Zwei Männer, ein freier Sitz im Gemeinderat: In Geuensee kommt es zur Kampfwahl

Ingbert Kaczmarczyk (SP) und Pascal Schenker (FDP) machen den letzten Sitz im Gemeinderat von Geuensee unter sich aus. 

Fabienne Mühlemann
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Das Resultat des ersten Wahlgangs in Geuensee zeigte ein eindeutiges Bild: Alle vier Gemeinderäte, die sich zur Wiederwahl stellten, erreichten das absolute Mehr klar. Der amtierende Gemeindepräsident Hansruedi Estermann (CVP) wurde mit 570 Stimmen bestätigt. Beatrice Cozzio-Kämpf (parteilos), Alexandra Stocker-Suppiger (CVP) und Pirmin Schmidlin (parteilos) holten alle mindestens 490 Stimmen.

Gemeinderat Geuensee

*
bisher im Amt.
gewählt
Hansruedi Estermann
Hansruedi Estermann *
CVP
570
Beatrice Cozzio-Kämpf
Beatrice Cozzio-Kämpf *
parteilos
520
Alexandra Stocker-Suppiger
Alexandra Stocker-Suppiger *
CVP
497
Pirmin Schmidlin
Pirmin Schmidlin *
parteilos
490
Ingbert Kaczmarczyk
Ingbert Kaczmarczyk
SP
296
Verfügbare Sitze: 5
Pascal Schenker
Pascal Schenker
FDP
223
Evelyne Dahinden-Konzelmann
Evelyne Dahinden-Konzelmann
SVP
167
Absolutes Mehr
335 Stimmen

Auf Platz fünf folgte Ingbert Kaczmarczyk (SP), welcher das absolute Mehr um 39 Stimmen verpasste. Pascal Schenker (FDP, 223 Stimmen) und Evelyne Dahinden-Konzelmann (SVP, 167 Stimmen) folgten dahinter. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat und auch überrascht über den fünften Platz. Doch gleichzeitig ist es schade, die direkte Wahl in den Gemeinderat so knapp verpasst zu haben», sagt Kaczmarczyk.

Ausgeglichener zweiter Wahlgang

Weil Dahinden-Konzelmann nicht mehr zum zweiten Wahlgang antritt, kommt es zum Duell um den frei gewordenen Sitz von Angelo Petteruti (FDP), der für das Ressort Raum und Umwelt, Immobilien verantwortlich ist. Es dürfte knapp werden. «Ich lag zwar im ersten Wahlgang vorne, rechne nun aber damit, dass die SVP-Stimmen, die zuvor an Evelyne Dahinden-Konzelmann gingen, eher Pascal Schenker erhält. Das Rennen wird daher sehr eng», sagt Kaczmarczyk. Mit einem guten Wahlkampf rechne er sich aber trotzdem gute Chancen aus. Schenker ergänzt: «Die Karten werden neu gemischt. Dank meiner gesellschaftlichen Verankerung in der Gemeinde und meiner beruflichen Qualifikation sind meine Wahlchancen intakt.»

Ingbert Kaczmarczyk (links) und Pascal Schenker kämpfen um den freien Sitz.

Ingbert Kaczmarczyk (links) und Pascal Schenker kämpfen um den freien Sitz.

Bilder: PD

Pascal Schenker ist in Geuensee aufgewachsen und arbeitet auch dort. «Als Geuenseer bin ich nah am Puls der Bevölkerung und kenne deren Gefühlslage und Anliegen», sagt der 37-Jährige. Schenker ist Geschäftsführer eines Architekturbüros in Geuensee. Als Architekt und Bauplaner habe er ein breit gefächertes Wissen im Bauen, Baurecht, Verwaltungsrecht und der Raumplanung. Er ist ausserdem Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Unternehmer-Netzwerk Geuensee, bei der Ortspartei FDP ist er seit Ende 2016 Mitglied.
Fünf Jahre lang war er in der kantonalen Verwaltung tätig. «Verwaltungsabläufe einer Behörde sind mir daher bekannt», so Schenker.

Ein grosses Anliegen sei ihm die anstehende Gesamtrevision der Ortsplanung. «Eine massvolle innere Verdichtung ist anzustreben, sodass der Dorfcharakter trotzdem erhalten bleibt und die öffentlichen Räume aufgewertet werden können.» Es sei wichtig, dass Geuensee nicht nur als Wohn-, sondern auch als Arbeitsstandort attraktiver werde. Schenker:

«Ich möchte die Zukunft von Geuensee im Dialog mit der Bevölkerung mitgestalten.»

Vertreter der neu gegründeten Ortspartei

Ingbert Kaczmarczyk wohnt seit elf Jahren in Geuensee, zuvor lebte er 20 Jahre ebenfalls im Surental. Er setzt vor allem auf seine Lebenserfahrung und seine kommunikativen Fähigkeiten. Als SP-Kandidat möchte er mehr politische Vielfalt in den aus CVP und Parteilosen bestehenden Gemeinderat bringen. «Ich vertrete eine Bevölkerungsschicht und Themen, die im Moment zu kurz kommen», sagt der 62-jährige Berufsschullehrer.

«Soziale und grüne Themen sollen mehr Gewicht erhalten. Ausserdem möchte ich die bisherige, gut funktionierende Arbeit des Gemeinderats und der Verwaltung weiterführen.»

Die Ortspartei der SP wurde erst am 5. März 2020 gegründet. Kaczmarczyk ist dort Vorstandsmitglied, in der SP selber ist er seit gut einem Jahr. Politische Ämter hatte er bisher noch keine inne. Er war vergangenes Jahr jedoch Kantonsrats- und Nationalratskandidat der SP beziehungsweise von SP60+.

Da aufgrund des Coronavirus keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, gestaltet sich die Wählermobilisierung für beide Kandidaten schwierig. Sie setzen auf Flyer, persönliche Gespräche und die Unterstützung der Wahlhelfer. Ob schlussendlich die FDP ihren Sitz verteidigen kann oder eine linke Kraft in den Gemeinderat einzieht, entscheidet sich am 28. Juni im zweiten Wahlgang.

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