Zunftmeister schwärmt für FCZ, Weibel für FCL

Nach der Safranzunft hat jetzt auch die Luzerner Weyzunft seinen Fasnachtschef: Werner Rast ist neuer Zunftmeister, Roger Gehri sein Weibel.

Drucken
Teilen
Frisch gewählt: Der neue Weyzunftmeister Werner Rast (links) mit seinem Weibel Roger Gehri. (Bild: André Häfliger/Neue LZ)

Frisch gewählt: Der neue Weyzunftmeister Werner Rast (links) mit seinem Weibel Roger Gehri. (Bild: André Häfliger/Neue LZ)

Einstimmig wurden die beiden hohen Fasnachtsrepräsentanten am Sonntagabend am Jahresbot der Weyzunft im Grand Casino Luzern gewählt. Und zwar auf Vorschlag von Zunftpräsident René Najer, dem abtretenden Zunftmeister Bruno Spörrisowie Altzunftmeister Daniel Amrein. Im Gegensatz zur Safranzunft wussten die beiden Erkorenen und ein kleiner Insiderkreis im Voraus über die Wahlvorschläge Bescheid. «Insofern war es für mich keine Überraschung, aber umso mehr eine grosse Freude und gleichzeitig auch eine schöne Herausforderung in einem Amt, dem ich grossen Respekt zolle», erklärte Werner Rast, der nächsten Samstag ganz offiziell ins Amt inthronisiert wird, nach seiner Wahl der Neuen Luzerner Zeitung. Zudem ist er der oberste Luzerner Fasnächtler am Güdismontag, 7. März. Rast ist auch Gründer und Präsident der Luzerner Bahnhof-Guugete-Konzerte, die dieses Jahr mit 18 Musiken ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern werden. Zudem spielte er während 18 Jahren bei der Luzerner Rotsee-Möven-Guggenmusik die Posaune.

Von der Mutter angesteckt

Rast, in Beromünster geboren und in Hohenrain wohnhaft, ist ein sehr aktiver Fasnächtler. «Das Fieber hat meine Mutter in mir entfacht, als einziger übrigens unter vier Geschwistern», erzählte der selbständige Unternehmer im Bereich Personaldienstleistung mit sechs Mitarbeitern in Baar. «Mit ihr habe ich Masken gebastelt, dank ihr habe ich auch eine Kinder-Guggenmusik gegründet und auch mitgeholfen, Wagen zu bauen.» Die Fasnacht verbindet ihn auch mit seiner Ehefrau Gisela Rast-Meier, die in Littau das Kostümatelier «Fasnachts Art» führt. Gegen 20 Kostüme fertigt die neue «Weyzunftmutter» jährlich an, unter anderem natürlich jenes den neuen Weyzunftmeisters. Das braucht pro Kostüm rund 200 Stunden Arbeitsaufwand, Bestellungen für das Jahr 2013 liegen bereits vor...

Zum Glück Fourier geblieben

Der 47-jährige Werner Rast, Vater der 11-jährigen Tochter Nina Rahel, hat zu den Fritz-Furler-Glanzzeiten im Luzerner Hotel Château Gütsch eine Kochlehre absolviert und sass als Verkaufsleiter auch einmal in der Emmi-Geschäftsleitung. Im Militär ist er zum Glück Fourier geblieben. «Ich hatte zwar den Vorschlag zum Quartiermeister-Leutnant, aber da legte meine Frau das Veto ein - entweder sie oder der Leutnantsgrad», schmunzelte Rast, der Segeln, Reisen, Harley-Fahren, Badminton, Bücher und Fotografieren als seine Hobby angibt. Schon seit seiner Teenagerzeit sei er «passionierter Fan» des momentan drittplatzierten FC Zürich.

FCZ-Fan gegen FCL-Fan...

Genau das unterscheidet ihn von seinem Weibel: Der 44-jährige Marketingplaner Roger Gehriaus Kriens, verheiratet mit Marketingfachfrau Sandraund kinderlos, nämlich ist «ebenso passionierter Fan» von Wintermeister FC Luzern. Beide sind natürlich überzeugt, dass «ihre» Vereine den Meistertitel holen werden.Ob das gut kommt mit den beiden? «Ganz sicher», lächelte Rast. «So was spornt doch gegenseitig an - zum Wohle der Fasnacht natürlich. Ich wünsche mir viele, sehr viele aktive Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die tatkräftig mitmachen und sich auch gut auf den tollen Event anfangs März vorbereiten.» Der Euro, die Griechenland-Krise und die bereits wieder verworfene Luzerner Fasnachts-Vignette sieht Rast als beliebteste Sujets 2011 voraus.

André Häfliger/Neue LZ