ZWANGSHEIRAT: Kanton Luzern gibt Migrantinnen Tipps gegen Zwangsverheiratung

Die freie Partnerwahl ist ein Menschenrecht. Diese Botschaft vermittelt eine Broschüre, mit der Kanton Luzern jungen Migrantinnen und Migranten zeigen will, dass sie sich einer arrangierten Ehe widersetzen können.

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Die CVP will die Heiratsstrafe bei den
Bundessteuern beseitigen. (Symbolbild Keystone)

Die CVP will die Heiratsstrafe bei den Bundessteuern beseitigen. (Symbolbild Keystone)

Wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte, wird davon ausgegangen, dass jährlich mehrere Dutzend junge Menschen, die im Kanton Luzern leben, zur Heirat mit einer von Eltern oder Verwandten bestimmten Person gezwungen werden. Gerade im Sommer, wenn aus dem Ausland stammende Familien in ihre alte Heimat zurückkehren, ist die Gefahr gross, dass dort Ehen angebahnt oder beschlossen werden.

Mit einer Broschüre will der Kanton die Jugendlichen darüber informieren, dass Zwangsheiraten in der Schweiz verboten sind und dass sie sich gegen eine mögliche arrangierte Ehe wehren können. Das Informationsblatt ist in Deutsch und zehn Fremdsprachen abgefasst und soll via Schulen, Jugendtreffs oder Beratungsstellen an die potentiell gefährdeten jungen Menschen gelangen.

Die Broschüre klärt die Jugendlichen darüber auf, dass allein sie zu bestimmten hätten, ob und wen sie heiraten wollten. "Teile deinen Eltern und Verwandten möglichst früh mit, dass du nicht heiraten möchtest", heisst es in der Broschüre. "Warte nicht bis das Hochzeitsfest geplant ist und die Einladungen verschickt sind."

Wer befürchtet, zwangsverheiratet zu werden, solle sich Unterstützung holen und sich entsprechend auf die Ferien vorbereiten. Vertrauenspersonen sollten informiert, eine Kopie des Passes sicher verwahrt und genügend Geld zum Telefonieren mitgenommen werden. Weitere Informationen zur Broschüre gibt es hier. (sda/zfo)