Zusammenstehen für die LZ-Weihnachtsaktion

Zentralschweizer helfen Zentralschweizern: Das ist der Sinn der Weihnachtsaktion unserer Zeitung. Auch dieses Jahr wird mit den Spendengeldern Not gelindert und unbürokratische Unterstützung geboten.

Drucken
Teilen
LZ-Weihnachtsaktion: Zentralschweizer helfen Zentralschweizern. (Bild: PD)

LZ-Weihnachtsaktion: Zentralschweizer helfen Zentralschweizern. (Bild: PD)

So sehr die fünfköpfige Familie B.* in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde sich auch einschränkt: Gegen Ende Monat wird das Geld sehr knapp. Zwar bessert der 45-jährige Hilfsarbeiter Ernst B. sein kleines Einkommen mit Zusatzarbeiten als Hauswart und Aushilfschauffeur auf, doch gibt es immer wieder Engpässe.

Zum Beispiel, weil mehrere Rechnungen für Arztkosten-Selbstbehalte der längere Zeit kranken Ehefrau Anna B. sowie eine grosse Zahnarztrechnung offen sind. Auch kostet die Ausbildung der drei noch zu Hause lebenden Kinder zwischen 13 und 19 Jahren viel Geld. Jede Anschaffung, zum Beispiel der Ersatz eines kaputten Staubsaugers, muss sorgfältig überlegt werden. Familie B. gehört zu den so genannten Working Poor: Trotz grossem Arbeitseinsatz ist der Verdienst zu klein, um gut über die Runden zu kommen.

Belastende Geldsorgen

Die LZ-Weihnachtsaktion erhält jedes Jahr Dutzende Gesuche von Gemeinden und Institutionen, in denen finanzielle Not von Einzelpersonen und Familien mit kleinen und kleinsten Einkommen geschildert wird. Eine grosse Heizkostenabrechnung, eine nicht geplante, aber nötige Anschaffung oder Zusatzkosten wegen Krankheit werfen das eh schon knappe Budget über den Haufen. Geldsorgen sind für die Betroffenen oft sehr belastend und führen zu schlaflosen Nächten, weil man doch nicht in Schulden geraten möchte. Unsere grossherzigen Leserinnen und Leser können mit einer Spende helfen, Engpässe zu überbrücken und finanzielle Not zu lindern.

Bei Familie B. geht es um einen Beitrag an die offenen Rechnungen und – wie die Sozialarbeiterin der Gemeinde schreibt –, um einen Zustupf an die Freizeitaktivitäten der drei Jugendlichen, die Musik machen und Sport treiben und nicht wegen Geldnot abseits stehen sollen. In einer anderen Familie mit vier Kindern in der Innerschweiz sind Vater und Mutter in Vollzeit berufstätig. Dennoch liegt das Einkommen nur knapp über dem Existenzminimum. Familie A. lebt bescheiden und ist stolz, keine Sozialhilfe zu beziehen.

Keine Weihnachtsgeschenke

«Frau und Herr A. tun sich jedoch schwer damit, dass sie dieses Jahr für ihre vier Kinder zwischen 8 und 15 Jahren keine Weihnachtsgeschenke kaufen können», steht im Gesuch der Gemeinde an die LZ-Weihnachtsaktion. Das dafür vorgesehene Geld wurde für eine dringend nötige Anschaffung gebraucht. Unsere Spender machen es möglich, dass an Heiligabend eben doch ein paar Päckli unter dem Weihnachtsbaum der Familie A. liegen werden.

