Zwei Bergwanderer wurden am Brienzer Rothorn aus dem Neuschnee gerettet

Zwei Spanier sind am Sonntag bei schlechtem Wetter zum Brienzer Rothorn aufgebrochen. Sie konnten den Weg bald nicht mehr alleine fortsetzen. Polizei und Bergretter retteten die unterkühlten Wanderer.

Roger Rüegger
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Trotz schlechtem Wetter und Schneefall haben zwei Männer am Sonntagmorgen eine Wanderung aufs Brienzer Rothorn unternommen. Die beiden Spanier im Alter von 47 und 48 Jahren – einer von ihnen wohnt im Kanton Zug – waren gegen 10.30 Uhr zu Fuss von der Talstation der Bergbahn Brienzer Rothorn in Richtung Brienzer Rothorn unterwegs, wie die Staatsanwaltschaft Luzern am Montagmorgen mitteilte. 

«Die beiden Wanderer hatten eine Lawine ausgelöst und konnten den Weg nicht mehr fortsetzen», heisst es in der Mitteilung weiter. Kurz nach 16 Uhr hat laut Simon Kopp, dem Kommunikationsverantwortlichen der Staatsanwaltschaft, einer der Männer bei der Polizei einen Notruf abgesetzt.

Fünf Stunden nach dem Notruf aufgefunden

Daraufhin ist die Bergrettung Sörenberg/Entlebuch mit 19 Personen ausgerückt. Für die Suchaktion sei eine Wärmebildkamera eingesetzt worden. Kurz vor 21.30 Uhr, also über fünf Stunden nach dem Notruf,  konnten die vermissten im Gebiet «Schongütsch» im Neuschnee aufgefunden werden. Beide waren stark unterkühlt.

Laut Rettungsschef Urs Christener haben sich die beiden Männer bei der Rettung weit abseits jeglicher Wanderwege befunden. «Sie haben sich hoffnungslos verirrt. Wenn wir sie nicht gefunden hätten, wäre die Wahrscheinlichkeit gross gewesen, dass sie die Nacht nicht überlebt hätten», so Christener. 

So etwas macht kein normal denkender Mensch

Dass sich die Spanier bei den Witterungsbedingungen, die am Sonntagmorgen herrschten, auf dem Weg zum Rothorn aufmachten, ist laut dem Rettungsschef Irrsinn. «So etwas macht ein normal denkender Mensch nicht. Die Männer waren Bergläufer und wussten offensichtlich nicht, in welch grosse Gefahr sie sich begeben.» Die Ausrüstung der beiden sei zudem völlig ungeeignet gewesen.

Weshalb sie sich auf die Tour aufmachten und ob sie selber von der Lawine erfasst worden sind, ist noch unklar. Die Männer waren zum Zeitpunkt des Gesprächs mit dem Rettungsschef noch nicht befragt worden.

Rettungskosten von rund 8000 Franken

Vom Rettungsdienst 144 wurden sie in ein Spital gebracht. Zum Rettungszeitpunkt herrschte auf dem Berg eine Temperatur von minus 8 Grad. Die Bergrettung kostet laut Christener 7000 bis 8000 Franken. Eine teure Tour. Kopp sagte, es werde geprüft, die Rettungskosten den beiden Männern zu übertragen. Die Kosten der Bergrettung müssten sie oder deren Versicherung bezahlen.