Zwei Abgänge beim Luzerner Kunstmuseum

Sammlungskonservator Christoph Lichtin und Finanzleiter Reto Inäbnit verlassen das Kunstmuseum Luzern. Grund sind unterschiedliche Auffassungen bezüglich Zukunftsgestaltung.

Drucken
Teilen
Das Kunstmuseum Luzern wird von Fanni Fetzer geführt. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Das Kunstmuseum Luzern wird von Fanni Fetzer geführt. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Christoph Lichtin und Reto Inäbnit verlassen das Kunstmuseum per Frühjahr 2013 auf eigenen Willen und suchen eine neue berufliche Herausforderung, wie das Kunstmuseum mitteilt. Hintergrund des Doppelabgangs sind offenbar Uneinigkeiten in der Geschäftsleitung. Begründet wird der Rücktritt laut Mitteilung mit unterschiedlichen Auffassungen bezüglich Führungs- und inhaltlicher Fragestellungen.

Lichtin, Inäbnit und Museumsdirektorin Fanni Fetzer seien enttäuscht über die Entwicklung des Kunstmuseums, sagte Kurt Bieder, Präsident der Kunstgesellschaft, auf Anfrage. Fetzer hatte vor einem Jahr die Nachfolge von Peter Fischer angetreten. Unter Fischer sei das Angebot in der Kunstvermittlung mit finanzieller Unterstützung von Stiftungen ausgebaut worden, sagte Bieder. Diese Finanzierung laufe nun aus, und eine Anschlussfinanzierung sei noch nicht gefunden worden. Falls keine neue Geldquelle gefunden wird, muss das Museum sparen und damit auch das Angebot straffen. Für diese Konsolidierungsphase brauche es eine einige Führung, sagte Bieder. Die Auffassungen in der Geschäftsleitung seien aber auseinandergegangen. Gemäss Bieder begleitet der Vorstand der Kunstgesellschaft das Museum in der jetzigen Phase eng. Die Abgänge sollen möglichst rasch ersetzt werden.

Christoph Lichtin war 8,5 Jahre im Kunstmuseum Luzern tätig. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Sammlung des Kunstmuseums, dem Online-Zugriff auf 2000 Werke und den wechselnden thematischen Sammlungspräsentationen habe er im Umgang mit einer Museumssammlung in der Schweiz eine Pionierrolle eingenommen. Zuletzt war die von Christoph Lichtin verantwortete Ausstellung «Das Atelier. Orte der Produktion» zu sehen.

Reto Inäbnit war drei Jahre im Kunstmuseum Luzern als administrativer Leiter tätig. Engagiert habe er die Professionalisierung der Abläufe, ein weitsichtiges Controlling und die Zusammenarbeit mit diversen Partnern wie Kanton und Stadt Luzern, Luzerner Museen und KKL vorangetrieben, heisst es weiter.

pd/rem/sda