Mit 330 Franken überleben

Für alte Menschen sind Geldsorgen eine besondere Last. Denn sie gehören zu einer Generation, die in der Regel enge finanzielle Verhältnisse kennt und zur Sparsamkeit erzogen wurde. Hand aufs Herz: Können Sie sich vorstellen, mit rund 330 Franken pro Monat im Alters- oder Pflegeheim zu leben? Und damit alle persönlichen Ausgaben vom Nachmittagskaffee über den Coiffeur bis zu den Kleidern und zum Ausflug zu bestreiten? Diese Situation ist Realität für sehr viele 80-, 90-Jährige, die im Heim leben, kein Vermögen haben und ausschliesslich von AHV sowie Ergänzungsleistungen leben. Aus dem so genannten Freibetrag von 330 bis 350 Franken müssen alle persönlichen Auslagen bezahlt werden. Was aber passiert, wenn eine neue Brille angeschafft werden muss, wenn der uralte Wintermantel praktisch auseinanderfällt oder die Schuhe definitiv nicht mehr repariert werden können? Wie kann ein 80-Jähriger, der alle paar Monate seine Schwester in Basel besuchen möchte, die Fahrkosten finanzieren? Eine 87-Jährige strickt gerne für ihre Enkelkinder, aber der Kauf von Wolle ist für sie ein Problem, weil sie hohe Kosten für nicht kassenpflichtige Medikamente bezahlen muss. Auch in diesen Fällen hilft die LZ-Weihnachtsaktion und kann sehr oft mit wenigen hundert Franken den Betroffenen eine grosse Last abnehmen und eine riesige Freude bereiten. Zustupf für betreute Ferien Sind Ferienwünsche ein Luxus? Aus der Sicht unserer Spenderinnen und Spender sicher nicht, wenn es darum geht, zum Beispiel behinderten Menschen eine begleitete Ferienwoche zu ermöglichen. Ein 50-jähriger Mann, seit seiner Geburt geistig behindert, lebt seit vielen Jahren in einem Wohnheim und kann sich von seinem kleinen Taschengeld nur wenig leisten. Nun ist dieses Jahr sein Vater gestorben, der ihn ab und zu besucht hatte; weitere Familienangehörige hat der Mann nicht. Er hat sehr wenig soziale Kontakte ausserhalb des Heims. Umso mehr bedeutet für ihn eine Ferienwoche, wo er gut betreut wird, eine willkommene Abwechslung. Das Gleiche gilt für eine 62-jährige Frau mit Down-Syndrom, die in einem Wohn- und Werkheim lebt. «Für Frau X. sind die betreuten Ferien der Höhepunkt des Jahres», schreibt ihre Beiständin. Versteckte Not Die Beispiele liessen sich fortsetzen – finanzielle Not hat viele Gesichter. Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern und neuer Beiratspräsident der LZ-Weihnachtsaktion, sind bei der Durchsicht der Hilfsgesuche zwei Dinge aufgefallen. «Erstens: Versteckte oder verschämte Not und Armut gibt es überall, in der Stadt und in ländlichen Gegenden. Zweitens wird deutlich, dass sich Notsituationen sehr häufig von den Eltern auf die Kinder übertragen.» Dabei gehe es auch, aber nicht nur um finanzielle Not: Es komme zum Beispiel vor, dass nach dem Auseinanderbrechen einer Ehe der alleinerziehende Elternteil für längere Zeit krank werde und deshalb die Erziehung und Zuwendung gegenüber den Kindern vernachlässige. Die Kinder wiederum fänden keinen Zugang und keine Akzeptanz in den Beruf und später in den Arbeitsmarkt. Urs W. Studer sagt: «Es ist gut, dass es Sozialdienste und andere Institutionen gibt, die sich mit den Schattenseiten und -situationen des menschlichen Lebens befassen und bei der LZ-Weihnachtsaktion in besonderen Fällen ein Gesuch einreichen können.» Gesuche werden seriös geprüft Der Beiratspräsident betont, dass die 13 fachkundigen Mitglieder dieses Gremiums die Gesuche «verantwortungsbewusst, umsichtig und engagiert prüfen und in Einzelfällen zusätzliche Abklärungen treffen». Denn das Spendengeld soll ja im Sinne der Spender haushälterisch und zielgerichtet eingesetzt werden. * Namen und persönliche Umstände geändert.

