem Recht.

Seit 2013 arbeitet Manuela Leemann im Departement des Innern des Kantons Zug. Neuerdings ist sie dort stellvertretende Leiterin des Rechtsdienstes. Zudem ist sie politisch aktiv und wird sich ab dem kommenden Jahr im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug sowie im Zuger Kantonsrat einbringen. «Als Politikerin wird sich Manuela Leemann auch engagiert einsetzen für ihre Leidensgenossen im Rollstuhl», ist Laudator Guido A. Zäch, Ehrenpräsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, überzeugt. Denn bereits heute kämpft sie in zahlreichen Gremien für bessere Bedingungen für Menschen mit Behinderung.

Max Jung baut eigene Rollstühle

Der 66-jährige Max Jung war vor seinem Unfall ein erfolgreicher Turner. Doch dann missglückte ihm im Herbst 1968 eine Trainingsübung am Reck und er prallte auf den Boden. Er musste lange Zeit im Gips und später im Korsett verbringen und bis zum heutigen Tag 23 Operationen über sich ergehen lassen. Im Korsett beendete er die Lehre zum Feinmechaniker. Letztlich wurde er beruflich integriert, aber in der Behindertenwerkstatt fühlte sich Max Jung nie aufgehoben. Das führte dazu, dass er sich im Frühjahr 1978 selbständig machte.

Sein Ideenreichtum im eigenen Geschäft eröffneten dem Thuner neue Dimensionen der Lebensqualität. Wenn er schon mehr und mehr ein Leben im Rollstuhl verbringen musste, weil sich die Lähmungserscheinungen weiter nach oben in die Wirbelsäule drängten, dann sollten diese qualitativ besser werden. Max Jung begann eigene Rollstühle zu bauen und entwickelte weitere Hilfsmittel wie einen Duschrollstuhl, einen Sitzneigestuhl, ein Handkurbelgerät oder Spezialbremsen. (pd/zim)

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