Zum Schulanfang: Laptops halten Einzug in die Luzerner Schulzimmer

Am Montag kehren viele Kinder und Jugendliche aus dem Kanton Luzern wieder in ihre Klassenzimmer zurück. Das neue Schuljahr wartet besonders im Bereich Digitalisierung mit Neuerungen auf.

Martina Odermatt
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Das süsse Nichtstun in den Sommerferien hat bald ein Ende: Am Montag beginnt für 60 000 Kinder und Jugendliche wieder der Schulalltag. Auch für die Lehrpersonen ändert sich so einiges. So wird dieses Jahr der Lehrplan 21 ab der 6. Klasse umgesetzt. An der Volksschule kommt ein neues Französisch-Lehrmittel zum Einsatz, das auch über eine digitale Lernplattform und eine digitalisierte Ausgabe des Arbeitsbuches verfügt. Der bisherige Heimatkunde-Ordner wird durch die Plattform «entdecke.lu.ch» ersetzt. Das Lehrmittel wurde eigens für den Kanton Luzern entwickelt. Die Schüler können auf dieser Plattform online zu Themen des Kantons Luzern arbeiten.

Bedeutender sind jedoch andere Änderungen: Bald sollen alle Schulen mit Laptops für die Schüler ab der dritten Primarklasse ausgerüstet sein; 30 000 Geräte wurden bereits angeschafft. Auf Gymnasialstufe arbeiten und lernen ab diesem Schuljahr die meisten Schüler ab der 4. Klasse mit ihrem eigenen Gerät. Einzig jene der Kantonsschulen Musegg und Willisau wechseln erst in einem Jahr auf diesen Modus. Wichtig ist aber nicht nur der Besitz eines eigenen Laptops. Auch der Umgang damit will gelernt sein. «In den vergangenen drei Jahren wurden die Lehrpersonen auf die Umstellung vorbereitet und dementsprechend ausgebildet», sagte Bildungsdirektor Reto Wyss am Dienstag anlässlich einer Medienkonferenz. Ausserdem beginnen dieses Schuljahr auch die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Fachs Informatik an den Gymnasien.

Lernplattformen ersetzten klassische Lehrmittel

Alle Zeichen stehen also auf Digitalisierung. Das zeigt sich auch bei der Berufsbildung: 60 Prozent der Lernenden müssen ab diesem Lehrjahr ihre eigenen Laptops in den Unterricht mitbringen. Die Geräte finanzieren die Lehrlinge grundsätzlich selbst.

In den vergangenen Jahren wurde die Infrastruktur an den Schulen auf Vordermann gebracht. Jede Kantons- und Berufsschule verfügt nun über WLAN. Das trägt Früchte: Vermehrt wird auf Lernplattformen statt herkömmliche Unterrichtsmaterialien gesetzt. Bereits gebe es auch erste berufsspezifische Lern-Apps, auch Prüfungen würden digital abgelegt. «Das eröffnet uns viele Chancen», sagte Wyss. So könne man auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingehen. «Schnellere Schüler können zusätzliche Aufgaben lösen und so gefördert werden. Langsamere Schüler können sich in ihrem Tempo in den Schulstoff einarbeiten und so etwa Arbeitsblätter mehrmals lösen», sagte Wyss.

«In den vergangenen drei Jahren wurden die Lehrpersonen auf die Laptop-Umstellung vorbereitet und ausgebildet.»
Reto Wyss, Bildungsdirektor Kanton Luzern (CVP)

Dank der Laptops und der Lernplattformen sei das Lernmaterial zeitlich immer verfügbar. «Die Berufsbildung will sicherstellen, dass der Berufsnachwuchs die digitalen Medien souverän nutzen lernt, und eine fundierte Basis mitnimmt für die digitale Veränderung der Welt.» Zentral sei und bleibe bei all den Veränderungen jedoch die Lehrperson. «Sie plant den Unterricht und ist für dessen Inhalt verantwortlich.» Punkto Sicherheit des digitalen Weges gibt es laut Wyss keine Bedenken. Die Daten von Schülern seien geschützt und die Sicherheitsmassnahmen mit dem Luzerner Datenschützer ausgearbeitet. «Das Ziel ist der Umgang mit neuer Technik und die Vorbereitung aufs Studium und die Wirtschaft.»

Neuer Masterstudiengang von Luzern und Kanada

Apropos Studium: Auch die Hochschulen warten im neuen Semester mit einigen Änderungen auf: Die Pädagogische Hochschule bietet einen neuen Masterstudiengang Fachdidaktik Medien und Informatik an. Die Universität Luzern lanciert einen gemeinsamen Masterstudiengang Politikwissenschaft mit einer kanadischen Universität und die Hochschule Luzern startet mit «Information & Cyber Security» und «International IT Management» zwei neue Bachelorstudiengänge. Mit «Applied Information and Data Science» gibt es zudem einen zusätzlichen Masterstudiengang.