Ruth Schneider / Neue LZ

Start der Weihnachtsaktion 2012

Am Samstag, 17. November, liegt unserer Zeitung der Flyer mit Einzahlungsschein für die LZ Weihnachtsaktion bei. Zum 17. Mal sammeln wir Geld, damit Menschen in der Zentralschweiz, die aus verschiedensten Gründen in finanziellen Engpässen sind, geholfen werden kann. Spenden kann man ab sofort und übrigens das ganz Jahr über: Postkonto und online . Wir danken herzlich für jede Spende!

Spenden ab 100 Franken werden, sofern nicht anders gewünscht, in unserer Zeitung publiziert. Sachspenden können wir aus logistischen Gründen nicht entgegennehmen; wir danken für Ihr Verständnis.

Die LZ Weihnachtsaktion ist als regionale Hilfsaktion in unserer Region fest verankert; letztes Jahr wurde mit 3,2 Millionen Franken ein neuer Spendenrekord erreicht. Insgesamt wurden seit der Gründung im Jahr 1996 mehr als 24 Millionen Franken Spenden gesammelt. Seit 2006 ist die LZ Weihnachtsaktion als Stiftung organisiert und damit vom Unternehmen LZ Medien unabhängig. Stiftungsratspräsident ist Erwin Bachmann, Verwaltungsratspräsident der LZ Medien.

Gesuche an die LZ Weihnachtsaktion können nur von Gemeinden und von Institutionen eingereicht werden. Seit diesem Jahr nehmen wir auch Gesuche aus dem oberen Freiamt entgegen. Bisher sind bereits gegen 600 Gesuche eingegangen; letztes Jahr waren es insgesamt 2210 Gesuche.

Alle Gesuche werden vom Beirat sorgfältig geprüft; das ist ein ehrenamtlich tätiges Fachgremium mit 13 Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern.

Geschäftsstelle der LZ Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: ; Telefon

Bitte melden Sie uns Ihre Spendenaktionen

Wir freuen uns jedes Jahr über Vereine, Schulklassen, Chöre und Pfarreien, die Sammelaktionen zu Gunsten der LZ-Weihnachtsaktion durchführen. Gerne bieten wir Ihnen die Gelegenheit, solche öffentlichen Aktionen in unserer Zeitung und online im Voraus anzukündigen, zum Beispiel für Konzerte oder Bazarverkäufe. Bitte melden Sie sich telefonisch oder per E-Mail:

lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch Telefon .

Ebenso haben Sie Gelegenheit, Fotos Ihrer Aktion bei uns online zu veröffentlichen. Diese können Sie ebenfalls an obige E-Mail-Adresse senden.

Kerzenlicht zu Gunsten Bedürftiger

Eine sympathische Aktion zu Gunsten der LZ-Weihnachtsaktion führen die Lernenden des Kerzenproduzenten Balthasar in Hochdorf durch. Sie sammeln anlässlich des jährlichen grossen Sonderverkaufs ab Fabrik. Eigens dafür gestaltete Kerzengläser (siehe Bild) werden für 5 Franken an die Kundschaft verkauft. Die Einnahmen daraus gehen an die LZ-Weihnachtsaktion. Zudem spendet die Firma Balthasar für jedes verkaufte LZ-Weihnachtsaktion-Kerzenglas zusätzlich 5 Franken an die Bedürftigen in unserer Region.

Der Balthasar-Sonderverkauf findet statt am Freitag, 23. November, von 14 bis 20 Uhr und am Samstag 24. November von 9 bis 13 Uhr in Hochdorf, Lavendelweg 2. Weitere Infos unter: www.balthasar.ch

Kerzenlicht zugunsten Bedürftiger. (Bild: PD)

Kerzenlicht zugunsten Bedürftiger. (Bild: PD)