ZUGERSEE-STRECKE: SBB kommen den Pendlern entgegen

Während anderthalb Jahren müssen Pendler aus Schwyz und Uri massiv längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Die SBB gingen über die Bücher – und holten noch ein paar Minuten heraus.

Charly Keiser
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Das neue Regime bringt Zeitersparnis ein. (Bild: Neue LZ)

Das neue Regime bringt Zeitersparnis ein. (Bild: Neue LZ)

Das neue Regime bringt Zeitersparnis ein. (Bild: Neue LZ)

Das neue Regime bringt Zeitersparnis ein. (Bild: Neue LZ)

Zwischen 2016 und 2018 wird die Bahnlinie Zug Oberwil–Arth-Goldau total saniert und ausgebaut. Während der anderthalbjährigen Bauzeit können dort keine Züge fahren. Das trifft einerseits Zürcher und Zuger, die Richtung Süden fahren wollen, insbesondere aber auch Pendler aus Uri und Schwyz. Sie müssen deutlich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen, weil die Züge über Rotkreuz umgeleitet werden. Heute dauert die Fahrt zwischen Arth-Goldau und Zug 14 Minuten. Während der Umleitung sollten es 20 Minuten mehr sein – was für massive Opposition in den Kantonen Zug, Zürich, Schwyz und Uri sorgte.

Nur noch 12 Minuten länger

Der Widerstand zeigte nun offenbar Wirkung. Die SBB gingen nochmals über die Bücher und konnten beim Fahrplan noch etwas herausholen: So wird die Fahrt auf der Strecke zwischen Goldau und Zug nur noch 12 Minuten länger dauern, wie Nicolas Germanier, Leiter Fahrplan bei den SBB, erklärt. Die Aussage Germaniers überrascht. Er gab freimütig zu, dass der politische Druck aus den betroffenen Kantonen zu einem «komplett neuen» Fahrplankonzept geführt habe. So seien unter anderem Optimierungen des Plans auch die Abfahrtszeiten in Zürich geändert worden. «Wir setzen bei der Spitzkehre in Rotkreuz zudem zwei Lokführer ein. Das bringt Zeitersparnis», nennt Germanier eine weitere Massnahme. Die Züge müssen während der Bauzeit in Rotkreuz eine Spitzkehre machen – der Lokführer muss dann jeweils in den anderen Führerstand am anderen Ende des Zuges wechseln. Mit einem zweiten Lokführer geht dies viel schneller. «Es geht beim Fahrplan meist um Minuten und oftmals sogar um Sekunden», sagt Germanier.

Wer mit dem Zug von Zug nach Art-Goldau fährt, muss zwischen 2015 und 2018 via Rotkreuz fahren. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Wer mit dem Zug von Zug nach Art-Goldau fährt, muss zwischen 2015 und 2018 via Rotkreuz fahren. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)