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Zum 88. Geburtstag: Surseer Künstler erhält eine Ausstellung geschenkt

August Buchmann aus Sursee präsentiert in Sempach sein 55-jähriges Schaffen. Möglich macht dies seine Tochter. Die Finissage findet exakt an Buchmanns 88. Geburtstag statt.
Ernesto Piazza
Der Künstler August Buchmann bei der Arbeit in seinem Atelier in der Wohnung in Sursee. (Bild: Pius Amrein, 6. Juni 2018)

Der Künstler August Buchmann bei der Arbeit in seinem Atelier in der Wohnung in Sursee. (Bild: Pius Amrein, 6. Juni 2018)

Die Überraschung war gross und traf August Buchmann völlig unerwartet: Als ihm seine Tochter Daniela eröffnete, mit ihrer Familie eine Ausstellung für ihn als Geburtstagsgeschenk zu organisieren, sei er für einen Moment sprachlos gewesen, so der 88-jährige. Doch er stimmt diesem Vorhaben überglücklich zu. Und so präsentiert «Guschti» Buchmann vom 8. bis 29. Juni in der Sempacher Oberstadt und in der gegenüber liegenden Zehntenscheune seine Jubiläumsausstellung «Einblicke».

Buchmann hofft, «dass die Besucher viel Zeit mitnehmen», wenn sie in sein umfassendes Lebenswerk eintauchen. In den letzten 55 Jahren ist einiges zusammengekommen. Deshalb konnte auch eine «etwas andere Ausstellung» entstehen.

Maschinenzeichner, Ingenieur - und dann noch die Kunstgewerbeschule

Der 88-Jährige spürte seine Berufung für das Malen schon früh. Doch erst galt es einen «ordentlichen» Beruf zu lernen. So absolvierte er eine Lehre als Maschinenzeichner und schloss mit 28 Jahren sein Ingenieurstudium erfolgreich ab. 1962/63 absolvierte er die Kunstgewerbeschule in Luzern. «Wobei man mir damals sagte, ich solle es mir doch nochmals überlegen, ob ich diesen Weg tatsächlich beschreiten wolle», erinnert er sich.

Doch Buchmann entschied sich diesen Weg weiter zu gehen. Und damit begann seine Leidenschaft für diesen Beruf in ihm definitiv zu leben. Seither arbeitet er als freier Kunstmaler und plastischer Gestalter. Dafür sei er dankbar – genauso wie für die Unterstützung, die er in all den Jahren von seiner Frau für seinen Beruf geniessen durfte.

In seinen Anfängen erhielt Buchmann Aufträge aus dem Bekannten- und Freundeskreis, später kamen öffentliche dazu. «Mein Wirken sprach sich herum», sagt er. Ob beim Malen von Landschaften, beim Holzschnitt, beim Kupferdruck oder bei abstrakten Motiven: Stets sei ihm wichtig gewesen, auf die Leute einzugehen.

Mit Studienaufenthalten hat er seinen Horizont erweitert

Von einem Stil mag Buchmann nicht sprechen, viel eher von Ausdrucksweisen. Diese hat der 88-Jährige in all den Jahren immer weiter entwickelt. Diverse Studienaufenthalte führten ihn nach Paris, Rom, Florenz, Singapur, Hongkong oder Taiwan und ermöglichten dem heute in Sursee lebenden Künstler, den schöpferischen Horizont zu erweitern. Nachhaltig beeinflusst haben ihn Reisen nach Australien und Bali.

Der dreimonatige Australienaufenthalt im Jahre 1991 beeinflusse ihn noch immer, erklärt Buchmann. Mit vielen Struktur-Holzelementen habe er eine Sammlung von Erinnerungsrelikten an dieses Land zusammengestellt. «Die Impression der Farben, insbesondere des Outbacks, ist in mir immer noch präsent.»

Während seiner langjährigen Künstlertätigkeit sind einige Hundert Werke entstanden. Sein Arbeiten und Gestalten beruhe auf Emotionen. Anlass für seine Arbeiten sind etwa ein innerer Impuls oder Anregungen aus dem Umfeld. «So hat mir mal jemand gesagt, meine Bilder im Tessin gesehen zu haben.» Als Buchmann fragte, wie die Person darauf gekommen sei, bekam er die Antwort, deine Bilder kennt man.

Trotz der Vielfalt seiner Werke, ist auch in der aktuellen Ausstellung eine Einheit wahrzunehmen. Oder ein Mann wollte seine Frau mit einem Clown beschenken. Als «Vorlage» erhielt Buchmann ein entsprechendes Gedicht. «Auch nach über 20 Jahren sagt sie mir immer noch, dass das Bild genau das ausdrückt, was das Gedicht aussagt.»

Für ihn ist Kunst ein Abenteuer im Spannungsfeld zwischen Fantasie und Realität, in positiven und negativen Konstellationen, mit Impulsen und Inspirationen, durch Erprobung im Kräftemessen das Gleichmass anzustreben.» Buchmann bezeichnet sich als stillen Schaffer. Und dies stets mit dem Ziel «dabei die innere Freiheit mit einem sehr vielfarbigen und vielfältigen Spektrum auszuleben».

Malen und Schachspielen halten ihn fit

Als er 2007 an Krebs erkrankte, konnte er während sieben Monaten nicht malen. Danach hat Buchmann mit 120 gleichformatigen Bildern auf Papier seine Krankheit verarbeitet. Geistig hält er sich durch fast tägliches Schachspiel mit seiner Frau Martha (85) fit. Gemeinsame Ausfahrten stehen auch immer wieder auf dem Programm.

Am 29. Juni – exakt an seinem 88. Geburtstag – ist die Finissage. Und er empfindet viel Freude dafür und betrachtet es als grosses Geschenk, dass seine Tochter mit ihrer Familie diese Ausstellung organisiert. Da «Guschti» Buchmann weiter gerne malt, ist genau dies die Triebfeder, um auch künftig zu gestalten. Und wer einen Blick in sein Atelier wirft, erkennt sofort: Ans Aufhören denkt der Mann noch lange nicht.

Hinweis: Die Vernissage findet am Freitag, 8. Juni 2018, um 19.30 Uhr in der Oberstadt 12 in Sempach statt. Mehr zu den Öffnungszeiten: www.augustbuchmann.ch.

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