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Zukunft des Velotunnels ist unsicher –Zugang wird nicht mit Sicherheit für Tiefbahnhof genutzt

Wenn das Stimmvolk über den Planungskredit zur Erweiterung der Velostation bei der Luzerner Bahnhofunterführung abstimmt, ist unklar, wie lange sie bestehen bleibt. Die Unterführung und die geplante Rampe werden wohl für den Durchgangsbahnhof genutzt – definitiv ist das gemäss SBB aber nicht.
Beatrice Vogel
Die Velostation im ehemaligen Posttunnel am Bahnhof Luzern. (Bild: Pius Amrein, 11. September 2019)

Die Velostation im ehemaligen Posttunnel am Bahnhof Luzern. (Bild: Pius Amrein, 11. September 2019)

Die Stadt Luzern will bei der Bahnhof-Unterführung eine Zufahrtsrampe zur kürzlich erstellten Velostation im ehemaligen Posttunnel bauen. Die Station soll zudem von 420 auf 800 Abstellplätze vergrössert werden. Auch die Treppen- und Liftanlage zur Unterführung soll erneuert werden, wobei für den Ausbau 130 Veloabstellplätze an der Habsburgerstrasse wegfallen. Am 20. Oktober kann das Stimmvolk über den Planungskredit von knapp 1,3 Millionen Franken entscheiden. Das Stadtparlament hat diesen bewilligt, doch die SVP hat das Referendum dagegen ergriffen.

Hauptgrund für das Referendum sind die voraussichtlichen Baukosten. Die Stadt rechnet mit 7,5 Millionen Franken für den Ausbau – was der SVP zu teuer ist. Rund 6,7 Millionen Franken davon entfallen auf das Erstellen von Rampe, Treppe und Lift sowie die Tunnelverlängerung. 800'000 Franken kosten die zusätzlichen Veloplätze.

Veloparkplätze fallen mit dem Tiefbahnhof weg

Die Kosten erscheinen den Gegnern auch deshalb zu hoch, weil die erweiterte Velostation, die 2024 fertig sein soll, wohl nur wenige Jahre in Betrieb sein wird: Mit dem Bau des Durchgangsbahnhofs kann der Velotunnel nicht mehr zur Parkierung oder für die Durchfahrt genutzt werden.

Für den Stadtrat ist dies hingegen ein Argument für den Umbau: Die Rampe und die Verbreiterung der Unterführung seien eine Vorinvestition in den Durchgangsbahnhof, liess er schon mehrmals verlauten. Im aktuellen «Stadtmagazin» heisst es: Der Velotunnel und die heutige Unterführung «werden dannzumal mit geringen Anpassungen als Zugang für die wesentlich grösseren Personenströme zum Durchgangsbahnhof benötigt». Doch ist dies auch sicher – und wie sieht die weitere Planung eigentlich aus?

«Stand heute beginnt der Bau des Durchgangsbahnhofes nicht vor 2030», sagt Raffael Hirt, Sprecher der SBB, auf Anfrage. Somit wäre die ausgebaute Velostation ab 2024 mindestens sechs Jahre nutzbar, ohne dass sie durch Bauarbeiten tangiert würde. Wie bei allen grossen Bauprojekten ist es zudem auch beim Durchgangsbahnhof möglich, dass sich der Baustart noch verzögert. Raffael Hirt:

«Die Personenunterführung Süd ist auch mit dem Durchgangsbahnhof notwendig.»

Nach aktuellem Stand werde die künftige Unterführung an derselben Stelle zu liegen kommen wie heute. Definitiv könne man dies aber erst nach Beendigung des Auflageprojekts sagen – voraussichtlich Ende 2026. Wird die Rampe dann auch wirklich als barrierefreier Zugang genutzt? «Dies können wir aus heutiger Sicht noch nicht beantworten. Solche Fragen sind Teil der anstehenden Projektierung», so Hirt.

Über Kostenrückerstattung entscheidet der Bund

Die Stadt wird die Baukosten vorläufig selbst berappen müssen. Möglich ist jedoch, dass der Bund später einen Teil davon übernimmt. Im «Stadtmagazin» ist von einer schriftlichen Bestätigung seitens der SBB für eine Mitfinanzierung des Zugangs die Rede.

Ob ein Teil der Baukosten zurückerstattet wird, sei abhängig vom Entscheid über die Realisierung des Durchgangsbahnhofs, erklärt Raffael Hirt. «Dessen Kosten würde im Übrigen der Bund tragen, nicht die SBB.» Die Mittel stammen aus dem Bahninfrastruktur-Fonds.

Zum aktuellen Stand der Tiefbahnhofplanung sagt Hirt: «Der Bund hat Gelder für die Planung gesprochen, mit denen die SBB bis Ende 2022 mehrere Studien und Vorprojekte erstellen. Zurzeit verfeinern wir die Projektplanung.» Über die Realisierung des Durchgangsbahnhofes entscheide der Bund in einem der nächsten Ausbauschritte des strategischen Entwicklungsprogramms.

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