Zum 40. Geburtstag der Seniorenbühne gibt's einen richtigen Kiosküberfall

Die Seniorenbühne Luzern feiert ihr 40-Jahr-Jubiläum mit einer Komödie – und stösst auf rege Nachfrage: 51 Vorstellungen sind bereits fix gebucht.

Monika van de Giessen
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Auf der Seniorenbühne geht es actionreich zu und her. (Bilder: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Auf der Seniorenbühne geht es actionreich zu und her. (Bilder: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

«Nachwuchs ab 60 ist uns immer willkommen. Vor allem Männer sind Mangelware»,  sagt Franz Lang, Präsident der Seniorenbühne Luzern. Diese gibt es seit 40 Jahren und ist eine eigentliche «Wanderbühne»: Ein Kleinbus mit Anhänger transportiert Mitwirkende, Kulissen und Requisiten zu den Aufführungen. Der Verein tritt jedes Jahr, von Mitte November bis Ende April in Alters- und Pflegeheimen, an Altersnachmittagen und Vereinsversammlungen in der ganzen Innerschweiz auf. «Bereits sind 51 Vorstellungen fix gebucht», freut sich der Vereinspräsident.

«Theater hält die Senioren geistig mobil»

Der politisch und konfessionell neutrale Verein steht unter dem Patronat von Pro Senectute Luzern. «Das Theaterspiel hält die Senioren geistig und körperlich mobil, das Gedächtnis bleibt wach.» Dies sagt Beni Kreuzer, seit sechs Jahren Regisseur der Seniorenbühne Luzern. Das Stück «Herr Gottfried und Frau Stutz» von Hans Gmür sei sehr wortlastig und pointenreich und stelle den Regisseur und die Darsteller vor grosse Herausforderungen. Die sechs Rollen, vier weibliche und zwei männliche, sind alle doppelt besetzt. Die Darsteller können so während der Tournee alternierend eingesetzt werden.

Die Komödie wurde von Vereinsmitglied Veronika Picchetti bearbeitet. Der Dreiakter wurde zum Zweiakter und dauert jetzt rund 1 ¼ Stunden. «Das ist genau die richtige Zeit, um die Leute in den Altersheimen bei Laune zu halten», meint der Präsident. Das Bühnenbild zeigt einen typischen Kiosk mit allem, was dazu gehört. «Für mich war wichtig, auf der Bühne die Situation eines Kiosks herbeizuführen», sagt der Regisseur.

Und worum geht's im Stück? Kioskfrau Stutz wird von einem bewaffneten Kriminellen überfallen. Doch sie lässt sich nicht einschüchtern. Sie verpasst dem Täter eine saftige Ohrfeige und schnappt sich seine Pistole.

Glück im Unglück für Herrn Gottfried und Frau Stutz

Der pensionierte Journalist Göpf Hürlimann wird zufällig Augenzeuge des Überfalls. Er schreibt für die Zeitung «Blitz», die ihn seit seiner Pensionierung als freien Mitarbeiter einsetzt. «Dieser Überfall gibt die beste Story, die je im Blitz erschienen ist», freut sich der Journalist. Die Story hat Folgen: Göpf Hürlimann, den man auf der Redaktion als Dinosaurier belächelt, gewinnt neuen Respekt. Noch mehr profitiert Frau Stutz. Der Widerstand gegen die Ladenkette «Grüezi», die es auf ihren Kiosk abgesehen hat, formiert sich. Ob es Herrn Gottfried und Frau Stutz gelingt, den Kriminellen zu resozialisieren und ob «Grüezi» weiter am Kiosk Interesse bekundet, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Aufführungen: 19./20. November, Lukassaal Luzern, jeweils 19.30 Uhr. Freier Eintritt (Kollekte) www.seniorenbuehne-luzern.ch

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