Zusätzliche Wohnplätze für Schwerbehinderte

In Rathausen werden zusätzliche Wohnplätze für Schwerbehinderte geschaffen, ältere saniert und provisorische durch definitive ersetzt. Total investiert die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL) auf dem Areal des einstigen Klosters 34 Millionen Franken.

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Die Provisorien der SSBL müssen bis Ende 2015 aufgehoben werden. Sie werden durch neue Wohnplätze ersetzt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Provisorien der SSBL müssen bis Ende 2015 aufgehoben werden. Sie werden durch neue Wohnplätze ersetzt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die an der Reuss gelegene Anlage, die auch als Internierungslager und Kinderheim genutzt wurde, gehört seit 1989 der SSBL. Die Stiftung bietet dort etwa Wohnplätze sowie Ateliers für Tagesaufenthalte an. Insgesamt betreibt die SSBL im ganzen Kanton Luzern 300 Wohnplätze. In den letzten Jahren gab es Pläne, im sanierungsbedürftigen Kloster ein Erlebniszentrum, das Behinderungen erfahrbar macht, einzurichten. Diese Idee war aber umstritten und liess sich nicht finanzieren.

Nun entschied sich die SSBL, die Klosteranlage zu sanieren und für eigene Zwecke zu nutzen sowie in Neubauten 70 neue Wohnplätze zu realisieren. Von diesen seien aber nur 21 zusätzliche Plätze, teilte die Stiftung am Freitag mit. Beim Rest handle es sich um Sanierungen oder den Ersatz von provisorischen Wohnpavillons. Durch die Erweiterung werden bis zu 25 Vollzeitstellen für grösstenteils speziell qualifiziertes Personal geschaffen.

Neues Betriebskonzept

Der Bedarf für zusätzliche Plätze ist gemäss SSBL ausgewiesen. Bis in wenigen Jahren werden im Kanton rund 50 Plätze für Menschen mit schweren Behinderungen fehlen. Ein Grund dafür ist, dass die Lebenserwartung der Schwerbehinderten steigt. Die SSBL will die Schaffung von neuen Wohnplätzen auch dazu nutzen, das Betriebskonzept zu überarbeiten. So sollen die Wohngruppen, denen heute bis zu neun Personen angehören, auf fünf Plätze verkleinert werden.

Die SSBL prüfte nach eigenen Angaben auch alternative Standorte für die im ganzen Kanton nach einem Standort für die neuen Wohnplätze. Als beste Lösung erwies sich ihr Sitz in Rathausen, weil ihr dort das Land gehört, bereits Einrichtungen wie die Wäscherei oder die Küche vorhanden sind und das Kloster, das ohnehin saniert werden muss, für eigene betriebliche Zwecke verwendet werden kann.

Freiraum im Grünen

Ein weiterer Grund, der für Rathausen den Ausschlag gab, ist die Lage im Grünen. Die behinderten Bewohner hätten dort einen grossen Freiraum. Auch Konflikte mit der Nachbarschaft seien nicht zu befürchten, schreibt die SSBL.

Finanziert werden sollen die Investitionen von 34 Millionen Franken über Bankkredite. Der Betrieb wird über Leistungspauschalen gesichert. Diese werden auf 2015 erhöht. Allenfalls möglich sind kantonale Beiträge an die Klostersanierung. Für gewisse Arbeiten wird die SSBL auch auf Spenden angewiesen sein.

Damit die Pläne der SSBL umgesetzt werden können, braucht es noch die Zustimmung des Kantons. Der Regierungsrat dürfte, nach den entsprechenden Beratungen im Kantonsrat, Mitte 2012 einen Entscheid fällen.

Die Stiftung wird für das ganze Areal einen Masterplan ausarbeiten. Für die Neubauten wird ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Zudem ist noch eine Zonenplanänderung nötig. Die Wohnplätze sollen bis spätestens Anfang 2016 bezugsbereit sein.

sda/zim