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Interview

Zum dritten Mal Festival verschoben – jetzt nimmt Gwand-Chefin Vock Stellung

Insgesamt dreimal wurde eine Neuauflage des von der Luzerner Designerin Suzanna Vock einst mit grossem Erfolg lancierte Mode-Festival Gwand abgesagt. Was läuft schief?
Hugo Bischof
«Ich habe mich der Gwand mit Leib und Seele verschrieben»: Suzanna Vock im Modegeschäft Modissa in Zürich. (Bild: Pascal Triponez)

«Ich habe mich der Gwand mit Leib und Seele verschrieben»: Suzanna Vock im Modegeschäft Modissa in Zürich. (Bild: Pascal Triponez)

Das von der Luzerner Designerin Suzanna Vock im Jahr 1993 initiierte Mode-Festival Gwand fand insgesamt elfmal statt, letztmals 2004. Es fand internationale Beachtung. Im Jahr 2005 nahm sich Suzanna Vock eine kreative Pause, unter anderem um sich vermehrt ihrer Familie zu widmen.

Ab 2017 sollte es zu einem Neubeginn kommen, unter dem Motto Nachhaltigkeit in der Mode. Entsprechend nennt sich der Anlass auch «Gwand Sustainable Fashion Festival». Das Festival 2017 wurde abgesagt, ebenso eine Neuauflage Ende 2018. Auch die für Ende April 2019 angesagte Gwand in der Hochschule für Design und Gestaltung in Emmenbrücke wurde kurzfristig abgesagt. Jetzt nimmt die heute 48-jährige Gwand-Chefin Vock Stellung:

Suzanna Vock, seit 2017 haben Sie die Neulancierung der Gwand dreimal verschoben. Sind Sie mit ihren steten Ankündigungen und Absagen noch glaubwürdig?

Sobald man sich exponiert, gehört Kritik dazu. In Sachen Qualität gilt für mich Null-Toleranz. Die Gwand soll wie bereits früher mit internationalen Fashionfestivals und Fashionshows in Paris, Mailand oder New York mithalten, dafür gilt es nun etwas Ausdauer zu haben. Die Gwand stand schon früher für Qualität und tut es noch heute. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Als einen der Gründe, dass Sie das Festival im Dezember 2018 absagten, nannten Sie das ungünstige Datum. Waren Sie zu blauäugig?

Das kommunizierte Datum für die Lancierung des ersten «Gwand Sustainable Fashion Festivals» war zu optimistisch. Ein solches Festival ist von vielen Akteuren abhängig und unsere Partner müssen zwingend unsere Philosophie der Nachhaltigkeit teilen. Diese selektive Auswahl braucht Zeit.

Sie verweisen stets auf die noch nicht abgeschlossenen Gespräche mit Sponsoren. Was ist das Problem?

Die Resonanz aus der internationalen Modebranche ist gross und äusserst positiv. Transparenz und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie werden immer wichtiger – besonders für die Endkonsumenten. In der Modebranche wurde das Thema Nachhaltigkeit erst konkret hinterfragt, als am 24. April 2013 in Bangladesch eine Fabrik eingestürzt ist und über 1000 Menschen getötet und weitere 2000 verletzt wurden. Das Festival hat zum Ziel, die Branche weiter in eine nachhaltige Richtung zu lenken. Die Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern sind am Laufen.

Gibt es weitere Gründe, dass Sie offenbar nicht mehr in der Lage sind, ein solch aufwendiges Festival durchzuführen?

Von «nicht mehr in der Lage sein» zu reden, entspricht nicht der Realität. Ich habe mich diesem Projekt mit Leib und Seele verschrieben und das Privileg, ein tolles Team um mich zu haben. Wir arbeiten mit Hochdruck am erfolgreichen Relaunch. Es gilt nun, etwas Ausdauer zu haben.

Gibt es eine Perspektive? Haben Sie schon ein neues Datum für die nächste Durchführung der Gwand im Blick?

Die Zusammenarbeit mit dem Modeunternehmen Modissa ist bereits gesetzt. Zudem freuen wir uns über die Kooperation mit Vivienne Westwood. Zusätzlich werden vom Hause Westwood «Haute Couture» Stücke exklusiv für die Gwand angefertigt. Die Modeschöpferin, die sich seit Jahren aktiv für den Klimaschutz stark macht, ist bekannt für ihre nachhaltige Denkweise und diesbezüglich Vorreiterin. Am 22. Mai 2019 findet die «Sustainable Fashion Milano» im Schweizer Konsulat in Mailand statt. Gwand trägt nicht nur inhaltliche Mitverantwortung dieser Veranstaltung, sondern wird sowohl die Nominationsjury als auch deren Vorschläge für potenzielle Designer, die am «Gwand Sustainable Fashion Festival» partizipieren werden, bekannt gegeben. Die Jury besteht aus Spezialisten der Modeindustrie mit umfassenden Knowhow und hoher Affinität in Ökologie, Wirtschaft und Ethik.

Und der neue Termin für die Neuauflage in Luzern?

Ein neuer Festival-Termin wird zum aktuellen Zeitpunkt bewusst nicht gesetzt. Die Gespräche mit potenziellen Partnern werden zuerst sorgfältig abgeschlossen.

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